Meine geniale Freundin

Meine geniale Freundin (Buch)

Kindheit und Jugend. Roman

Elena Ferrante

Übersetzung: Karin Krieger

Buch
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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis... (weiter)

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Details
AutorIn Elena Ferrante
Übersetzung Karin Krieger
Edition 12. Aufl.
Seiten 422
EAN 9783518425534
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp
Erscheinungsdatum 25.08.2016
Ursprungstitel L'amica geniale
Stichwörter Neapel
Mafia
Weltliteratur
Frauen
21. Jahrhundert
Rezensionen
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Kindheit in Neapel
»Was liest Du?«-Rezension von ulrike rabe, am 25.02.2018

Im Neapel der 50er Jahre wachsen Elena und Lina (von Elena immer nur Lila genannt) im heruntergekommenen Stadtteil Rione auf. Ein einschneidendes Erlebnis macht die beiden Mädchen zu Freundinnen fürs Leben.

Obwohl die gemeinsame Herkunft in der ärmlichen Umgebung sie verbindet, könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein. Elena, Tochter eines Pförtners, ist ein liebes kluges angepasstes gefälliges Mädchen, sie lernt eifrig und wird deshalb von ihrer Lehrerin auch gegen den Willen der Eltern gefördert. Lila die Schusterstochter hingegen ist vorlaut, frech, manchmal fast durchtrieben. Obwohl Lila überaus intelligent ist, lassen ihre Eltern sie keine weiterführende Schule besuchen.

Elena, die Erzählerin, bringt uns die Geschichte einer Kindheit sehr lebhaft nahe. Im  Rione tummeln sich einfache, kinderreiche Familien, ständig im Kampf um das tägliche Bemühen. Freundschaften, Feindschaften, erste Liebschaften, die Furcht und Ehrfurcht vor den Camorristi, Anerkennung und Unterwerfung, der Wunsch nach Bildung und einem anderen Leben bestimmen die Tage der Mädchen.

Elena Ferrante hat mit ihrem Auftakt der Neapolitanischen Saga ein wundervolles Buch über das Erwachsenwerden geschrieben. Detaill- und facettenreich spart sie aber auch nicht - unterhaltsam gut verpackt - an sozialer und gesellschaftlicher Kritik. Der lange Weg in die Unabhängigkeit der Mädchen beginnt mit diesem Band, dem noch drei weiter folgen durften.

 

 

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Auftakt einer Neapolitanischen Saga
»Was liest Du?«-Rezension von Sommerzauber02, am 05.02.2018

Im ersten Band dieser Saga erzählt die Autorin Elena Ferrante die Kindheit und Jugendzeit der beiden Freundinnen Elena Greco und Raffaella Cerula – genannt Lila – in einem kleinen Stadtteil im italienischen Neapal. Im Viertel leben mehrere Familien mit ihren Kindern, wobei die meisten Familien mindestens drei Kinder haben. Die beiden Freundinnen wurden während des Zweiten Weltkrieges hineingeboren, und erleben nun die Nachkriegszeit in Neapel. Lilas Vater besitzt eine Schusterwerkstatt, und Elenas Vater arbeitet als Pförtner. Lila wird dazu erzogen, in das Handwerk der Familie hineinzuwachsen, was ihr auch Spaß macht. Aber noch mehr Ehrgeiz zeigt sie für die Schule, für Sprachen und unterschiedliche Wissensgebiete. Irgendwann soll Lila nur noch in der Werkstatt mit ihrem Bruder Rino arbeiten. Dagegen darf Elena sogar später zum Gymnasium gehen, was sie sich allerdings erkämpfen musste. Als beide Mädchen in die Pubertät kommen, entsteht ein kleiner Konkurrenzkampf, zumindest aus der Sicht von Elena, weil Lila bei Jungen mehr Chancen hat als Elena. Elena wirkt schüchtern, und geht distanziert auf die Jungen los. Zwischen den Familien existiert auch Ärger, denn unter ihnen ist ein Familienvater, der zum Mörder wurde, und mittlerweile im Gefängnis seine Strafe absitzt. Aufgrund dessen gehen sich die jungen Leute in dem Viertel zum Teil aus dem Weg.

Man könnte meinen, Elena Ferrante erzählt ihre eigene Familiengeschichte der fünfziger Jahre im letzten Jahrhundert. Einfache Handwerker- und Kaufmannsfamilien bilden diese Geschichte, wobei allerdings beim Lesen der Überblick bei den neun Familien und ihre Kinder manches Mal verloren gehen, obwohl am Anfang des Buches kurze Beschreibungen der Familien aufgestellt sind. Somit ist es beim Lesen eine kleine Herausforderung, die Familien, vor allem die Kinder, auseinander zu halten. Ebenso wirkt der Erzählstil eher monoton, denn es ist eher ein Erzählstil, der die Ereignisse beschreibt. Es fehlt an Höhen und Tiefen in den Szenen. Die Figuren entwickeln sich zwar weiter, aber es fehlt eine gewisse Spannung. Dadurch wirkt der Roman teilweise langatmig und langweilig.

Da dieser Band der Auftakt ist, und der zweite Band bereits vorliegt, hoffe ich, dass die Geschichte interessanter und spannender wird, wenn die beiden Freundinnen nun älter und reifer werden. Ohne Vorbehalte werde ich nun direkt im Anschluss den zweiten Band im aktuellen Monat lesen, um ja nicht den Faden zu verlieren.

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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen. Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte. Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen. Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden? Elena Ferrante hat ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft geschrieben, ein von hinreißenden Figuren bevölkertes Sittengemälde und ein zupackend aufrichtiges Epos - über die rettende und zerstörerische, die weltverändernde Kraft einer Freundschaft, die ein ganzes langes Leben währt.