Das Labyrinth der Lichter

Das Labyrinth der Lichter (Audio-CD)

Gekürzte Lesung

Carlos Ruiz Zafón

Übersetzung: Peter Schwaar

Audio-CD
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Spanien in den dunklen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das... (weiter)

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AutorIn Carlos Ruiz Zafón
Übersetzung Peter Schwaar
EAN 9783839815236
Sprache deutsch
erschienen bei Argon Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 16.03.2017
Stichwörter Tetralogie
Barcelona-Roman
Franco-Regime
Friedhof der Vergessenen Bu¨cher
Jagd
Rezensionen
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Ø4.6 | 7 Meinungen

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Fesselnder Roman mit außergewöhnlichem Schreibstil
»Was liest Du?«-Rezension von Wuestentraum, am 31.07.2017

Mauricio Valls, der durch das Franco-Regime Minister wurde, ist plötzlich verschwunden. Er war 5 Jahre lang Direktor des Gefängnisses von Montjuic, wo Folter und Ermordungen herrschten und nun scheint es so, als würde seine Vergangenheit ihn einholen. An einem Abend im Jahre 1959 in Madrid erhält Mauricio Valls einen Drohbrief. Obwohl es nicht der erste ist, flüchtet er am nächsten Tag. Die Polizei verschweigt der Öffentlichkeit das Verschwinden von Mauricio. Sie waren bereits über die Drohbriefe, die er erhielt, informiert und vermuten seine dunkle Vergangenheit damit. Zusätzlich beauftragt die Polizei den Chef der Sicherheitspolizei, Leandro Montalvo, der ihnen bei der Suche helfen soll.

Alicia Gris kehrt von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona, nachdem dort das verlassene Auto von Minister Valls aufgefunden wurde. Sie hat bereits jahrelang für Montalvo gearbeitet und soll nun unter größter Geheimhaltung das plötzliche Verschwinden des Ministers aufklären. Sie findet in seinem Arbeitszimmer ein geheimnisvolles Buch aus der Serie "Das Labyrinth der Lichter", welches sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne führt. Ihre eigene Vergangenheit holt sie wieder ein. Alicia vermutet Schreckliches hinter dem Verschwinden des Ministers. Und sie vermutet, dass mächtige Personen ihre Finger mit im Spiel haben. Nachdem sie von dem Fall wieder abgezogen wird, macht sie sich trotzdem auf die Suche nach dem Minister.

Carlos Ruiz Zafón fesselt den Leser mit seinem außergewöhnlichen Schreibstil. Dieser Roman, der über 900 Seiten umfasst, hätte noch doppelt so lang sein können, es wäre nicht eine Minute und eine Seite zu viel gewesen. Leider kannte ich die Vorgängerbände noch nicht, aber das beeinflusste nicht, gut und schnell in die Geschichte hineinzukommen und sich ein tolles Bild der verschiedenen Protagonisten zu machen. Die Charaktere der einzelnen Personen waren so klar und detailreich dargestellt, es wurde durch die verschiedenen Gesellschaftsschichten und politischen Ämter innehabende Leute und Geschehnisse exakt beschrieben. Die Zeit, in der die Geschichte spielt ist ebenso interessant und fesselnd, wie alle Geschehnisse.


Fazit:

Ein durch außergewöhnlichen Schreib- und Erzählstil fesselnder und mitreißender Roman, der mich einfach nur begeistert hat.

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Lange Schatten
»Was liest Du?«-Rezension von daslesendesatzzeichen, am 13.07.2017

** Gastrezension von daslesendesatzzeichens Göttergatten **

Den meisten Deutschen sind die schrecklichen Jahre der Nazizeit sehr bewusst (Ausnahmen machen leider aktuell wieder Schlagzeilen). Vielleicht ist der starke Eindruck jener eigenen Vergangenheit der Grund, warum die Deutschen über diese Zeit in ihrem Lieblingsurlaubsland kaum Kenntnis haben. Zwischen 1936 und 1939 wütete in Spanien ein Bürgerkrieg zwischen Republikanern und Nationalisten. Die Nationalisten – oder Faschisten – unter General Franco gingen aus diesem Krieg als Sieger hervor. Erst nach Francos Tod 1975 fand Spanien den Weg zu der heutigen Demokratie.

Die Zeit des Bürgerkriegs aber vor allem auch die langen Jahre der totalitären Herrschaft Francos bilden den Rahmen einer Tetralogie von Carlos Ruiz Zafón. Nach „Der Schatten des Windes“ (2003), „Das Spiel des Engels“ (2008) und „Der Gefangene des Himmels“ (2012) ist als letzter Band jetzt „Das Labyrinth der Lichter“ erschienen.

Obwohl viele der Protagonisten der ersten drei Bände in „Das Labyrinth der Lichter“ wieder eine Rolle spielen, kann das Buch auch gelesen werden, wenn man die anderen Bände nicht kennt. Vielleicht ist das sogar ein Vorteil, doch dazu später.

Mauricio Valls gehört zu den Gewinnern der nationalen Bewegung und ist durch die Gunst Francos zum nationalen Bildungsminister aufgestiegen. Er gilt als wichtige Persönlichkeit der politischen Kulturszene und nur unter der Hand wird auf seine Vergangenheit verwiesen. Von 1939 bis 1944 war er Direktor des berüchtigten Gefängnisses Montjuic in Barcelona, wo Folter und Morde an der Tagesordnung waren.

