Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy

Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy (Taschenbuch)

Taschenbuch
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Aus unterschiedlichen Gründen leben in Afghanistan Mädchen als sogenannte "Bacha Posh" (als Jungen verkleidete Mädchen). Oft werden sie von Geburt an als Jungen erzogen, weil es in der Familie keinen Sohn gibt,... (weiter)

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Details
AutorIn Maria Braig
Seiten 300
EAN 9783745060546
erschienen bei epubli
Erscheinungsdatum 03.01.2018
Stichwörter Afghanistan
Bacha Bazi
Bacha Posh
Teejunge
Tanzknaben
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 8 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.7 |  4 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.4 |  4 Bewertungen

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Eine wunderbar spannende Geschichte mit traurigem Hintergrund
»Was liest Du?«-Rezension von maraAngel2107, am 18.02.2018

Afghanistan, die 13jährige Shirin verliert ihren Vater beim Minensuchen. Dieser verunglückt tödlich und verändert Ihr Leben auf eine Weise, wie kein 13jähriges Mädchen es für möglich halten würde.
Sie darf nicht weiter zur Schule gehen, sondern muss für sich und ihre Familie, Mutter mit 2 weiteren Töchtern den Lebensunterhalt verdienen. Die andere Möglichkeit, das die Mutter einen Cousin heiratet schließt sie völlig aus, denn das würde bedeuten das auch sie schnellstens verheiratet würde.
Was hier als spannender Roman niedergeschrieben ist, ist in Afghanistan traurige Wirklichkeit, für den Leser unfassbar, das so etwas überhaupt in unserer heutigen Zeit/Welt noch möglich ist.
Nicht einmal darüber nachdenken würden wir hier in Deutschland. Somit wird wieder einmal aufgezeigt wie gut es uns hier doch tatsächlich geht und wie dankbar wir sein dürfen!
Maria Braig hat hier wieder einmal einen wunderbaren Roman geschaffen, der sicherlich viel Recherche erforderte und der bestimmt auch viel Traurigkeit verursacht hat.
Ich persönlich wußte überhaupt nicht, was für Zustände in Afghanistan herrschen. Es ist wichtig das es solche Bücher, solche Niederschriften gibt, damit sich vielleicht in der Welt etwas bewegen kann. Hier als Jugendroman bezeichnet, so würde ich doch auch jedem Erwachsenen empfehlen, dieses Buch zu lesen und möglichst vielen Menschen weiter zu geben, damit eine Veränderung in der Welt passieren kann, ein Umdenken, ein Schutz für alle Kinder unseres Erdballs, denn
Kindheit ist Heiligtum, jeder/jede hat es verdient unbesorgt und kindheitsgemäß aufzuwachsen, das scheint in Afghanistan nicht gegeben zu sein. Ich habe das Buch mit intensiver Spannung gelesen, wie Shirin zu Shahin wurde und dieses Leben auf eine Art zu lieben beginnt und mit der Aufgabe als Teejunge an ihren (seinen) Aufgaben wächst. Er lernt nette Geschäftsinhaber kennen und versorgt sie mit seinem Tee den er bei Ghaffar erhält, der den Jungen ganz fest in sein Herz schließt und glaubt ihn beschützen zu müssen, denn in Herat gibt es unglaublich viele Männer, die sich einen "Dancing Boy" "halten", der alles für sie tun muss, und ich meine alles, unverständlich wie so etwas von einer Regierung geduldet werden kann. Shahin lernt einen solchen Jungen kennen und findet in ihm einen Freund, mit dem er nach einer ganz Weile dann auch zusammen die Flucht ergreift. Aber mehr möchte ich hier auch gar nicht verraten. 

Ich möchte dieses Buch allen Menschen empfehlen, die an fremden Kulturen interessiert sind, es ist unfassbar was in unserer heutigen Zeit in einem solchen Land noch für Zustände gibt, wo Kinder, die behütet aufwachsen sollten "verkauft" werden um Männer zu Diensten zu sein, wo kleine Jungen missbraucht werden, jeder weiß es und jeder duldet es und die Frauen haben sowieso nichts zu sagen...unglaublich und sehr traurig und nicht zu entschuldigen. Dieses Buch ist als Jugendbuch betitelt und ich möchte es aber auch unbedingt den Erwachsenen ans Herz legen, denn wieso wissen wir nichts von dem Leid in diesem Land und vermutlich wird es nicht nur dort so sein. Die Geschichte von Shahin/Shirin ist nur eine von vermutlich Hundertausenden und es ist mehr als wichtig das diese Situationen verändert werden und das geht nur in Gemeinsamkeit, im Zusammenhalt und mit Engegement, daher ist es wichtig viele Menschen zu erreichen mit den Tatsachen und der Schicksal von vielen, vielen kleinen Kindern, Mädchen wie Jungen und daher bekommt dieses Buch von mir 5 von 5 Sternen!

Es ist spannend, es ist tragisch, traurig und manchmal auch ein wenig zum schmunzeln, die einzelnen Szenen, die Protagonisten, was sie sich einfallen lassen, was sie versuchen und leider oftmals scheitern! Man spürt trotz allem Leid die Liebe, die auch in diesen Menschen steckt, die einfach nur in Frieden leben wollen und selbst entscheiden!

