Die Hauptstadt

Die Hauptstadt (Buch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2017

Buch
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Der große europäische Roman Deutscher Buchpreis 2017 In Brüssel laufen die Fäden zusammen - und ein Schwein durch die Straßen. Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der... (weiter)

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Details
AutorIn Robert Menasse
Edition 9. Aufl.
Seiten 459
EAN 9783518427583
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 11.09.2017
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 25 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.6 |  12 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.4 |  13 Bewertungen

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Sehr schwer zu lesen
»Was liest Du?«-Rezension von leniks, am 16.02.2018

Dieses Buch ist mir aufgrund des Titels aufgefallen, und ich wollte es lesen. Im Rahmen einer Wanderbuchrunde durfte ich es dann auch. Hier ein kleiner Einblick in den Klappentext: "Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; ≫zu den Akten legen≪ wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar....

Das Buch hat sich nur teilweise gut lesen lassen, meist war es einfach nur anstrengend. Ich musste sehr oft die Sätze zwei-, dreimal lesen müssen um den Inhalt zu verstehen. Das Buch umfasst 459 Seiten und bekommt von mir zwei Sterne.

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Nicht nur Brüssel hat Schwein!
»Was liest Du?«-Rezension von Emswashed, am 16.01.2018

"In Brüssel laufen die Fäden zusammen - und ein Schwein durch die Straßen."

So lautet der erste Satz im Klappentext des Buches

Die Hauptstadt von Robert Menasse.

Menasse benutzt dieses Schwein, um fast sämtliche Protagonisten dieser Geschichte gleich im Prolog vorzustellen. Besser, man macht sich gleich eine kleine Übersicht, denn vieles passiert in Brüssel und manches davon nur zur Ablenkung, wie zum Beispiel das Schwein. Oder halt, ist das Schwein vielleicht der rote Faden?
Die Story scheint vielschichtig und die einzige Gemeinsamkeit die Örtlichkeit zu sein. Der alte Herr, der in ein Altersheim gleich neben dem Friedhof umzieht, Dr. Martin Susmann, der just neben dem Hotel wohnt, in dem ein Mord stattfindet, die beiden Kollegen, die sich im nahegelegenen Restaurant treffen, um an ihrer Karriere zu basteln, der Professor, der einem "Schweineopfer" aus der Pfütze hilft und nichtsahnender Fotograf des Mörders wird und letztendlich der Kommissar, der nicht ermitteln darf, weil dieser Mord "nie stattgefunden" hat.

Brüssel, das ist die Hauptstadt der Europäischen Union und die "Grube" in die alle Befindlichkeiten der EU-Länder hineingeschüttet werden, in der Erwartung, dass daraus ein vernünftiger Konsens erwächst. Brüssel ist auch der Ort, wo sämtliche Gestalten mit ihren ureigensten Anliegen auftauchen, um zu "gewinnen", ihre Ideen umzusetzen, oder einfach nur den Kopf über Wasser zu halten. Ein jeder hat seine Geschichte, die der Autor akribisch erzählt, denn sie könnte wichtig sein für die Logik des Geschehens. Schweine im Allgemeinen kommen da immer wieder vor.

Gelacht habe ich selten, überrascht war ich oft und immer gebannt, von dem, was mir Menasse da erzählt, ohne Anfang und auch ohne Ende, denn es ist fast eine Momentaufnahme. Die Idee der Europäischen Union wurde mir näher gebracht, ja fast schon beworben, ein Schweineschlachtbetrieb aus meiner Heimat erwähnt, die Nato und die Kirche in meinen Fokus gerückt und eine Anspielung auf ein anderes Buch, welches ich gerade lese (Kolonialgeschichte Belgiens), gemacht.

Alles in allem, hat mich Herr Menasse mit diesem gut geschriebenen Buch sehr gut unterhalten und auch informiert.

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Der große europäische Roman Deutscher Buchpreis 2017 In Brüssel laufen die Fäden zusammen - und ein Schwein durch die Straßen. Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an - die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; zu den Akten legen wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. In seinem neuen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen - für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.