Durst (Buch)

Ein Fall für Harry Hole. Kriminalroman

Jo Nesbø

Übersetzung: Günther Frauenlob

Buch
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Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit... (weiter)

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Details
AutorIn Jo Nesbø
Übersetzung Günther Frauenlob
Seiten 624
EAN 9783550081729
erschienen bei Ullstein HC
Erscheinungsdatum 08.09.2017
Ursprungstitel Tørst
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.8 | 73 Meinungen

davon Rezensionen:
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Thriller mit spannenden Wendungen
»Was liest Du?«-Rezension von frenx, am 21.10.2017

Jo Nesbø hat es mit seinem Thriller „Durst“ geschafft, mich total zu überraschen. Recht schnell scheint klar zu sein, womit es die Polizei zu tun hat: ein ungewöhnlicher Fall eines Vampiristen, der Freude empfindet beim Trinken von Blut.

Um wen es sich bei dem brutalen Serienmörder handelt, wird auch sehr schnell klar, genauer gesagt: nach wenigen Kapiteln ist eigentlich alles geklärt. Eigentlich. Denn der Thriller entwickelt sich dann völlig anders als erwartet. Schnell wird klar, dass der Vampirist irgendwelche Helfer haben muss – allein hätte er seine Verbrechen kaum durchführen können. Und schließlich gerät Harry Hole selbst ins Visier des Vampiristen.

Nicht nur, dass mit dem ehemaligen Polizisten Harry Hole ein kantiger – ehemaliger – Polizist ermittelt, immer wieder gibt es unerwartete Wendungen, die man so gar nicht erwartet hätte. Insgesamt scheint Nesbø  eine diebische Freude daran zu haben, den Leser aufs Glatteis zu führen. Durch den Perspektivwechsel, den Nesbø oft sehr geschickt einfädelt, merkt man oft plötzlich, dass zum Beispiel gar nicht auf Harry geschossen wurde, dass es gar nicht seine Frau war, die vergiftet werden soll und so weiter…

Er ist ein Fuchs, dieser Nesbø, aber gerade deshalb hat mir „Durst“ so gut gefallen. Es war mein erster Harry-Hole-Band, und sicherlich nicht der letzte. Ein Serienmörder, der ein Vampirist sein soll und der vor allem Frauen über eine Dating-Plattform aussucht, ist nun doch etwas ungewöhnlich. Und doch wirkt es bei Nesbø nicht konstruiert oder unglaubwürdig. Nein, Nesbø ist ein Meister des Erzählens in spannenden Wendungen. Und er kann erzählen. Detailliert, witzig, mal rasant, mal in Zeitlupe. Bei den blutrünstigen Morden erzählt er fast zu genau.

Spannend ist auch, wie Nesbø die Personen zeichnet. Kaum einer gewinnt nicht im Laufe des über 600 Seiten starken Thrillers noch eine weitere Facette hinzu. Keiner bleibt das Ekelpaket, als dass er anfangs beschrieben ist, keiner bleibt so gut und makellos, wie es anfangs scheint.

Und so ist man gespannt, wie es weitergehen könnte mit diesen Personen, die einem schließlich ans Herz gewachsen sind. Und ja, „Durst“ ist auf eine Fortsetzung angelegt.

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Fee empfiehlt: Hassliebe!
»Was liest Du?«-Rezension von Lesezeichenfee, am 21.10.2017

Fees Einleitung

Ich hab nicht alle Harry Hole Krimis von Nesbo gelesen und nach jedem schwöre ich mir, den nächsten nicht zu lesen und was passiert? Ich MUSS ihn lesen! Im letzten Buch starb ja jemand, der schon lange dabei war, daher hoffte ich, dass das hier nicht passiert, sonst gibt’s bald niemanden mehr…
Ach ja, noch was. Meiner Meinung nach bleibt eine Frage offen. WAS wollte Katherine Harry noch mitteilen? Ist er nicht wirklich eingeschlafen? (Die letzten Sätze versteht nur jemand, der das Buch gelesen hat, aber ich möchte nicht zu viel verraten!)


Fee erzählt von der Geschichte

Eigentlich ist Harry Hole kein Kommissar mehr, sondern unterrichtet an der Polizeihochschule. Doch als ein Serienmörder, ein Vampirist, sein Unwesen treibt, holt Mikael Bellmann Harry Hole zurück. Nur mit einer Erpressung, einer alten Geschichte bezüglich Olegs (Harrys Ziehsohn, der Sohn seiner Frau Rakel) schafft es Mikael Harry an Bord zu holen. Katrine ist die Chefin, eine ehemalige Kollegin von Harry. (Ich glaube, im letzten Buch saß sie mit Harry im Keller). Ich feierte also ein Wiederlesen mit einigen Charakteren aus den vorherigen Büchern der Harry Hole Reihe.
Mehr möchte ich auch nicht erzählen, denn der Rest kommt in meiner Meinung und alles möchte ich auch nicht verraten.


