Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé

Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé (Taschenbuch)

Taschenbuch
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Details
AutorIn Katharina Fiona Bode
Seiten 259
EAN 9783945045046
Sprache deutsch
erschienen bei Art Skript Phantastik
Erscheinungsdatum 08.2016
Ursprungstitel Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé
Altersfreigabe ab 14 Jahren
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.7 | 10 Meinungen

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Skurril! Anders! Und hat mich überzeugt!
»Was liest Du?«-Rezension von Sirene, am 30.03.2017

Inhalt: Das Abenteuer beginnt!
Bismarcks Berlin wie es niemand kennt. Biolonische Erfindungen prägen das Leben. Pickatoren rattern durch die Straßen, deren Bürgersteige partiell von Glasplatten ersetzt wurden, mechanische Krebse setzen über die Spree, und der Ausbau des Klangkugelkommunikators soll das Stadtbild für immer verändern.

Kann es bloßer Zufall sein, der Erasmus Emmerich und seine Qualmfee immer wieder auf die richtige Spur führt? Oder hat das Universum seine Finger im Spiel, wenn eine Mordserie an Trollverbrechern das Kopfsteinpflaster erschüttert?

Die Polizei tappt im Dunkeln, als eine verschleierte Fremde aufkreuzt und für Verwirrung sorgt, während Marie selbst unter Verdacht gerät. Kann Frau Oppenheimers Mäusemantel Licht ins Dunkel bringen oder liegt die Antwort an Bord des U-Boot-Wal Kolosses Wobbly Dick?

Wenn keiner mehr weiß, wohin die Reise führt, ist man in der Welt von Erasmus Emmerich und vielleicht schon unterwegs in die Vergangenheit.

"Ihre klackernden Schritte hallten von der düsteren Fassade in den Vorhof zurück. Sie kaute auf ihrer eingesogenen Unterlippe herum und lauschte auf das Krächzen der Krähen, die tief fliegend ihre Kreise über dem Anwesen zogen." - S, 33

Mein erster Gedanke war: Was habe ich da gelesen?
Verrückt! Merkwürdig! Skurril! Und einfach schön.

Wir befinden uns in einem Berlin a lá Steampunk mit mechanischen und biolonischen Erfindungen, die man an jeder Ecke finden kann und unser Held ist hier Erasmus Emmerich, Detektiv und Erfinder, der zusammen mit der Qualmfee Marie zusammenarbeitet und die Welt rettet.

Zu aller Erst mal ein Wort zu der Sprache, denn auf die muss man sich erstmal einlassen und es lässt sich auch nicht so schnell mal eben lesen. Wortspiele ist ein passender Begriff hierfür, davon wimmelt es in diesem Buch!
Außerdem spürt man hier die Kreativität, die sich in der Sprache, aber auch in der geschaffenen Welt und in den Charakteren, als auch Nebencharakteren und Bösewichten widerspiegelt.
Und zum Höhepunkt hin habe ich mir mehr Klarheit und Schnelligkeit gewünscht. Ich muss aber auch sagen, dass ich ein sehr neugieriger Mensch bin, der auch gerne mal das Ende liest, wenn er bei der Hälfte des Buches ist und gerne schnell zum Schluss kommt. Hier gab es auch immer wieder kleine Abschweifungen, die haben mich nicht wirklich gestört, weil die Autorin mit viel Witz und Charme ihre Geschichte erzählt.

"Er meinte fast, dass dieses flüchtige Etwas, das in seinem Hirn nistete wie ein Kuckuck, etwas mit Gebäck zu tun gehabt hatte. Brezeln? Krapfen? Laugenstangen? Ein Hinweis, der ihn auf die Spur des Trollmädchens brachte? Oder aber ... er mochte gar nicht daran denken ... hatte er möglicherweise einfach bloß ... Hunger?" - S. 116

Die Charaktere in diesem aufregenden Setting empfand ich als durch und durch sympathisch und charmant. Eine der Hauptpersonen ist Erasmus Emmerich, ein verwirrtes, tollpatschiges Genie, dass einen oft zum schmunzeln bringt und ihm gegenüber Marie, eine mürrische Qualmfee, aber mit einer sehr liebenswürdigen Seite. Das Ermittlerduo ergänzt sich wunderbar und mit ihnen von der Partie ist der Zinnsoldat Zinobi.

Besonders gut als Einstieg empfand ich die zwei Kurzgeschichten, die vor dem eigentlichen Roman kommen. Sie haben vorweg einige Fragen geklärt, die Personen vorgestellt und mich sehr neugierig gemacht! Beide Kurzgeschichten hatten ein gutes Tempo und mir gefielen die amüsante Einleitungen von Archibald Leach (Reihe: Archibald Leach Reihe - Martin Schlierkamp).

"Behäbiger Schneefall setzte ein und wuchs sich bald zu Schnellfall aus. Über den Feldern links und rechts erhoben sich die klammen Gliedmaßen erster dunstgespenster und schwebten über den rasch anwachsenden weißen Hügeln. Bleiche Flocken sprenkelten die graue Wolkenwand wie eine kuschelversessene Schar Sterne das Firmament." - S. 195

Das Buch ist ein richtiges Erlebnis! Einzigartig, anders, verschroben, aufregend und gibt einen tollen Einblick in das Steampunk Genre. Es erwartet dich eine Serie von Trollmorden, eine seltsame Dame und fiese Mordanschuldigungen...begib dich auf eine Reise in ein Berlin zu Bismarks Zeiten, in denen die Straßen von mechanischen Picknators gereinigt wird und ein Klankugelkommunikator die Stadt bald revolutionieren soll!

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Eigensinnige Detektivgeschichten mit feinem Humor
»Was liest Du?«-Rezension von Naoki, am 07.01.2017

Das Buch um Erasmus Emmerich und seiner Qualmfee Marie war für mich ein gelungenes Experiment (wer den Roman gelesen hat, wird den Humor erkennen). Es vereint bereits erschienene Kurzgeschichten und eine Hauptgeschichte, die das Herzstück des Romans ist.

 

Die bildhafte Sprache und die abwechslungsreichen Ideen ließen die Steampunkwelt vor meinen Augen entstehen. Die Ideen, mit denen das Berlin Bismarcks umgebaut wurde, sind im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch. Sprachlich ist Bodes Stil gewöhnungsbedürftig, aber damit auch einzigartig. Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch weglesen kann, aber das Spiel mit Sprache macht an einigen Stellen richtig Spaß, auch wenn es mir an anderen eine Spur zu dick aufgetragen war. Gerade die Einwürfe des Universums als stiller Beobachter waren mir meist zu viel und zu weit hergeholt.

 

Was mich wirklich positiv überrascht hat ist die ausgezeichnete Qualität des Drucks. Illustrationen und Schrift sind gestochen scharf, die gesamte Verarbeitung ist deutlich besser als bei vielen Büchern aus anderen kleinen Verlagen.

 

Fazit: Ein toller, eigensinniger Roman für Fans von Steampunk und außergewöhnlicher Sprache und Humor. Es war zwar nicht ganz mein Humor, aber es tat gut, mal etwas so Außergewöhnliches und Neues zu lesen.

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