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Spannende Story mit Gruselfaktor
»Was liest Du?«-Rezension von Iris, am 13.05.2014

Story und Charaktere: 

Wirklich toll findet Percy die Idee seiner Eltern nicht, die Weihnachtsferien nicht wie sonst auf dem Hausboot seines Onkels zu verbringen, sondern auf das alte Schloss der Familie Darkmoor zu fahren, die ebenfalls zur Verwandtschaft gehört. Erst als er feststellt, dass dieses Schloss mindestens so viele Geheimnisse in sich birgt und genauso gruselig ist, wie seine Lieblingsbücher aus dem Schauer- und Gruselromanbereich, kann er sich mit der Sache anfreunden.
Auf dem Schloss angekommen, lernt er seine beiden Cousinen Linda und Claire kennen, sowie seinen Cousin John, mit denen er schon bald ein ganz besonderes Abenteuer erlebt. Als die Köchin Brenda ermordet wird, ist es mit den ruhigen Ferien vorbei. Als dann auch noch Percys Eltern und der Gärtner Wallace verschwinden, ist der Fall komplett. Geht es am Ende wirklich nur um das geheime Rezept zu Aunt Annies traditioneller Worcestershire-Sauce? Oder steht etwas ganze Anderes dahinter?

Percy gehört zu all den Teenagern, die im Laufe ihres Lebens mehr als einmal die Ferien bei ungeliebten Verwandten verbringen müssen. Auch in diesen Weihnachtsferien soll es nicht anders sein – nur der Ort und die Verwandtschaft haben gewechselt. Zuerst noch sichtlich nervös und auch ein wenig unbeholfen, tritt Percy seiner neuen Verwandtschaft entgegen, die er bisher noch nie gesehen hat. Mit seinen aufgeweckten Cousinen Linda und Claire, sowie seinem etwas pummeligen und ängstlichen Cousin John, freundet Percy sich dann jedoch sehr schnell an. Gott sei Dank haben alle das gemeinsame Hobby des Murmelspiels.
Als die Köchin und gute Seele des Hauses ermordet wird, halten die vier fest zusammen und gehen der Sache auf den Grund. Auf keinen Fall wollen und können sie glauben, was der Inspektor ihnen sagt – nämlich, dass der Gärtner der Mörder ist. Die vier machen sich auf, den Fall auf ihre ganze eigene Weise zu lösen.
Die Zwillinge Claire und Linda übernehmen dabei die Führerrolle. Sie schreckt so leicht nichts ab und Angst scheinen sie kaum zu kennen. Sie sind sehr übermütig und manchmal ein wenig besserwisserisch. Allerdings kennen sie sich auch überall sehr gut aus, was ihnen bei ihren Ermittlungen einen Vorteil verschafft. Über die Ahnenschaft der Familie und all die damit verbundenen, seltsamen Todesfälle wissen sie ebenfalls ziemlich gut Bescheid, sodass vor allem bei Percy für Gänsehaut gesorgt ist. Die Zwillinge leben im Schloss Darkmoor und fühlen sich deshalb besonders verantwortlich dafür, den Rosen züchtenden Gärtner schnellstmöglich zu entlasten.
John ist der eher ängstliche, Karamellbonbons liebende, rundliche, aber gutmütige Cousin von Percy, der von allen anderen immer wieder gerne wegen seiner Leibesfülle gehänselt wird. Vor allem in aufregenden Situationen greift er gerne in die Tasche nach einer Süßigkeit, mit der es ihm besser zu gehen scheint. Egal wie ängstlich er auch ist, am Ende kann man jedoch immer auf John zählen.
Percy selbst ist ein Charakter, den ich nach dem ersten Band noch  nicht ganz einordnen kann. Er ist mutig, aber nicht unbedingt selbstbewusst. Er scheint eher ein Mitläufer zu sein, der sich von anderen sagen lässt, was er als nächstes tun soll. Jedenfalls leistet er, wie auch John, keinen Widerstand, wenn die Zwillinge ihm einen Auftrag erteilen. Er ist ein helles Köpfchen, überblickt die Situationen, handelt aber auch oft vorschnell und unüberlegt. Als seine Eltern verschwinden und er mit in den Kreis der Verdächtigen gerät, merkt man das erste Mal, dass er auch ganz schön ängstlich sein kann.
Zwischenzeitlich passieren seltsame Dinge mit ihm, die zu ganz eigenen Vermutungen führen, die ich allerdings nicht weiter ausführen möchte, denn ich denke, diese Dinge gehören zu all den Geheimnissen, die es im Laufe der Bände zu lüften gilt.

Neben dieser Hauptgruppe an Charakteren, gibt es noch viele weitere Familienmitglieder, über die man im Laufe des Buches so einiges erfährt. Sie tragen dazu bei, die Story zu füllen und noch interessanter und spannender zu machen. Mir haben all die unterschiedlichen Charaktere sehr gut gefallen, erhalten doch alle ihre ureigenen Eigenschaften, die jeden von ihnen zu etwas Besonderem machen.

