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Rezensionen
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Ø4.5 | 35 Meinungen

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Ø 4.6 |  12 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.4 |  23 Bewertungen

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Nie war Geschichte spannender!
»Was liest Du?«-Rezension von Vanessa, am 22.01.2014

Der Thriller "Intrige" von Robert Harris dreht sich um die wahre Geschichte von Alfred Dreyfus, einem jüdischen Hauptmann, der einem Justizirrtum unterliegt und jahrelange Qualen ertragen muss. Oberstleutnant Piquardt ist der Einzige im Kriegsministerium, der an seine Unschuld glaubt und die Beweise richtig auslegt. Doch kann diese Tatsache den armen Dreyfus aus seinem Schicksal retten?

Als ich das Cover sah, musste ich den Klappentext lesen, dachte ich doch einen brillianten Thriller. Denn das Cover sieht umwerfend gut aus, gerade weil es relativ schlicht gehalten ist. Als ich dann las, dass es sich um einen wahren politischen Fall dreht, war ich erst einmal abgeschreckt und fragte mich - wie spannend kann Politik schon sein? Ich kaufte mir das Buch trotzdem, ich wollte lediglich mal reinlesen und es sonst an meine Mutter abtreten. Aber nichts da, denn wie sich herausstellte, können Politik und Geschichte furchtbar spannend und nervenaufreibend sein.

Denn genau das ist der Thriller von Harris - nervenaufreibend. Man erfährt schon sehr früh (sogar schon im Klappentext), dass Dreyfus vermutlich tatsächlich unschuldig ist. Und doch wird er verurteilt, verbannt, gefoltert. Piquardt versucht als Einziger aus dem Geheimdienst, Dreyfus' Ehre wieder herzustellen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch genau das versucht der Rest des Geheimdienstes zu vertuschen. Harris hat sich angesichts des NSA-Skandals einen tollen Zeitpunkt ausgesucht (ob bewusst oder unbewusst), um sein Buch in Deutschland zu veröffentlichen. Denn in "Intrige" werden die geheimen Aktivitäten dargelegt und wie sehr alles außer Kontrolle geraten und ins Negative gedreht werden kann.

Es ist so furchtbar die Wahrheit zu wissen und doch glaubt sie keiner und keiner will sie wissen. Man fühlt durch Harris großartigen Schreibstil wahrhaftig mit Piquardt mit. Ich war nach der Lektüre des Buches noch eine Ewigkeit mit den Gedanken bei Dreyfus. Und das war ganz besonders schlimm, wenn man sich in Erinnerung gerufen hat, dass das alles tatsächlich passiert ist.

Ich habe dieses Buch sehr genossen, obwohl ich danach keine Fingernägel mehr hatte. Ich danke Robert Harris von ganzem Herzen für dieses einmalig gute Buch und empfehle jedem - auch wenn ihr euch nicht für Politik oder Geschichte interessiert - lest es! So einen guten Politthriller darf man einfach nicht verpassen!!

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Spannend!
»Was liest Du?«-Rezension von westeraccum, am 14.01.2014

Wir haben alle mal in der Schule davon gehört: Die Dreyfus-Affäre erschütterte Frankreich im ausgehenden 19. Jahrhundert und Emile Zolas "J'accuse!" gehört zu den herausragenden journalistischen Taten der Weltgeschichte.

Harris schildert den weltweit Aufsehen erregenden Fall aus der Sicht des Geheimdienstchefs George Picquart, der maßgeblich zur Aufklärung des Falles beitrug und dafür lebensgefährliche Risiken einging.

Harris schreibt flüssig und gut lesbar, er versteht sein Handwerk, wie er schon in vielen seiner früheren Werke bewiesen hat. Als sich am Ende die Vorwürfe gegen Dreyfus in Luft auflösen, fragt man sich unwillkürlich, wie das französische Kriegsministerium und die Beteiligten des Gehimdienstes ihren Kopf aus der Schlinge ziehen wollen und das Buch wird richtig spannend.

Mir persönlich kommt der historische Hintergrund etwas zu kurz, da bleibt das Buch weitgehend oberflächlich. Auch Dreyfus bleibt blass im Hintergrund.

Manchmal glaubt man schon das Drehbuch für einen sicher spannenden Film zu lesen. Und der wird auf der Grundlage des Buches sicher kommen!

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