Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr (Audio-CD)

Ungekürzte Lesung. Ausgezeichnet mit dem Deutsche Hörbuchpreis 2018 für Besten Interpret (Andreas Fröhlich)

Audio-CD
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Höre auf das dunkle Herz der Nacht Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen... (weiter)

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Details
AutorIn Walter Moers
Edition Ungekürzte Lesung
EAN 9783844528091
Sprache deutsch
erschienen bei Hoerverlag DHV Der
Erscheinungsdatum 09.2017
Stichwörter Die Stadt der Träumenden Bücher
Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Deutscher Hörbuchpreis
Das Schloss der Träumenden Bücher
Hildegunst von Mythenmetz
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 13 Meinungen

davon Rezensionen:
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davon Bewertungen:
Ø 4.3 |  8 Bewertungen

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Einfach toll
»Was liest Du?«-Rezension von Vanessa, am 12.02.2018

Dylia ist wohl die schlafloseste Prinzessin ganz Zamoniens. Von einer mysteriösen unheilbaren Krankheit geplagt bekommt sie wochenlang Nachts kein Auge zu. Nachdem sie wieder einmal achtzehn Tage am Stück nicht schlafen konnte, bekommt sie unerwarteten Besuch von Havarius Opal, einem Nachtmahr mit alptraumfarbener Haut, der es sich auf ihrem Brustkorb gemütlich gemacht hat, als sie gerade wieder einmal versucht endlich einzuschlafen. Er will die Prinzessin in den Wahnsinn treiben, bietet ihr aber vorher noch die Gelegenheit gemeinsam mit ihm eine abenteuerliche Reise mitten in ihr Gehirn zu unternehmen - nach Amygdala, der berüchtigten Stadt der Angst, in der das dunkle Herz der Nacht regiert..


Meine Meinung:
Endlich wieder nach Zamonien! Gefühlt ewig mussten wir Leser auf etwas Neues aus dieser Welt warten. Als "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" für dieses Jahr angekündigt wurde, war ich zwar erst ein wenig enttäuscht, da ich auf ein anderes Buch gehofft hatte, aber diese Enttäuschung hielt nicht lange an und ich war Feuer und Flamme und habe auf Ende August hingefiebert, wo das Buch erscheinen sollte und ich es endlich in meinen Händen halten konnte.

Normalerweise lese ich die Bücher von Walter Moers immer erst um die Geschichte samt der wundervollen Illustrationen, die dieses Mal von  Lydia Rode stammen, gemeinsam zu genießen.
Bei "Prinzessin Insomnia" habe ich allerdings eine Ausnahme gemacht und mich erst dem Hörbuch gewidmet, die gedruckte Ausgabe steht aber schon bereit und wartet nur darauf, von mir verschlungen zu werden.
Aber auch bei dem Hörbuch kann man sich die Bilder von Lydia Rode ansehen - es liegt ein kleines Begleitheft bei, in dem man diese mit dazu passenden Textstellen findet. Leider kann ich aber nicht sagen, ob alle im Buch enthaltenen Illustrationen darin zu finden sind. Aber egal ob es alle sind oder nur ein Teil, mir gefällt es sehr, dass dieses Heftchen dabei liegt und man bekommt auf jeden Fall einen schönen Einblick in die Künste der Illustratorin.

Gelesen wurde das gute Stück von Andreas Fröhlich. An Dylias und Opals Seite entführt er einen auf eine Reise mitten ins Gehirn der Prinzessin, eine abenteuerliche und gefährliche Reise. Eine Reise voller Fantasie, ungewöhnlicher Kreaturen und mit viel Humor und ausgedachten Worten, typisch für einen Walter Moers Roman.
Ich fand es erstaunlich, wie Andreas Fröhlich sämtliche Worte scheinbar mühelos aussprechen konnte, bei denen sich meine Zunge sicher verknotet hätte, wie er den Figuren unterschiedliche Stimmen gegeben hat und mit seiner dabei gespielt hat. Es war wirklich ein absolutes Vergnügen ihm zuzuhören.