Die Geschichte beginnt 1959 in Madrid, als die Vergangenheit Mauricio Valls einholt. Am Abend eines großen Balls in seiner Villa erhält er von einem Unbekannten einen Drohbrief: „Deine Zeit ist um. Du hast eine letzte Chance. Beim Eingang zum Labyrinth.“ Schon vorher war er solchen Schreiben ausgesetzt und hatte sich aus Angst vor einem Anschlag weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Ohne mit jemanden darüber zu sprechen, bricht er am frühen Morgen des nächsten Tages mit seinem engsten Leibwächter auf: „Die Stunde ist gekommen, Vicente. Ich kann mich nicht länger verstecken. Jetzt oder nie. Kann ich auf dich zählen?“

Ab da verliert sich die Spur von Valls.

Ohne das Verschwinden des Ministers der Öffentlichkeit mitzuteilen, beginnt die Polizei mit der Suche. Der Polizei waren die Drohbriefe an Valls bereits vor seinem Verschwinden bekannt. Sie vermutet einen Zusammenhang mit Valls Vergangenheit und damit auch mit der dunklen Zeit des Bürgerkriegs. Die Polizei schaltet Leandro Montalvo ein. Montalvo leitet eine Einheit der Sicherheitspolizei, die sich im Graubereich des Legalen bewegt.

An dieser Stelle kommt die eigentliche Hauptperson des Buchs ins Spiel. Alicia Gris, 29, arbeitet für Montalva seit sie 17 Jahre alt ist. Zusammen mit einem Hauptmann der Polizei, der ihr zugeordnet wird, beginnt Alicia mit der Suche. Im Arbeitszimmer von Valls finden sie in einem Versteck das Buch „Das Labyrinth der Lichter VII – Ariadna und der Scharlachprinz“ des fiktiven Autors Victor Mataix.

Am Abend erhält Alicia die Mitteilung, dass man Valls Wagen in Barcelona gefunden hat. Von ihm und seinem Leibwächter keine Spur. Am nächsten Morgen nimmt Alicia den ersten Zug nach Barcelona …

Doch auch Alicia wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. In Barcelona wuchs sie auf, dort verlor sie ihre Eltern, dort wurde sie im Bombenhagel als 12-Jährige schwer verletzt. Und dort wurde sie von Montalva als kriminelle Jugendliche für seine Dienste angeworben.

Wie die drei ersten Bände spielt „Das Labyrinth der Lichter“ hauptsächlich im Barcelona der Francozeit. Wieder werden der Friedhof der verlorenen Bücher und die Buchhandlung der Familie Sempere zu zentralen Orten der Handlung.

Auf der Suche nach Valls wird Alicia schließlich klar, dass es hier um mehr geht. Es geht um ein schreckliches Verbrechen aus der Zeit kurz nach Ende des Bürgerkriegs. Verübt von mittlerweile mächtigen Persönlichkeiten Spaniens. Wie mächtig diese Menschen sind, erlebt Alicia, als sie von dem Fall abgezogen wird. Für Alicia ist es aber nicht mehr nur ein Fall. Es geht ihr um die Wahrheit, und sie ermittelt auf eigene Faust weiter. Sie ist fest entschlossen, das Verschwinden von Valls aufzuklären.

Mit der Erfahrung der ersten drei Bände kann Zafón es nicht verhindern, dass sich bei mir beim Lesen immer häufiger ein Wiederholungseffekt einstellt.
Er liebt Bücher und weist ihnen in seinen Erzählungen wesentliche Rollen zu. Die Bücher, in diesem Band  „Ariadna“, genauso wie die Schicksale der fiktiven Schriftsteller, sind letztlich Mittel, die vielen losen Fäden der Geschichte zu verbinden und die Rätsel zu entschlüsseln. So grau Zafón Barcelona und das Leben dort schildert, so konsequent teilt er die Figuren seiner Geschichte in gut und böse auf. Es gib die Reinen, wie Daniel Sempere, der als Sohn und Vater für seine Familie da sein möchte und versucht, die Wahrheit über den Tod seiner Mutter Isabella zu erfahren. Es gibt aber auch die Bösen, wie den „Schlächter“ Hendaya, einen Polizist, der vom Hass getrieben die Wahrheit unterdrücken will. Alle Figuren der Geschichte lassen sich auf diese Weise einteilen, es gibt „die unten“ und „die oben“, es gibt „die vom Schicksal Betrogenen“ und „die Opportunisten“. Diese Charakteristika seiner Erzählungen fesseln beim ersten Kontakt mit Zafón. Mit ihrer Wiederholung auch im vierten Teil haben sie für mich jedoch ihren Reiz eingebüßt.

Nichtsdestotrotz ist Zafón ein brillanter Erzähler. Auf über 900 Seiten zieht er mich wieder hinein in sein geheimnisvolles Barcelona. Es ist beeindruckend, wie er im vierten Band die zahlreichen Figuren und Handlungen aller Bände miteinander in Verbindung setzt und alles schließlich auflöst. Letztlich ist die Geschichte um den Friedhof der verlorenen Bücher mit dem vierten Band nun aber auch auserzählt.

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Spanien in den dunklen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie "Das Labyrinth der Lichter", das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne. Der Zauber dieses Ortes schlägt sie in seinen Bann, und wie durch einen Nebel steigen Bilder ihrer Kindheit in ihr auf. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt. Mit seinen Barcelona-Romanen schuf Carlos Ruiz Zafón eine der faszinierendsten Erzählwelten aller Zeiten. Die Verheißung, die mit "Der Schatten des Windes" begann, findet in seinem neuen Roman ihre Vollendung.