Danke liebe Maria Braig, das ich dieses Buch im Zuge eines Wanderbuches lesen durfte, es hat mich sehr bereichert, es hat mich oft traurig gemacht und ich habe das eine oder andere Mal auch gelächelt, besonders am Ende und ich wünsche Faruk & Shirin viel Glück auf Ihrem Weg in die Freiheit!


 

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Wertvoller Jugendroman, spannend und sehr zum Nachdenken anregend!
»Was liest Du?«-Rezension von naibenak, am 29.01.2018

Wir befinden uns im Afghanistan der heutigen Zeit. Ein schwer gebeuteltes Land, abwechselnd in den vergangenen Jahrzehnten unter der Führung verschiedener „Mächte“, die nur das Beste für dieses Land wollen. Was sich insbesondere in den vergangenen Jahren nicht gebessert, ja sogar wieder verschlechtert hat, ist die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Und genau um (unter anderem) dieses Thema kreist nun die Geschichte der 13jährigen Shirin, von der uns Maria Braig in ihrem Jugendroman erzählt.

Shirin muss nach einem schweren Schicksalsschlag, derer es sehr viele gibt in ihrem Land, allein für den Unterhalt ihrer Familie sorgen. Sie hat eine Mutter und zwei kleine Schwestern. Die Familie entschließt sich schweren Herzens, Shirin als sogenannten „Bacha Posh“ auf dem Basar in Herat Tee verkaufen zu lassen. Was der Familie erst einmal eine große Stütze ist, hat aber am Ende weitreichende Folgen. Nicht zuletzt, weil Shirin in Herat einen etwa gleichaltrigen Jungen namens Faruk kennenlernt, der als „Bacha Bazi“ (Dancing Boy) „gehalten“ wird, und mit dem sie sich anfreundet.

In diesem hochinteressanten und durchaus spannenden Jugendroman lernen wir den Alltag in den ländlichen Regionen/ Kleinstädten Afghanistans kennen. Oft, sehr oft habe ich beim Lesen inne gehalten und geschluckt. Natürlich weiß man heutzutage, wie sehr sich das Leben in anderen Ländern und Kulturen von dem unsrigen unterscheidet. Dennoch gibt es immer wieder Neues zu erkunden. Und dafür finde ich solche Romane so wertvoll: eine andere Kultur kennenzulernen, sowie Menschen mit ihren Schicksalen und ihrem großen Wunsch, in naher Zukunft ein besseres Leben führen zu können. Vor allem lässt es einen zumindest dankbar(er) sein für das, was man hat. Und im besten Fall lässt solch ein Roman Empathie entstehen und wachsen, was in der heutigen Zeit meiner Meinung nach von unglaublicher Wichtigkeit ist.

Noch dazu ist diese Geschichte von Shirin und Faruk unglaublich spannend. Wenn sie auch besonders in der ersten Hälfte über lange Strecken eher nüchtern und wie ein Tatsachenbericht daherkommt, so hat mich die zweite Hälfte mehr und mehr fesseln können. Auf jeden Fall aber empfinde ich die Geschichte als sehr authentisch. Vielleicht hier und da ein bisschen „aufgehübscht“, aber für einen Jugendroman ist das absolut in Ordnung und zweckdienlich. Und das Ende lässt hoffen!!!

Fazit: Wertvoller, enorm interessanter und spannender Jugendroman, der vom Leben in Afghanistan berichtet, den einen oder anderen Horizont erweitert und eine traurige, aber liebe- und hoffnungsvolle Geschichte eines toughen jungen Mädchens erzählt. Insbesondere für die Zielgruppe sehr empfehlenswert!

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Aus unterschiedlichen Gründen leben in Afghanistan Mädchen als sogenannte "Bacha Posh" (als Jungen verkleidete Mädchen). Oft werden sie von Geburt an als Jungen erzogen, weil es in der Familie keinen Sohn gibt, andere schlüpfen erst später in die Rolle eines Jungen. Mit Beginn der Pubertät müssen sie alle wieder zu Mädchen werden. Die dreizehnjährige Shirin wächst in einem aufgeschlossenen, aber sehr armen Elternhaus in Afghanistan auf. Als ihr Vater beim Minensuchen ums Leben kommt, bleibt die Mutter mit drei Töchtern allein zurück. Um das Überleben der Familie zu sichern, muss Shirin als älteste Tochter zum Jungen werden und Geld verdienen. Als angeblicher Cousin aus dem Iran, arbeitet sie nun als Teejunge auf dem Basar von Herat und verdient damit gerade genug, um die Familie über Wasser zu halten. Hier begegnet sie (in Gestalt des Teejungen Shahin) Faruk, einem gleichaltrigen Jungen, der mit acht Jahren entführt und als Bacha Bazi (Dancing Boy) verkauft wurde. Faruk erlebte von wechselnden "Besitzern" sehr viel Gewalt und Übergriffe, fand aber keine Möglichkeit, wegzulaufen und zu seiner Familie, die nicht weiß, wo er sich aufhält, zurückzukehren. Die beiden werden Freunde, und als sich das Schicksal wendet, machen sie sich zusammen auf den Weg in ein neues Leben.