Zur Geschichte möchte ich auch gar nicht noch mehr sagen, als schon getan. Was aber unbedingt noch raus muss: Ich habe bisher einige negative Stimmen gelesen, "Prinzessin Insomnia" wäre kein Zamonienroman, langweilig und ohne Story. Natürlich empfindet jeder anders und das ist auch gut so, sonst wäre die Welt ja langweilig! Ich kann auch nachvollziehen, warum manche Leser so denken und möchte definitiv niemandem seine Meinung absprechen, ich persönlich sehe es aber ganz anders. Ich finde, "Prinzessin Insomnia" ist ein wundervoller Zamonienroman, ich hatte viel Spaß mit der Geschichte, habe mitgefiebert, mitgefühlt, gelacht und kann wirklich überhaupt nichts schlechtes zu dem Buch sagen.
Es kann natürlich sein, dass ich nur so empfinde, weil ich das Buch als Hörbuch gehört habe und es mir in einigen Wochen beim selbstlesen des Romans nicht mehr so gut gefällt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich durch meine eigene chronische Erkrankung manchmal in den Seiten des Buches selbst wieder gefunden habe und mich dadurch besser in die Geschichte hineinversetzen konnte. Ich weiß es nicht und egal ob meine Meinung vielleicht durch etwas davon beeinflusst wurde.. ich mochte "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" unheimlich gerne und freue mich schon sehr darauf, es bald in Papierform noch einmal zu genießen.


Die Rezension ist zuerst auf meinem Blog "Vanessas Bücherecke" erschienen.

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Genial, unglaublich, fantasievoll, so so grandios
»Was liest Du?«-Rezension von buntes_tintenfässchen, am 08.01.2018

Jeder Roman von Walter Moers ist etwas Besonderes, denn irgendwie sprengt Moers mit jedem Werk aufs Neue alle Konventionen und scheint sich und Zamonien immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden. Vor allen Dingen trifft das auf seinen neuesten Roman Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr zu. Was so außergewöhnlich an dieser Geschichte ist, ist, dass Moers sie in Zusammenarbeit mit einer jungen Frau namens Lydia Rode entwickelt hat, und wem jetzt etwas auffällt, dem sei gesagt: Ja, Dylia klingt nicht nur so ähnlich wie Lydia, es handelt sich sogar um ein Anagramm dieses Namens. Warum hat Moers das wohl gemacht? Ganz einfach, weil Lydia Rode, die an der unheilbaren Krankheit Chronisches Fatigue- oder Erschöpfungssydrom (CFS) leidet, ihn zu der Figur der Dylia inspiriert hat. Und noch etwas ist diesmal anders: Moers hat Prinzessin Insomnia nicht selbst illustriert, sondern die Zeichnungen sind diesmal deutlich bunter (es handelt sich um Aquarelle) und stammen von - Lydia Rode.

Anfangs fand ich diese pastelligen und ungewohnt fröhlichen Aquarelle etwas befremdlich, denn von Moers ist man schließlich anderes gewohnt. Nach einigen Seiten hatte ich mich allerdings recht gut mit Lydia Rodes Zeichnungen angefreundet, denn es zeigt sich, dass sie ausnehmend gut zur Handlung und zum atemberaubend unkonventionellen Setting passen. All die fantasievollen Wesen, die Dylias Gehirn bevölkern, all die merkwürdigen Orte kommen durch Lydia Rodes Aquarelle unheimlich gut zur Geltung und so ergänzen sich Handlung und Illustrationen einfach perfekt.

Nun aber zur Geschichte selbst: Prinzipiell spielt diese, wie könnte es anders sein, in Zamonien und zwar in einem Schloss, in dem die schlaflose Prinzessin Dylia als Tochter des Königs lebt. Das ist quasi der Rahmen, allerdings bekommen wir in diesem Roman nur sehr wenig von Zamonien zu sehen, denn der Großteil der Geschichte spielt an einem noch viel verrückteren Ort - in Prinzessin Dylias Gehirn. Ich hatte hin und wieder das Problem (auch auf den ersten 50 Seiten, auf denen Dylias Leben, ihre Krankheit und ihr skurriler Alltag beschrieben werden), dass es sich für mich nicht nach Zamonien anfühlte. Ich kann das gar nicht so richtig erklären, aber es gibt Sequenzen, die nach meinem Empfinden nicht so richtig zum Stil des großen zamonischen Schriftstellers Hildegunst von Mythenmetz (der fiktiven Autorfigur) passen wollen.

Abgesehen davon findet sich in Prinzessin Insomnia jedoch alles wieder, was man an Moers so liebt. Ganz besonders beeindruckt hat mich wieder einmal seine metaphorische beziehungsweise eher allegorische Sprache. Hinter so gut wie jedem Ort, jeder Figur, jeder Begebenheit, jeder Unterhaltung zwischen Dylia und Havarius Opal steckt eine größere Wahrheit. Während man noch mit vor Staunen weit offenem Mund dieses oder jenes betrachtet, macht es während des Lesens "klick" im eigenen Kopf und man wirft einen Blick hinter diesen zauberhaften Vorhang aus Worten. Die Handlung hat also unheimlich viele verschiedene Ebenen, die sich wie die Häute einer Zwiebel nach und nach abschälen lassen. Moers' Genialität zeigt sich dabei unter anderem darin, dass es ihm auf meisterhafte Art und Weise gelingt, ein eher schwieriges und bedrückendes Thema wie die Krankheit von Lydia Rode und deren Auswirkungen auf Geist und Körper aufzugreifen, ohne die Geschichte selbst schwermütig und bedrückend klingen zu lassen.

