Fürchtet euch (Taschenbuch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem CWA Dagger for Best First Crime Novel 2012

Wiley Cash

Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Taschenbuch
Für Bewertung bitte einloggen!

"Ein Roman von geradezu hypnotischer Stärke - zutiefst erschütternd und großartig erzählt." The New York Times In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem... (weiter)

€ 9,99 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 6,99
  • sofort lieferbar ?
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Wiley Cash
Übersetzung Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Edition 5. Aufl.
Seiten 347
EAN 9783596194438
Sprache deutsch
erschienen bei FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum 25.04.2013
Ursprungstitel A Land More Kind Than Home
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.6 | 71 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.9 |  34 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.4 |  37 Bewertungen

5 Sterne
( 4 )
4 Sterne
( 17 )
3 Sterne
( 6 )
2 Sterne
1 Stern

Ein Buch, was unter die Haut geht...
»Was liest Du?«-Rezension von Shellys Lesemomente, am 22.08.2015

Inhalt:
Ein kleiner Junge namens Christopher lebt zusammen mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Jess in der kleinen Gemeinde Marschall in den Bergen North Carolinas. Ein kleines Familienglück, wie man auf Anhieb denkt. Doch leider kann Christopher seit der Geburt an nicht reden und sollte an einem Sommertag in der Kirche „geheilt“ werden. Doch genau das Gegenteil ist passiert: der kleine stumme Junge ist ums Leben gekommen. Der Sheriff Clem Barefild hat sich diesen Fall angeschlossen, und während seiner Ermittlungen erfährt er so manche „unchristlichen“ Sache über diese Kirche, sowie über den Prediger Carson Chambliss. Was jedoch niemand wusste, dass Christophers jüngerer Bruder Jess ein paar Tage vorher auf ein Geheimnis gestoßen ist, welches noch in eine große Katastrophe endet.

 

Meine Meinung:

Aufmerksam auf dieses Buch bin ich vor paar Jahren durch andere Blogger geworden. Die Meinungen zu diesem Buch sind sehr auseinander gegangen und ich muss gestehen, gerade so etwas reizt mich dann immer sehr. Somit hab ich es mir später selbst gekauft, um mir meine Meinung zu bilden. Und ich muss sagen, bereuen tue ich es nicht. Denn...

Das Cover mit seinen gelbbraunen Farben, wo man im Hintergrund eine Kirche sieht, im Vordergrund ein Kornfeld mit einem kleinen Jungen, zeigt uns gleich, worum es sich in diesem Buch handelt. Es gibt dem Leser das Gefühl, dass es auf dem Land spielt, weit weg von einer großen Stadt. Dass eben die Kirche eine große Rolle spielt, weil sie mit ihrem dunklen Gebäude sehr ins Auge sticht, sowie um einen kleinen Jungen, der schüchtern nach unten schaut, als ob er Angst hätte, etwas zu sagen.

Den Schreibstil, den Wiley Cash anwendet, ist sehr einfach gehalten. Er beschreibt die Geschichte  aus 3 Perspektiven, bzw. 3 verschiedene Charaktere, die sehr gut aufeinander abgestimmt sind und somit der eigentliche Verlauf der Geschichte nicht verloren geht. Erzählt wird allgemein in der Vergangenheitsoptik, und der Leser bekommt auch das Gefühl, als ob die 3 betroffenen Personen vor einem sitzen und es ihm persönlich erzählen. Die Kapitel dabei sind kurz bzw. mittellang gehalten, dabei springt Wiley Cash immer ein wenig zwischen den 3 Charakteren hin und her, was er aber bei der Kapitelüberschrift kennzeichnet. Die Spannung dabei baut er schon gleich am Anfang auf und erhält sie auch recht gut, was bis zum Schluss noch mal kräftig ansteigt.

Was Wiley Cash ganz besonders gut in diesem Buch hineinbringt ist der Glaube von der Kirche. Er zeigt uns nicht den typischen Gottesdienst, den wir kennen, sondern auf eine andere Art und Weise. Für manche sogar eine abstoßende Art, wie man so seinen Glauben vertreten kann. Der Autor zeigt uns somit, wie andere Glaubensrichtungen leben und was sie alles tun, um erhört zu werden.

