Am Rand

Am Rand (Buch)

Roman. Nominiert für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016

Buch
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Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten... (weiter)

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Details
AutorIn Hans Platzgumer
Edition 3. Aufl.
Seiten 208
EAN 9783552057692
Sprache deutsch
erschienen bei Zsolnay-Verlag
Erscheinungsdatum 01.02.2016
Stichwörter 21. Jahrhundert
Berg
Beziehung
Deutschsprachige Literatur
Österreich
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.9 | 6 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.3 |  2 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.8 |  4 Bewertungen

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Mörderische Geschichte – mal anders
»Was liest Du?«-Rezension von Rebecca1120, am 05.11.2016

Das Buch liest sich sehr flüssig und wenn man erst einmal angefangen hat, kann man es nicht mehr aus der Hand legen.

Völlig ohne Emotionen oder Rechtfertigung erzählt hier Gerold Ebner seine Lebensgeschichte, wobei er gedanklich zwischen Vergangenheit und Gegenwart immer hin und her „wandert“. Einfach war sein Leben sicher nie. Wie es der Buchtitel treffend ausdrückt – er stand immer am Rand.

Mich hat das Buch stark beeindruckt. Ein derartiger Lesestoff, noch dazu fast als Geständnis geschrieben, ist mir bisher noch nicht unter die Finger gekommen.

Toll fand ich auch immer, wenn Ebner mich als Leser direkt ansprach und mir Aufträge erteilt hat – für den Fall wenn ich bei ihm zu Hause vorbeigehe.

Dass der Protagonist seine Schicksalsschläge, Handlungen und Taten so emotionslos schildert, fand ich nicht ganz nachvollziehbar. Am liebsten hätte ich mit ihm darüber diskutiert. Wenn man sich als Leser auf die Schilderungen einlässt, ist diese Lektüre durchaus eine sehr gute Unterhaltung.

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"...irgendwo am Rand der Menschheit..."
»Was liest Du?«-Rezension von Yvonnen, am 15.09.2016

Beim Lesen des Klappentextes hatte ich eigentlich einen krimiähnlichen Roman erwartet, wurde stattdessen aber mit einer fesselnden Lebensbeichte der besonderen Art überrascht. Der 42jährige Südtiroler Gerold Ebner steigt frühmorgens auf den Bocksberg, um niederzuschreiben, was ihn dorthin geführt hat: Er erlöste seine Mutter von ihrem terrorisierenden Vater, seinen besten Freund von dessen Leiden und außerdem wurde ihm sein großes Glück vom Tod genommen. Fesselnd bis zum Schluss schildert der Ich-Erzähler die Ereignisse, die ihn seit seiner Kindheit an den Rand der Gesellschaft und schließlich zum Rand des Felsens geführt haben. Gleich zu Beginn wird man als Leser von dem oft lethargisch und dem Schicksal einfach nur ergeben wirkenden Ich-Erzähler persönlich angesprochen und ins Vertrauen gezogen. Ein Privileg, das man erst zu würdigen weiß, wenn man nach und nach den Protagonisten kennen und verstehen lernt – warum er sich von der Gesellschaft abgrenzt, kaum menschliche Nähe zulassen kann, mehr oder weniger funktioniert ohne Besonderes zu leisten oder dies anstreben zu wollen. Fast könnte man ihm verzeihen, dass er auch komplett aus der Rolle fallen und menschlichem Leben gewaltsam ein Ende setzen kann. Und doch fragt man sich, ob es sich hierbei tatsächlich um Mord oder doch eher einen Gefallen handelt. Aber es gibt in diesem Roman generell kein schwarz oder weiß, sondern viel Stoff zum Überlegen. So konnte Gerold Ebner rückblickend schließlich zwar auch Nähe zulassen, was in diesem von nachdenklicher grauer Stimmung geprägten Roman zwar ein Lichtblick ist, der aber wiederum nicht ohne Schatten daher kommt. Obwohl dieser Roman eher ernster Natur ist, lässt sich das Buch leicht lesen und entwickelt dabei trotz der ruhigen erzählweise einen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat. Mit „Am Rand“ hat es Hans Platzgumer auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 geschafft. Für alles weitere drücke ich beide Daumen! 

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Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater und seinen besten Freund von dessen Leiden. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt ... Fesselnd bis zum Schluss schildert der Ich-Erzähler die Ereignisse, die ihn an den Rand eines Felsens geführt haben.