Murder Park (Taschenbuch)

Thriller. Originalausgabe

Taschenbuch
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Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark - bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber... (weiter)

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Details
AutorIn Jonas Winner
Seiten 416
EAN 9783453421769
erschienen bei Heyne
Erscheinungsdatum 08.06.2017
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 100 Meinungen

davon Rezensionen:
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Das Grauen kommt zurück und immer näher
»Was liest Du?«-Rezension von Ilona Rehme, am 21.10.2017

Nach „Der Architekt“ und „Die Zelle“ war dies mein drittes Buch von Jonas Winner und noch bin ich hin- und hergerissen.
Im Gegensatz zu den beiden Erstgenannten hatte ich Schwierigkeiten den Einstieg zu finden, obwohl mir die Geschichte von Anfang an Lust auf das Buch gemacht hatte.

Paul ist ein junger Journalist, der ausgewählt wurde, gemeinsam mit 11 anderen Personen eine kurz vor der Eröffnung stehende Vergnügungsstätte auf einer Insel vor der amerikanischen Ostküste zu besuchen. Zodiac Island war einst ein berühmter Freizeitpark mit diversen Attraktionen und verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten. Vor 20 Jahren nun hat auf dieser Insel ein Serienmörder drei junge Frauen getötet und grausam zugerichtet. Die ersten beiden Taten wurden vor der Öffentlichkeit vertuscht, erst nach dem dritten Mord werden die Taten publik und der Park geschlossen. Das dritte der damaligen Opfer war Pauls Mutter, der damals vier Jahre alte Paul hat viele Stunden neben seiner toten Mutter ausgeharrt, der Mörder war kein Fremder für ihn. Jeff Bohner wurde gefasst, überführt, zum Tode verurteilt und starb auf dem elektrischen Stuhl.

Paul hat also ganz persönliche Motive, dieser Einladung Folge zu leisten. Die „Spielregeln“ für das Wochenende sind allen Beteiligten klar, sie sind für drei Tage auf der Insel auf sich allein gestellt und  ihnen soll das Konzept des neuen Zodiac Island präsentiert werden. Murder Park soll die Anlage künftig heißen und sie wird mit den Ängsten der Besucher ziemlich skrupellos spielen. Kontakte zu Dritten gibt es während des Wochenendes nicht und da die Fähre auch erst am Montag wieder fahren wird, gibt es auch keine Möglichkeit, die Insel vorzeitig zu verlassen.

Schon kurz nach dem Eintreffen der Gruppe und dem gegenseitigen Kennenlernen gibt es die erste Leiche. Keine fremde Person sondern eine dieser Zwölf ist das Opfer und es soll nicht bei diesem einen Vorfall bleiben. Und an dieser Stelle beginnt langsam ein Sog, der den Leser unweigerlich in die Geschichte hineinzieht. Mit Spannung und Entsetzen gleichzeitig verfolgt man die Gruppendynamik der noch Lebenden. Die Erkenntnis setzt sich durch, dass diese Vorabpräsentation und vor allem die Zusammensetzung der Gäste mit den Ereignissen von vor 20 Jahren in Verbindung stehen. Was bedeutet es, dass in dieser Gruppe jedes der zwölf Tierkreiszeichen exakt einmal vorkommt? Hat es überhaupt eine Bedeutung oder ist hier einfach nur ein Wahnsinniger am Werk? Wem kann Paul trauen und von wem sollte er sich lieber fernhalten? So wie dieser Protagonist ständig wieder in neue Zweifel hinsichtlich seiner Mitreisenden gerät, so geht es einem auch als Leser. Gerade glaubt man, jetzt doch die Lösung zu erahnen, überrollen einen die Ereignisse erneut und alle Theorie stürzt wieder wie ein Kartenhaus zusammen. Das Ende ist mindestens so überraschend wie spannend und lässt einen aufatmen.