Zu den 3 Charaktere:
Adelaide Lyle ist eine sehr alte Frau, die schon sehr lange in dieser Gemeinde lebt. Sie war früher einmal selbst in der Kirche gewesen, jedoch durch ein traumatisches Erlebnis hat sie der Kirche den Rücken zugedreht und hat es sich als Aufgabe genommen, die Kinder der Gemeinde zu beschützen.
Sie spielt in der Geschichte eine Rolle, die Geborgenheit und Sicherheit übermittelt. Aber auch von Stärke, weil sie eigentlich nur selbst die Wahrheit und den Frieden in ihrer Gemeinde möchte.

Jess Hall ist der kleine Bruder von Christopher und somit auch seine „rechte Hand“. Er war immer für den stummen Christopher da, und hat viel mit ihm unternommen. Dabei geraten jedoch beide Brüder einem Geheimnis auf die Spur, welches sehr auf sie lastet. Er bringt in dieser Geschichte das kindliche, verspielte mit rein, aber auch die Trauer, die Angst und die Ehrfurcht, was alles nach dem Tot seines Bruders hervorbringt.

Clem Barefield ist der Sheriff, der sich um diesen Fall kümmert. Er wohnt schon seit Jahren in dieser Gemeinde und hat so manche Bürger groß werden sehen. Jedoch ist er kein Mitglied von der Kirche und weiß somit nicht, was genau in der Kirche vor sich geht, welches seinen Ermittlungen etwas bremst. Und durch seine Art, wie er die Ermittlungen führt, kommt ein Teil seiner Vergangenheit selbst wieder zum Vorschein.


Mein Fazit:
Es sind teilweise erschütternde Eindrücke von einer Kirchengemeinde, die uns Wiley Cash in seinem Roman „Fürchtet euch“ bietet. Es ist ein Buch, was manch einer Person zum Nachdenken anreizt. Mit einer leicht vorhanden Spannung, Trauer und Ängste erzählt er uns über den Tot von dem stummen Jungen Christopher, der auf einer Abendmesse ums Leben kam. Jeder, der Thriller mag, die mit nicht so viel Blut passieren, aber trotzdem unter die Haut gehen, kann ich dieses Buch empfehlen. Ich selbst denke noch oft über das Gelesene nach, und mich hat schon lange kein Buch mehr so gefesselt. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch:  5 von 5 Sternen

mehr zeigen ...

Hat mich überfordert...
»Was liest Du?«-Rezension von Katharina, am 08.08.2014

Der erste Eindruck:

Man sieht dieses Buch im Buchladen und wird förmlich angezogen von dem zugegeben sehr imposanten Cover: Denn im Grunde wirkt das Kornfeld mit dem gedankenverlorenen Jungen so idyllisch und so unschuldig und betrachtet man nur diesen Teil des Covers könnte man glatt mit einer schönen Familiengeschichte rechnen. Ich finde, an dieser Stelle wird bereits das erste mal im Cover der Bezug zur Sekte deutlich, denn nach außen hin vermitteln religiöse Glaubensgemeinschaften auch eher einen Eindruck von Geborgenheit, Gemeinschaft und vor allem, dass sie harmlos sind. Jedoch wird am Horizont durch eine bedrohlich wirkende Kirche und eine zunehmende Verdunkelung der Farbe verdeutlicht, dass dies definitiv nicht der Fall ist. Denn in diesem Teil wird die drohende Gefahr durch diesen Glauben schon einmal deutlich... Mir gefiel das Cover wirklich sehr gut, allerdings ist es auch schon so ziemlich das einzige, das mir an dem Buch immer noch gefällt, da es in seiner Eindeutigkeit einfach nicht falsch interpretiert werden kann. Anders das Buch.

 

Inhalt:

Wir befinden uns in den 80er Jahren in einer ländlichen Bergregion in North Carolina, in der wir eine ganz besondere „Gemeinde“ kennenlernen. Ihr Oberhaupt ist ein Fanatiker, der sich selbst als die Hand Gottes inszeniert und eine Menge Macht auf die Gemeindemitglieder ausübt. Allerdings wird diese Macht nicht selten von ihm dazu missbraucht, Menschen durch seine eigenartigen Praktiken in lebensgefährliche Situationen zu bringen. Doch seine Anhänger sind ihm erlegen, sie nehmen alles so hin, bis an einem Sonntagabend alles anders wird: Ein stummer Junge sollte am Abend in dem Gottesdienst „geheilt“ werden, doch er überlebt nicht und nur sein kleiner Bruder kennt die Wahrheit über seine Todesumstände. Denn er hat Dinge beobachtet, die nicht für seine Augen bestimmt waren...