Fees Meinung

Also erst mal mochte ich das Buch mal wieder nicht. Es gab einfach viel zu viele Nebensächlichkeiten, die total unnötig ausgebaut wurden. Die erste Szene die mich enorm störte, war, dass Harry und Rakel sich darüber gestritten haben, ob sie eifersüchtig sind oder so. Das hat mich enorm genervt und dazu gab es noch viel mehr unnötige Nebensächlichkeiten, die man im Hörbuch (das 18 Stunden!!! geht) weglassen hätte können. Es wurde so viel erzählt, so dass der Hauptstrang immer wieder unterbrochen war. Wegen Nebensächlichkeiten. Blöde war halt auch, dass viel über die Leute/Charaktere erzählt wurde, was aber oft nicht dazu verhalf, dass sie einem „Näher“ kamen. Sie blieben etwas „blass“ und unscheinbar. Die Nebensächlichkeiten haben auch dazu verholfen, dass die Geschichte ab und an verwirrend war.

Es gab also viele Längen. Nichtsdestotrotz war es trotzdem so gut, dass ich die über 600 Seiten alle gelesen habe. Insgesamt denke ich, wäre das Buch spannender gewesen, wenn es auf 400 oder höchstens 450 Seiten abgehandelt worden wäre.

Blass blieben einige Charaktere, vor allem Katrine, die Chefin. Sie war irgendwie eher Nebensache. Im letzten Buch hat sie richtig aktiv mitgearbeitet, jetzt ist sie Chefin, aber irgendwie wird sie als dumm und naiv dargestellt. Die anderen machen und sie wird halt davon informiert. Das fand ich sehr schade. Irgendwie wirkt sie unfähig und das finde ich schade.
Jo Nesbo hat auch versucht, den Verdacht auf den Arzt zu lenken. Er soll Harry ausrichten, dass sie ihn haben, und der Arzt hat nun plötzlich einen Termin und Oleg muss ein anderes Mal wiederkommen. Und beim finalen Höhepunkt möchte Harry unbedingt den Arzt dabei haben. Typisch für mich, dass ich dann die ganze Zeit dachte, ER wäre derjenige welcher… Dass ich mir dadurch auch einige Spannung nehmen ließ, das ist halt Pech – für mich. Aber gut für Jo Nesbo. Da es so undurchsichtig war und nicht so, wie ich vermutete, bekam es doch wieder ein überraschendes Ende.

Ja, und dann denkt man: Häh, da gibt’s noch einige Seiten…. Und dann ist das Buch doch noch nicht zu Ende und es gibt dann noch ein furioses Finale.

Auch die Dating App Tinder spielt eine große Rolle, was ich jetzt sehr interessant, modern und spannend fand.

Gruselig, horrorartig, fast wie Stephen King, hat Jo Nesbo die Geschichte erzählt. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass so etwas wirklich passiert, daher denke ich, ist es eher fiktiv und der Phantasie des Autors entsprungen.

Gut fand ich die eher meist kurzen Kapitel, so dass ich immer wieder eine Pause machen konnte. Ich hab über eine Woche benötigt, das Buch zu beenden. Aber mein Durchhaltevermögen wurde dann doch noch belohnt, auch wenn ich die Story - teilweise - nicht so toll fand.

Bedauerlicherweise müssen manche Charaktere „sterben“. Schade, dass der ehemalige Besitzer der Bar sterben musste. Unerklärlich ist mir natürlich auch, dass Harry Hole – ein ehemaliger Alkoholiker – eine Bar „übernimmt“ und Rakel, seine Frau damit einverstanden ist. Ein Mal war er auch total „betrunken“ und so genau weiß man nicht, was dann passiert ist. (Siehe die Frage oben). Trotzdem hat er sich dann – angeblich – wieder im Griff. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das dann wirklich so passieren könnte.

Insgesamt jedenfalls kann Nesbo die männlichen Charaktere besser ausarbeiten und „farbiger“ erscheinen lassen, als Frauen. Nesbo erscheint mir als Macho, weil von Katrine scheint er nichts zu halten, beruflich, wie privat. Rakel erscheint teilweise als eine heilige und die perfekte Frau. Die Ermordeten sind dann eher blass, man kann auch nicht wirklich eine „Beziehung“ zu ihnen aufbauen. Ist natürlich auch besser, weil der Leser sie auch wieder verliert. Nur die Bedienung aus Harrys Stammlokal (für was braucht er denn dann noch ein eigenes Lokal?) lernt man ein bisschen besser zu kennen, aber sie wird einem nicht wirklich sympathisch. Aurora (also die Tochter des einen Psychologen, die vergewaltigt wurde) bleibt auch ziemlich blass und nicht alles ist wirklich nachzuvollziehen, auch wenn dann noch eine Erklärung kommt.

Lange habe ich mich gefragt, warum benötigt man 2 Psychologen? Aber im furiosen Finale versteht man dies auch dann.


Fees Fazit

Um zum Ende zu kommen, man sollte hin und wieder ein Buch der Serie gelesen haben, sonst bleiben doch noch mehr Fragen offen. Allerdings könnte man das Buch auch so lesen. Ich befürchte jedoch, dass man dann nur eins liest und dann nie wieder. Hier lohnt es sich wirklich die ganze Reihe zu lesen, vor allem das Letzte. Wer gruselige Psychothriller von Stephen King mag, kann auch Jo Nesbos Reihe um Harry Hole lesen. Da ich eine Hassliebe zu diesen Büchern habe, es einige Längen und Ungereimtheiten, blasse Charaktere gab und Katrine nicht als fähige Chefin präsentiert wird, vergebe ich 3 Sterne.

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Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann setzt Hole unter Druck. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist. "Der unumstrittene König des skandinavischen Kriminalromans." The Times Das Warten hat ein Ende: Der neue Harry Hole ist da!