Anfangs wechselt sich die Handlung mit den Auswahlprotokollen der zwölf Besucher recht regelmäßig ab, wobei im Verlauf des Buches die Handlungskapitel länger werden und die eingestreuten Protokolle nicht mehr so dominieren. Ich glaube, dass dieser Aufbau mir den Einstieg erschwert hat, trotzdem gibt es eine absolute Leseempfehlung – allerdings nur für hartgesottene Krimifans.

 

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Wie ein Abzählreim
»Was liest Du?«-Rezension von Krimisofa.com, am 04.09.2017

Es gibt nicht die eine Wahrheit, jeder hat seine eigene Wahrheit, eine Medaille hat manchmal mehr als zwei Seiten; und oft lässt man sich nur allzu leicht in die Irre führen. In „Murder Park“, dem neuesten Buch von Jonas Winner gibt es einige Wahrheiten, denn es stehen auch einige Charaktere im Zentrum oder werden nach und nach dorthin geschoben. Dabei wird der Leser jedes Mal aufs Neue gefordert, die eine Wahrheit herauszufinden.

Paul Greenblatt ist 24 und Polizeireporter, er wird für ein Wochenende in den Murder Park eingeladen. Ein Wochenende, an dem vorgeführt werden soll, was die Leute erwarten soll, wenn der Park offiziell eröffnet wird. Neben ihm werden elf weitere Leute eingeladen, alle haben eines gemeinsam: sie alle waren damals schon auf Zodiac Island – damals, als die Insel nahe New England noch so hieß. Zum Beispiel Constance, die Pressesprecherin des Murder Park: sie war als Teenager auf Zodiac Island und wurde laut eigener Aussage von Bohner vergewaltigt (hier entbehrt der Name Bohner nicht einer gewissen Komik), was für sie das Geilste war, das sie jemals erlebt hat.

Zwischen dem eigentlichen Plot findet man Auszüge von Video-Interviews, wo dem Leser die Origin Stories der zwölf eingeladenen Leute nähergebracht wird, aber auch die der Insel – dort erfährt man solche Details wie das von Constance. Anfangs irritierten mich die Interviews etwas, weil ich den Hauptstrang lesen wollte – mir wurde aber recht schnell klar, dass die Geschichte mit den Interviews nur noch besser wird. Im Mittelpunkt der Geschichte steht aber Paul, der auch die interessanteste aller Geschichten hat; nach und nach wird diese immer manifester.

Die Geschichte hat mich sehr stark an diverse Agatha Christie Krimis erinnert – sie funktioniert wie ein Abzählreim und bleibt damit stets spannend bzw. wird immer spannender. Zu Beginn, als die Rede von einer Vergewaltigung war, sah ich vage parallelen zu Richard Laymon, die verblassten danach aber wieder. Der Leser wird von Anfang an dazu eingeladen, herauszufinden, wer der Scherge ist, was allerdings nicht einfach ist, weil Winner den Fokus immer wieder auf einen anderen Charakter legt und den Leser jedes Mal aufs Neue fordert. Generell mag ich aber Winners Stil, denn wie schon „Die Zelle“ lässt sich auch „Murder Park“ nicht klar einem Genre zuordnen, wobei hier der Horror meiner Meinung nach am klarsten im Vordergrund steht; das Label „Thriller“ trifft es nur insofern, dass der Leser oft in die Irre geführt wird, hier würde allerdings „Psychothriller“ besser passen – klassischer Thriller ist es trotz vieler Spannungsmomenten für mich nicht. Am Ende wartet auch hier wieder, wie schon bei „Die Zelle“, ein Mindf*ck-Moment, nur, dass dieser bei mir dieses Mal nicht so einen Nachhall hatte.

Tl,dr: „Murder Park“ ist ein großartiges Buch, das es schafft, den Leser immer mehr zu fesseln und ihn gleichzeitig stets dazu einlädt, mitzuraten. Auch wenn die eingeflochtenen Video-Interviews, die den Plot immer wieder unterbrechen, anfangs irritieren können, erkennt man recht bald, welche Bedeutung sie haben. Mehr Rezensionen gibt es auf Krimisofa.com!

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Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark - bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park - eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel ...keiner kann dem anderen trauen ...die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen ...