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Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 17 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.6 |  10 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.4 |  7 Bewertungen

5 Sterne
( 4 )
4 Sterne
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3 Sterne
2 Sterne
1 Stern

Ein wundervoller Roman
»Was liest Du?«-Rezension von nimithil, am 19.08.2017

"Ich ließ den Spiegel sinken und mein Herzschlag stockte. Ich erkannte mich selbst nicht wieder. War so etwas überhaupt möglich, dass man sich selbst vergaß? "

Zum Buch
Marc erreicht als diensthabender Arzt eine Unfallstelle. Er kann es gar nicht glauben, dass bei diesen schweren Unfall die Fahrerin des Wagens noch lebt. Er birgt sie mit aus dem Wrack und begleitet sie bei ihrer Rehabilitation. Dabei trifft er auch wieder auf seine Exfreundin, welche ihm einige Hindernisse in den Weg legt.
Franziska wacht, in Dreck liegend, auf einer Straße im alten Cölln auf. Sie erinnert sich an kaum etwas - lediglich ihr eigener Name und der Name Mario fallen ihr wieder ein. Zu Beginn kommt sie bei Antonio unter, wundert sich jedoch immer wieder über ihre eigene Situation.
Mia ist eine junge Frau, welche probiert Oliver aus dem Weg zu gehen. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, den Mark's bester Freund ist ihr Arbeitskollege.
Das Cover des Buches stich besonders durch die düstere Darstellung hervor. Auf den Cover werden alte und neuere Gebäude dargestellt, wodurch Vergangen und Gegenwart symbolisiert werden. Die Rückenansicht der Frau repräsentiert für mich Franziska, da diese nicht weiß wer sie ist. Während des Lesens entdeckt  der Leser die Elemente des Covers wieder - ein Bezug der für mich wichtig ist.

Der Schreibstil ist flüssig und ist entsprechend der Zeit gewählt worden. Die Kapitel werden je nach Zeit grafisch anders hervorgehoben, so dass man mit einem Blick auf die Seite direkt identifizieren kann in welcher Zeit man sich aktuell befindet. Weiterhin werden Kapitel die eher selten auftreten als Intermezzo dargestellt. Die Kombination der verschieden Elemente war zu Beginn gewöhnungsbedürftig, doch ich habe mich schnell eingefunden. Die Kapitel sind mir zeitweise zu kurz gehalten, so wird man als Leser schnell hin und her geworfen. Auf den 252 Seiten gibt es 56 Kapitel, dass wäre knapp 5 Seiten pro Kapitel.

Die Handlung zu verfolgen hat mir Spaß gemacht und auf die Auflösung wer Franziska nun ist habe ich gespannt gewartet. Es gab die ein oder andere Überraschung und es werden immer wieder neue Fragen aufgeworfen, so dass es nie langweilig wurde. Am Ende haben sich die Dinge aufgelöst und die Fragen soweit beantwortet. Es gab durch Patientin von Mark immer wieder Einblicke in die Intensivstation oder andere medizinische Bereiche. Dies klang sehr glaubhaft und ich war interessant gestaltet, besonders auch, da die Autorin dort selber Erfahrung hat. Da ich noch nie in einer solchen Situation war, kann ich es selber nicht vergleichen.

Es gibt eine Vielzahl von Protagonisten, welche interessant, vor allem aber auch authentisch dargestellt werden. Es wird aus der Perspektive von vielen geschrieben, so dass man als Leser schnell in eine neue Person eintauchen kann. Man lernt mehrere Facetten kennen, welche dem einzelnen Charakter die jeweilige Tiefe verleihen. 

Fazit
Ein wundervoller Roman, welchen ich gerne 4,5 Sternchen gegeben hätte (jedoch vergebe ich keine halben). Er weist authentische Charaktere, einen wunderbar flüssigen Schreibstil und vor allem eine interessante Handlung auf. Ich hatte lediglich zu Beginn ein paar Einfindungsschwierigkeiten und im Vergleich zu anderen Büchern, welche ich las war es nur minimal schwächer. Dies liegt vielleicht auch daran, dass es sich um ein ernsteres Thema handelt. 
 

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Ein außergewöhnlicher und toller Lesespaß
»Was liest Du?«-Rezension von Martina Suhr, am 10.10.2016

Mit diesem Buch habe ich lange geliebäugelt. Das Cover ist sehr stilvoll, aber eher schlicht gehalten und entfaltet seinen ganzen Charme erst in der näheren Betrachtung aller kleinen Details, nachdem man die Geschichte gelesen hat.

Sprachlich hat mich Charlotte Zeiler absolut überzeugt. Ihre Beschreibungen und Figuren sind gut durchdacht und recherchiert, was die Erzählung sehr lebendig und authentisch macht. Anfangs haben mich die zwei Hauptstränge, die in unterschiedlichen Zeiten spielen, und die vielen Namen etwas irritiert, aber zu keiner Zeit so, dass ich das Buch überfordert oder genervt weggelegt hätte. Alleine schon die unterschiedlichen Zeiten, in denen die Handlung spielt, bedingen automatisch eine Fülle an Charaktere und Orten, die man erst mal einordnen und kennenlernen muss. Die Kapitel spielen immer abwechselnd in der Vergangenheit und in der heutigen Zeit. Da sie allesamt relativ kurz gehalten sind, springt man recht häufig zwischen den Situationen hin und her und hat dadurch manchmal so ein wenig das Gefühl, mitgerissen zu werden. Oft enden die Abschnitte auch mit gemeinen kleinen Cliffhangern und man weiß dann genau, „grrrr, ich muss jetzt wieder ca. drei Kapitel lesen, da das nächste in unserer Zeit garantiert erst mal noch aus einer anderen Perspektive erzählt wird“. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ich lese Bücher besonders gerne, wenn ich die Protagonisten sympathisch finde und die Autorin hat in diesem Fall eine ganze Menge solcher Charakter erschaffen. Das Buch hat mich fasziniert, denn man muss es bis zum Ende lesen, um zu verstehen, wie alles miteinander verbunden ist. Ich will auch gar nicht sonderlich weiter darauf eingehen, denn ich denke, alles was ich sagen würde, könnte euch den Spaß rauben und euch spoilern.

Mein Fazit

Ein außergewöhnliches Buch, das Historie mit etwas Drama, einem Hauch Liebe und einer Portion Fantasy verbindet. Auch wenn mich die Informationsfülle anfangs etwas gefordert hat, so ließ mich die Geschichte dennoch nicht los und ich wollte wissen, wie es weitergeht. Ich bin beeindruckt, wie viele kleine Details Charlotte Zeiler in ihrer Geschichte verbaut hat. Man merkt, dass sie jahrelang an ihr gearbeitet und gefeilt hat und ich muss gestehen, ich kann den zweiten Teil kaum erwarten. Ein Buch, zwei unterschiedliche Zeiten und so viele verschiedene Sichtweisen und Interpretationen. Ein Lesegenuss, der im Kopf nachwirkt. Danke, liebe Charlotte.

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