Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr (Audio-CD)

Ungekürzte Lesung

Audio-CD
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Höre auf das dunkle Herz der Nacht Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen... (weiter)

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Details
AutorIn Walter Moers
Edition Ungekürzte Lesung
EAN 9783844528091
Sprache deutsch
erschienen bei Hoerverlag DHV Der
Erscheinungsdatum 09.2017
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.1 | 11 Meinungen

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Genial, unglaublich, fantasievoll, so so grandios
»Was liest Du?«-Rezension von buntes_tintenfässchen, am 08.01.2018

Jeder Roman von Walter Moers ist etwas Besonderes, denn irgendwie sprengt Moers mit jedem Werk aufs Neue alle Konventionen und scheint sich und Zamonien immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden. Vor allen Dingen trifft das auf seinen neuesten Roman Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr zu. Was so außergewöhnlich an dieser Geschichte ist, ist, dass Moers sie in Zusammenarbeit mit einer jungen Frau namens Lydia Rode entwickelt hat, und wem jetzt etwas auffällt, dem sei gesagt: Ja, Dylia klingt nicht nur so ähnlich wie Lydia, es handelt sich sogar um ein Anagramm dieses Namens. Warum hat Moers das wohl gemacht? Ganz einfach, weil Lydia Rode, die an der unheilbaren Krankheit Chronisches Fatigue- oder Erschöpfungssydrom (CFS) leidet, ihn zu der Figur der Dylia inspiriert hat. Und noch etwas ist diesmal anders: Moers hat Prinzessin Insomnia nicht selbst illustriert, sondern die Zeichnungen sind diesmal deutlich bunter (es handelt sich um Aquarelle) und stammen von - Lydia Rode.

Anfangs fand ich diese pastelligen und ungewohnt fröhlichen Aquarelle etwas befremdlich, denn von Moers ist man schließlich anderes gewohnt. Nach einigen Seiten hatte ich mich allerdings recht gut mit Lydia Rodes Zeichnungen angefreundet, denn es zeigt sich, dass sie ausnehmend gut zur Handlung und zum atemberaubend unkonventionellen Setting passen. All die fantasievollen Wesen, die Dylias Gehirn bevölkern, all die merkwürdigen Orte kommen durch Lydia Rodes Aquarelle unheimlich gut zur Geltung und so ergänzen sich Handlung und Illustrationen einfach perfekt.

Nun aber zur Geschichte selbst: Prinzipiell spielt diese, wie könnte es anders sein, in Zamonien und zwar in einem Schloss, in dem die schlaflose Prinzessin Dylia als Tochter des Königs lebt. Das ist quasi der Rahmen, allerdings bekommen wir in diesem Roman nur sehr wenig von Zamonien zu sehen, denn der Großteil der Geschichte spielt an einem noch viel verrückteren Ort - in Prinzessin Dylias Gehirn. Ich hatte hin und wieder das Problem (auch auf den ersten 50 Seiten, auf denen Dylias Leben, ihre Krankheit und ihr skurriler Alltag beschrieben werden), dass es sich für mich nicht nach Zamonien anfühlte. Ich kann das gar nicht so richtig erklären, aber es gibt Sequenzen, die nach meinem Empfinden nicht so richtig zum Stil des großen zamonischen Schriftstellers Hildegunst von Mythenmetz (der fiktiven Autorfigur) passen wollen.

Abgesehen davon findet sich in Prinzessin Insomnia jedoch alles wieder, was man an Moers so liebt. Ganz besonders beeindruckt hat mich wieder einmal seine metaphorische beziehungsweise eher allegorische Sprache. Hinter so gut wie jedem Ort, jeder Figur, jeder Begebenheit, jeder Unterhaltung zwischen Dylia und Havarius Opal steckt eine größere Wahrheit. Während man noch mit vor Staunen weit offenem Mund dieses oder jenes betrachtet, macht es während des Lesens "klick" im eigenen Kopf und man wirft einen Blick hinter diesen zauberhaften Vorhang aus Worten. Die Handlung hat also unheimlich viele verschiedene Ebenen, die sich wie die Häute einer Zwiebel nach und nach abschälen lassen. Moers' Genialität zeigt sich dabei unter anderem darin, dass es ihm auf meisterhafte Art und Weise gelingt, ein eher schwieriges und bedrückendes Thema wie die Krankheit von Lydia Rode und deren Auswirkungen auf Geist und Körper aufzugreifen, ohne die Geschichte selbst schwermütig und bedrückend klingen zu lassen.

Trotzdem auch Dylia ein beschwerliches Leben führt und von ihrer Krankheit bisweilen niedergedrückt wird, ist die Tonalität durchgehend leicht und positiv - fast schon schwebend. Dylia ist eine ausgesprochen kluge und gewitzte, aber auch positiv eingestellte und lebensfrohe Prinzessin - ihr könnt euch vorstellen, dass es gewaltig knallt, als sie auf den verschrobenen Nachtmahr Havarius Opal trifft, dessen Ziel es ja schließlich ist, Dylias brillanten Verstand auszutrocknen. Da fliegen gewaltig die Fetzen und die Wortgefechte haben nicht nur einen großen Unterhaltungswert, sondern sind vor allem klug und herrlich skurril. So wie eigentlich alles an diesem einzigartigen Roman.

Dylias Reise durch ihr Gehirn ist ein bisschen auch eine Reise durch das eigene Gehirn. Wer weiß denn, ob nicht auch unser Gedächtnis von einer giftgrünen Spinne geleitet wird, die jede Erinnerung sorgsam in ihr Netz einspinnt? Oder ob Gedanken nicht als fast durchsichtige Zwielichtzwerge geboren werden? Ob in unserem Gehirn nicht vielleicht auch zarte Ideenschmetterlinge durch die Gegend schwirren? Ich liebe diese abstruse, unglaublich bunte, aber hier und dort auch düstere und zwielichtige Welt, in der alles und nichts möglich ist. Wenn man denkt: Jetzt ist aber gut, Herr Moers, nochmal hauen Sie mich nicht in die Pfanne - genau dann tritt bereits die nächste Kuriosität auf den Plan und alles, was man glaubte zu wissen, wird komplett über den Haufen geworfen. Grandios, genial, spektakulär!

Als Wort- und Buchliebhaber war Dylia für mich natürlich eine Identifikationsfigur. Aufgrund ihrer Krankheit und der vielen Zeit, die sie mit sich selbst verbringt und in der sie über dieses und jenes nachgrübelt, wirkt sie ziemlich eigen, extravagant (oh, es würde ihr gefallen, dass ich sie so beschreibe), ein wenig altklug und vielleicht sogar einen Ticken schrullig. Aber all das auf eine liebenswerte, sympathische Art. Sie und der Nachtmahr sind schlicht und ergreifend ein herrliches Gespann, das so wenig zusammenpasst, dass es schon wieder perfekt zusammenpasst. Versteht ihr, was ich meine? Mit Prinzessin Insomnia hebelt Moers mal wieder alles aus, was man glaubte, über Zamonien zu wissen, und geht einmal mehr einen komplett neuen Weg. Walter Moers ist einfach immer für eine (unterhaltsame) Überraschung gut! Obwohl es Stellen gab, die auf mich recht gedehnt und übertrieben in die Länge gezogen wirkten, bleibt der Unterhaltungswert durchgehend auf einem extrem hohen Level - und vor allem Niveau. Und das ist einfach eine Meisterleistung.

Mein Fazit:
An meinen moersschen Lieblingsroman, Die Stadt der träumenden Bücher, kommt Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr nicht ran - aber das muss Walter Moers' neuester Zamonienroman auch gar nicht, denn er geht in eine so komplett andere Richtung, dass er irgendwie für sich allein steht. Die Geschichte von der schlaflosen Prinzessin und dem alptraumfarbenen Nachtmahr strotzt nur so vor Klugheit, Charme, Witz, Genialität und vor Orten, Begebenheiten und Begegnungen, die einen in ungläubiges Staunen versetzen. Ein spektakuläres Leseerlebnis, das für mich zwar nicht ganz rund war - das kann ich der Geschichte aber einfach nicht übel nehmen.

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Wieder mal ein Ideenfeuerwerk ...
»Was liest Du?«-Rezension von anushka, am 06.11.2017


Prinzessin Dylia leidet unter einer mysteriösen Krankheit. Die selbst ernannte "Prinzessin Insomnia" kann nachts nicht schlafen. Und das bedeutet nicht, dass sie Einschlafprobleme hat, sondern dass sie ganze Nächte hintereinander nicht schläft. Bislang hat nichts dagegen angeschlagen. Es bleibt der klugen Prinzessin nur, sich die Zeit kreativ zu vertreiben. Doch eines Nachts, nach 16 durchwachten Nächten, sitzt plötzlich Havarius Opal auf ihrer Brust. Das gnomähnliche Wesen ist ein Nachtmahr, dessen Aufgabe es ist, das auserwählte Opfer in den Wahnsinn zu treiben. Und Nachtmahre geben nicht auf, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Doch erst gehen die beiden noch auf eine abenteuerliche Reise durch Dylias Gehirn.

Das lange Warten hat sich gelohnt. Moers zündet mal wieder ein Ideenfeuerwerk vom Feinsten und erzählt eine (alb-)traumhafte Geschichte aus der Welt des Denkens und Träumens. Mal davon abgesehen, dass Moers Figuren sowieso immer Fantasiewesen einer Fantasiewelt sind, taucht man aber auch hier wieder so tief in die Geschichte ein, dass sich beim Lesen ein eigenartiges Gefühl von Surrealität im Körper festsetzt. Da bei Moers alles möglich ist, bangt man bis zum Ende mit Dylia, während man über die Geschichte hinweg aber auch Sympathien für den oft (manchmal ungewollt) humorvollen Nachtmahr entwickelt. "Prinzessin Insomnia ..." ist wieder im Zamonien-Universum angesiedelt, allerdings findet fast die komplette Handlung in Dylias Gehirn statt. Wer also auf mehr Zamonien gehofft hat, für den ist dieses Buch eher weniger geeignet, wobei ich es trotzdem empfehlenswert finde. Es handelt sich, als Geschichte in der Geschichte, um ein von Mythenmetz aufgeschriebenes zamonisches Märchen.

Mich konnte diese Geschichte wieder absolut gefangen nehmen, auch durch die Moers-typische Skurrilität der Figuren und einer durchscheinenden Komik, die niemals in Klamauk abrutscht. Wie viele andere der Zamonien-Bücher habe ich auch dieses wieder als Hörbuch gehört, zum ersten Mal allerdings ohne Dirk Bach. Ich kann aber sagen, das Buch funktioniert aber auch mit Andreas Fröhlich fantastisch. Mir war es sogar etwas angenehmer, da Fröhlich nicht ganz so "hysterisch" liest wie Bach, sondern etwas ruhiger. Er ist ein würdiger Nachfolger, der den Figuren ebenfalls ihre ganz eigenen Stimmen gibt und dies über die gesamte Zeit hinweg durchhält.

Ich habe diese Geschichte genossen und empfehle sie gern weiter. Ganz besonders an Psychologiestudierende, die beim Pauken der Hirnstrukturen und -funktionen hiermit vielleicht ein bisschen mehr Spaß haben könnten. Aber auch sonst finde ich die Geschichte hörenswert (oder auch lesenswert, aufgrund der Bilder), sie erweitert das Zamonienuniversum wieder um eine Geschichte, auch wenn es nicht um bislang zentrale Zamonienfiguren geht. Dafür ist die Geschichte tatsächlich von der realen Welt und einer Erkrankung der Illustratorin inspiriert, wie der Nachbemerkung im Booklet zu entnehmen ist.
Ich werde mir zusätzlich zum Hörbuch auch noch das Buch kaufen (oder schenken lassen), da ich die Illustrationen während der Geschichte doch etwas vermisst habe und das Buch sehr liebevoll aufgemacht ist. Aber im beiliegenden Booklet hat man wenigstens ein paar davon mit dabei. Hier also ganz klar die Empfehlung zur CD und nicht zum Download.

Ich habe etliche kritische Rezensionen dieses Buches gesehen. Ich selbst bin kein Vollbut-Zamonien- oder -Moers-Fan. Aber ich persönlich wurde von diesem neuen Buch nicht enttäuscht.

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Höre auf das dunkle Herz der Nacht Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der gleichsam beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich. Gelesen von Andreas Fröhlich. (1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 23)