Was mir besonders gefallen hat:

Ich mag alte Schlösser mit vielen Geheimnissen, verborgenen Türen und unheimlichen Geräuschen. Auch das gruselige Moor übt eine besondere Kraft auf mich aus. In diesem Buch sind diese Dinge zu einem Abenteuer vermischt worden, das nur den Anfang einer ganzen Serie eben dieser darstellt. Man muss beim Lesen sehr gut aufpassen nichts zu verpassen. Hier jagt nämlich ein Geheimgang den nächsten, eine Gruselgeschichte über das Ableben eines Familienmitgliedes die andere und eine wilde Vermutung mindestens fünf weitere Spekulationen.

Christian Loeffelbein hat mich mit Percy Pumpkin zwei Tage in seinen Bann gezogen. Story und Charaktere harmonieren bereits wunderbar miteinander und der Schreib- und Sprachstil tut sein Übriges. Das Buch nimmt sehr schnell an Fahrt auf, sodass man schon nach kurzer Zeit mittendrin steckt und auch nicht so schnell wieder herauskommt. Mir fiel es schwer, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen. Der Autor arbeitet mit mehreren Spannungsbögen, sodass die Spannung immer wieder ganz plötzlich diverse Höhepunkte erreicht, wenn man gerade denkt, dass jetzt alles endlich gut wird und vorbei ist. 
Für Leser jüngeren Alters ist die Schriftgröße sehr schön gewählt worden und auch die Kapitellängen sind sehr angenehm. Wenn es also Schlafenszeit ist, kann hier jeder passend das Buch unterbrechen. Mädchen und Jungen kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten – dafür sorgt der wunderbare Mix der vier Hauptcharaktere, mit denen sich jeder sicherlich hier und da identifizieren kann.

Ich schaue jedenfalls sehr gespannt dem zweiten Band entgegen.

Zusatz Altersempfehlung:
Da man, wie schon gesagt, aufpassen muss, dass man nichts verpasst, ist dieses Buch vielleicht eher ab 12 und weniger ab 10 geeignet, denn vieles wird sich erst in den weiteren Bänden erklären und einiges scheint mir ein wenig zu unheimlich und kompliziert für eine Leserschaft ab 10 Jahren. Mit seinen über 300 Seiten ist es, trotz Jugendbuch, doch diesbezüglich schon etwas anspruchsvoller.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Wer dieses Buch liest, sollte ein sehr gutes Namensgedächtnis haben, denn es wimmelt nur so von verschiedenen Figuren. Hier und da bin ich deshalb ein wenig durcheinander gekommen oder habe den Überblick verloren, weil Percys Verwandtschaft einfach so wahnsinnig groß ist. Da ist es nicht ganz einfach den Überblick zu behalten. Einige Personen weniger hätten es für meinen Geschmack auch getan.

Ich habe nun das Glück die Bücher nacheinander lesen zu können, da Band 1-3 bereits erschienen sind. Dennoch muss ich sagen, dass es doch sehr viele lose Fäden und unlogisch scheinende Momente in diesem Buch gibt, die über einen längeren Zeitraum gesehen sicherlich schwer weiterzutragen sind. Ich müsste das Buch noch einmal lesen, wenn ich länger auf den zweiten Band warten müsste, damit ich die losen Fäden in den zweiten Band überführen und dort hoffentlich irgendwo anknüpfen kann. Außerdem lässt es mich als Leser hier und da unbefriedigt zurück, da am Ende so wahnsinnig viel offen bleibt und so viele Fragezeichen über dem Buch schweben. Ich bin gespannt, ob Christian Loeffelbein es im zweiten Band schafft alle Schnüre aus Band 1 so weit miteinander zu verflechten, dass alles, was bisher noch unlogisch und offen erscheint ein großes Ganzes ergibt.

Gestaltung:

Im Hintergrund ein dunkles Schloss im Mondschein, davor die Silhouetten schwarzer Bäume, eine Figur mit einem seltsamen Hut und im Vordergrund ein Junge, der von rechts nach links über das Cover läuft und sich dabei angespannt umschaut. Ein tolles Cover für ein tolles Buch.

Wertung:

Eine tolle Story mit tollen Charakteren, aber nichts für schwache Nerven. Die Spannung wurde über das ganze Buch super gehalten und endet auch mit einer eben solchen, weshalb ich es kaum erwarten kann Band 2 in die Finger zu kriegen. Für Fans von Krimi- und Gruselgeschichten, die auch gerne mitknobeln, ist dieses Buch genau die richtige Wahl. Einzig all die offenen Fragen und unlogischen Momente bringen mich dazu, einen Punkt abziehen zu müssen. Ich vergebe dennoch sehr gerne 4 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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