Trotzdem auch Dylia ein beschwerliches Leben führt und von ihrer Krankheit bisweilen niedergedrückt wird, ist die Tonalität durchgehend leicht und positiv - fast schon schwebend. Dylia ist eine ausgesprochen kluge und gewitzte, aber auch positiv eingestellte und lebensfrohe Prinzessin - ihr könnt euch vorstellen, dass es gewaltig knallt, als sie auf den verschrobenen Nachtmahr Havarius Opal trifft, dessen Ziel es ja schließlich ist, Dylias brillanten Verstand auszutrocknen. Da fliegen gewaltig die Fetzen und die Wortgefechte haben nicht nur einen großen Unterhaltungswert, sondern sind vor allem klug und herrlich skurril. So wie eigentlich alles an diesem einzigartigen Roman.

Dylias Reise durch ihr Gehirn ist ein bisschen auch eine Reise durch das eigene Gehirn. Wer weiß denn, ob nicht auch unser Gedächtnis von einer giftgrünen Spinne geleitet wird, die jede Erinnerung sorgsam in ihr Netz einspinnt? Oder ob Gedanken nicht als fast durchsichtige Zwielichtzwerge geboren werden? Ob in unserem Gehirn nicht vielleicht auch zarte Ideenschmetterlinge durch die Gegend schwirren? Ich liebe diese abstruse, unglaublich bunte, aber hier und dort auch düstere und zwielichtige Welt, in der alles und nichts möglich ist. Wenn man denkt: Jetzt ist aber gut, Herr Moers, nochmal hauen Sie mich nicht in die Pfanne - genau dann tritt bereits die nächste Kuriosität auf den Plan und alles, was man glaubte zu wissen, wird komplett über den Haufen geworfen. Grandios, genial, spektakulär!

Als Wort- und Buchliebhaber war Dylia für mich natürlich eine Identifikationsfigur. Aufgrund ihrer Krankheit und der vielen Zeit, die sie mit sich selbst verbringt und in der sie über dieses und jenes nachgrübelt, wirkt sie ziemlich eigen, extravagant (oh, es würde ihr gefallen, dass ich sie so beschreibe), ein wenig altklug und vielleicht sogar einen Ticken schrullig. Aber all das auf eine liebenswerte, sympathische Art. Sie und der Nachtmahr sind schlicht und ergreifend ein herrliches Gespann, das so wenig zusammenpasst, dass es schon wieder perfekt zusammenpasst. Versteht ihr, was ich meine? Mit Prinzessin Insomnia hebelt Moers mal wieder alles aus, was man glaubte, über Zamonien zu wissen, und geht einmal mehr einen komplett neuen Weg. Walter Moers ist einfach immer für eine (unterhaltsame) Überraschung gut! Obwohl es Stellen gab, die auf mich recht gedehnt und übertrieben in die Länge gezogen wirkten, bleibt der Unterhaltungswert durchgehend auf einem extrem hohen Level - und vor allem Niveau. Und das ist einfach eine Meisterleistung.

Mein Fazit:
An meinen moersschen Lieblingsroman, Die Stadt der träumenden Bücher, kommt Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr nicht ran - aber das muss Walter Moers' neuester Zamonienroman auch gar nicht, denn er geht in eine so komplett andere Richtung, dass er irgendwie für sich allein steht. Die Geschichte von der schlaflosen Prinzessin und dem alptraumfarbenen Nachtmahr strotzt nur so vor Klugheit, Charme, Witz, Genialität und vor Orten, Begebenheiten und Begegnungen, die einen in ungläubiges Staunen versetzen. Ein spektakuläres Leseerlebnis, das für mich zwar nicht ganz rund war - das kann ich der Geschichte aber einfach nicht übel nehmen.

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Höre auf das dunkle Herz der Nacht Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der gleichsam beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich. Gelesen von Andreas Fröhlich, ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2018 als Bester Interpret: Er erschließt die "ganz eigene Fantasiewelt auf originelle Weise" und mit einer "unbändigen Freude" an der Sprache, so die Jury. (1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 23)