 

Meine Meinung:

Zunächst einmal war ich regelrecht begeistert von „Fürchtet Euch“, da die Gemeinde gut charakterisiert wurde und man sich sofort in einer sehr düsteren und bedrückten Atmosphäre wiederfindet.  Der Autor schockt einen zunächst sehr, berichtet von einer Aussteigerin und baut große Erwartungen auf. Das Fundament für einen spannenden Krimi war gelegt.

 

Doch der Krimi kam einfach nicht. Für mich wurde die Geschichte schnell undurchsichtig, unübersichtlich und ich habe schnell nicht mehr viel verstanden. Der Autor verliert sich in zusammenhanglosen Rückblicken, die die Geschichte ziehen und sie nicht wirklich voranbringen. Ich meine, einige und vor allem kurze Rückblenden steigern ja durchaus die Spannung, aber eine Rückblende in einer Rückblende in Rückblende wird mir dann doch zu viel. Ferner verwirrt er den Leser durch nur schwer nachvollziehbare Zeitsprünge, die man sicherlich auch verständlicher hätte anlegen/umgehen können. Denn im Grunde interessierten mich diese ganzen Nebeninformationen gar nicht, ich wollte doch nur wissen, was mit Christopher passiert ist!

 

Und so wartet man die ganze Zeit auf eine Auflösung, geduldig kämpft man sich durch die Rückblenden und erhält am Ende nur eine halbe Aufklärung. Man bekommt zunehmend das Gefühl, der Autor schreibe am Thema vorbei und verliere Christophers Tod aus den Augen.

 

Ansonsten kann man „Fürchtet Euch“ zugute halten, dass es außerordentlich gut recherchiert war und gegen Ende doch ein wenig (immerhin) bewegend wurde, jedoch mit dem starken Auftakt nicht mehr mithalten konnte.

 

Mein Fazit:

Dieses Buch trumpft durchaus mit sehr viel Durchdachtheit und metaphorischer Tiefe, allerdings muss man da wohl eher eine kriminalistische Spürnase sein, um den wirklichen Sinn hinter dem Text zu entschlüsseln. Mir jedenfalls hat er sich nicht erschlossen und so war ich nunmehr enttäuscht davon, wie der Autor den roten Faden verlor und mich somit immer mehr aus der Handlung ausschloss, weil ich einfach nicht mehr mitkam.

 

Ich kann allerdings auch nachvollziehen, warum so viele das Buch mochten, da es nicht nur einen außerordentlich starken Auftakt bot, sondern auch durch seine Strukturierung viel Freiraum für verschiedene Interpretationen lässt. Dafür muss man dieses Buch aber wirklich in seine Einzelteile zerlegen und analysieren... mich hat es einfach überfordert! Wir haben es hier also definitiv nicht mit einer Feierabend-Lektüre zu tun!

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

"Ein Roman von geradezu hypnotischer Stärke - zutiefst erschütternd und großartig erzählt." The New York Times In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem heißen Sommertag das Unfassbare. Der dreizehnjährige Christopher Hall kommt während der Abendmesse ums Leben. Der Junge hat noch nie ein Wort gesprochen. Deshalb sollte er an diesem Sonntag in der Kirche "geheilt" werden. Niemand aus der Gemeinde will sich zum Tod des Jungen äußern. Auch der charismatische Prediger Carson Chambliss, der selbsternannte Erlöser im Ort, schweigt zu dem Vorfall. Was jedoch keiner in Marshall ahnt: Christophers jüngerer Bruder Jess hat das Geschehen in der Kirche an dem Tag, als sein Bruder starb, von außen beobachtet. Und Jess weiß, was er gesehen hat. Er weiß auch, was Christopher und er nur wenige Tage zuvor in ihrem Elternhaus gesehen haben. Als Jess sein Wissen teilt, spitzt sich die Situation zu, und es kommt zur Katastrophe. New York Times Bestseller Von Kirkus Reviews und Library Journal zum besten Roman 2012 gewählt Ausgezeichnet mit dem Dagger Award für den besten Debütroman