Homo Deus

Homo Deus (Buch)

Eine Geschichte von Morgen

Yuval Noah Harari

Übersetzung: Andreas Wirthensohn

Buch
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In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In "Homo Deus" stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit... (weiter)

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Details
AutorIn Yuval Noah Harari
Übersetzung Andreas Wirthensohn
Edition 10. Aufl.
Seiten 576
EAN 9783406704017
Sprache deutsch
erschienen bei Beck C. H.
Erscheinungsdatum 17.02.2017
Ursprungstitel Homo Deus. A Brief History of Tomorrow
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 19 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.6 |  8 Rezensionen
davon Bewertungen:
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Der Algorithmus des Lebens
»Was liest Du?«-Rezension von Aacher, am 09.10.2017

Es ist wahrhaftig nicht einfach, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben. Die meiste Zeit kam ich mir wie in einer Vorlesung eines sehr gut aufgelegten Professors vor, der mich mit Daten, Fakten, historischen Wissen überrollte und dann, wenn ich irgendwas verarbeitet hatte und meine Hand hob, um eine Frage zu stellen, schon zehn Meter weiter war, so dass ich mit einem gemurmelten "Ja, aber ..." verstummte. Es ist also angeraten, das Buch vielleicht häppchenweise zu lesen, wirklich Kapitel für Kapitel (und idealerweise mit anderen zu besprechen).

Harari nimmt uns auf einen Trip mit. Um auf die Zukunft zu kommen, wie er sie sieht (und mir durchaus möglich, wenn auch nicht in jeder Form zwingend erstrebenswert erscheint) beleuchtet er die Aspekte der Menschheit. Was macht den Menschen aus, wie konnte er sich vom Tierreich abheben, was unterscheidet ihn von anderen Rudeln, Horden, Herden, Rotten und Scharen intelligenter Lebewesen auf der Erde? Nicht viel anscheinend, außer dass wir gelernt haben, uns zu vernetzen. Und wo wird uns die Zukunft hinbringen? Im ersten Moment entwirft er fast eine Art Utopie: keine Kriege mehr, Gesundheit, Glück, ewiges Leben. Und wie soll das bewerkstelligt werden? Durch Algorithmen. Denn das sind wir alle wohl, nicht mehr, nicht weniger.

Die Antwort erscheint im ersten Moment absurd, vielleicht erschreckend, aber nicht unlogisch, was uns aber auch von der Utopie einer Dystopie näherbringt. Denn wenn wir Algorithmen sind, sind wir eher fehlerhaft. In Zukunft werden Algorithmen das Steuer in die Hand nehmen, denen keine (erkennbare) Fehler mehr unterlaufen werden. Schon heute ist in der Datensammlung so viel möglich und üblich, dass es nur noch erschrecken kann, die Zukunft ... wird vielleicht nicht mehr die unsere sein. Harari ist ein Dozent, der seinen Studenten mehr Fragen als Antworten liefert und vielleicht, so sagt er selbst, irrt er sich. (In vielen Dingen mag man das hoffen.) Er schreibt lebendig, sein Unterricht wirkt nicht einschläfernd, und er liebt es zu provozieren. Ich hätte mir mehr "morgen" als "Geschichte" gewünscht, weniger Wiederholungen, aber das Buch hat eines auf jeden Fall geschafft: dass ich gedanklich immer wieder dahin zurückkehre, Wissen neu bewerte, Erkenntnisse vergleiche. Mehr kann sich ein Prof von einem aufmerksamen Student kaum wünschen.

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Die Gestaltung unserer Zukunft hängt davon ab, wem wir die Verantwortung dafür überlassen.
»Was liest Du?«-Rezension von Fasersprosse, am 14.09.2017

Gestern – heute – morgen. Die Entwicklung des Menschen vom aufrechten Gang hin zu einem Homo Deus, der sich über alles erhebt, nach seinen Maßstäben gottgleich in die Natur eingreift, sie bis zum Kollaps plündert, Gene verändert und sich selbst optimiert.

Harakiri schaut genau hin und zeigt ein breites Spektrum von desolaten Möglichkeiten und Visionen auf, wie unsere Zukunft gestaltet sein kann. Dazu greift er in die Schatzkammern der Geschichte, der Wissenschaften und Ideologien und verdeutlicht den Ablauf mit stark akzentuierten Beispielen.

Zum Bewusstmachen ergründet er relevante Themenbereiche. Unter anderem: Seele, Bewusstsein, Freier Wille, Geist, Emotionen, Empfindungen, Wertewandel, Biotechnologie, Cyborg, nicht organische Lebewesen, Wissen, Religionen, Ideologien, politische Systeme, Humanismus, Dataismus.

Was erwartet uns? Den Kampf gegen Hunger, Krankheit und Krieg hat die Menschheit dahingehend gewonnen, dass diese nicht mehr ausschließlich das Leben auf der Erde bestimmen. Aus diesem Fortschritt heraus erfolgt nun ein Streben hin zur Unsterblichkeit, zum Glück, zu einer Existenz, die der Göttlichkeit gleichkommt. Die Ressourcen werden nun zum upgraden des Menschen eingesetzt, zu einem „höherwertigem menschlichen Modell mit optimierten körperlichen und geistigen Fähigkeiten“. Algorithmen durchdringen alle Lebensbereiche und steuern unsere Emotionen und Wünsche. Die Macht verschiebt sich zu den Kräften des Marktes.

Welchen Preis zahlen wir dafür, wenn sich die Maßstäbe, die wir selbst entwickelt haben, über uns erhöhen und wir die Kontrolle abgegeben haben? Wir machen uns dadurch selbst überflüssig.

Hararis Monumentalwerk beginnt mit einer umfangreichen Einleitung und ist anschließend in drei Teile gegliedert. Es ist vollbepackt mit Informationen, die seine Betrachtungen belegen. Seine Darstellung fordert heraus, löst Bestürzung und Empörung aus und appelliert, sich die dringlichsten Fragen zu stellen und zu beantworten.

Ich bin beeindruckt von seinem Werk. Einiges war mir bekannt, einiges neu, doch es hat in seiner Gesamtheit dazu beigetragen, dass ich mir von den Dimensionen ein profundes Bild machen konnte. Seine Herangehensweise fand ich vielschichtig und seine urteilsfreie, mit einer gelegentlichen Prise Humor unterlegte Kontroverse hat dazu beigetragen, dass dieser Sachbuch-Wälzer ein kurzweiliger Lesegenuss war. Die Übersetzung fand ich hervorragend. Meiner Meinung nach ist seine Publikation ein wichtiger und wesentlicher Beitrag dazu, die Vorgänge zu erkennen und entsprechend zu handeln, so dass keine seiner vorgestellten beklemmenden Möglichkeiten unsere reale Zukunft wird.

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In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In "Homo Deus" stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen - schöpferische wie zerstörerische - und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind.