Tyll (Buch)

Roman

Buch
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"Tyll", der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann - er veröffentlichte u.a. "Die Vermessung der Welt", "Ruhm", "F" und "Du hättest gehen sollen" -, ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein... (weiter)

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Details
AutorIn Daniel Kehlmann
Edition 6. Aufl.
Seiten 480
EAN 9783498035679
Sprache deutsch
erschienen bei Rowohlt Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 11.10.2017
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 13 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  4 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.2 |  9 Bewertungen

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Tyll der Narr
»Was liest Du?«-Rezension von lesebrille, am 09.02.2018

Als Hauptprotagonist tritt  hier der uns bekannte Tyll Ulenspiegel  auf,aber hier wurde er Anfang des 17. Jahrhunderts geboren,hinein in die schreckliche Zeit des 30- Jährigen Krieges mit all seinen Gräueltaten, verbrannter Erde ,Religionskriegen,Hexenverfolgungen und vielem Schrecklichen mehr.

Auch hier führt Tyll seinem Gegenüber die eigenen Fehler vor. Er hält mit seinen Streichen dem Publikum einen Spiegel vor Augen;zeigt deren Charakterschwächen und Unzulänglichkeiten; Auch in seiner Zeit als Hofnarr den Königen und anderen hochgestellten Persönlichkeiten. Im Buch begegnen wir einfachen Leuten und Adligen,die alle unter den Kriegsereignissen leiden. Es wird sinnlos getötet,Menschen werden verleumdet und verbrannt durch Fanatiker; das Volk verhungert. Eine wirklich harte Zeit durch die uns Kehlmann mit Tyll hier führt. Aber auch der traurige,besinnliche,intelligente Tyll wird hier gezeigt.

Der uns bekannte Till Eulenspiegel mit seinen Schelmengeschichten soll aber angeblich schon im 14 Jahrhundert  gelebt haben (wenn überhaupt) . Da hätte ich mir doch von Daniel Kehlmann ein Vorwort oder Nachwort mit Erklärungen dazu  sehr gewünscht.Da findet der Leser in dem Buch gar nichts zu.Wirklich schade,das fehlt mir doch sehr in dem ansonsten hervorragend geschriebenen Buch.

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Trauriger Narr
»Was liest Du?«-Rezension von Nadines_Bücher, am 28.12.2017

Setting des Romans ist der Dreißigjährige Krieg, der Deutschland in Schutt und Asche legt und der Bevölkerung Hunger, Pest und eine Herrschaft der Willkür beschert. Erzählt werden, in längeren und kürzeren Kapiteln, Episoden aus Adel, Klerus und dem einfachen Volk als Anstifter, Nutznießer oder Leidende unter dem Krieg. Tyll Ulenspiegel, Gaukler und bezeiten Hofnarr, ist das verbindende Element zwischen den Episoden. Er trifft auf alle der Protagonistinnen und Protagonisten, den historisch belegten Personen, konfrontiert sie mit ihren Fehlern und Missetaten, macht sie dabei lächerlich, dies psychologisch geschickt und nicht selten brutal. Er ist keinesfalls ein lustiger Geselle, sondern selbst gebrochene Persönlichkeit ob all dem, was er in jungen Jahren erleben musste während des Hexerprozesses gegen seinen Vater und in den ersten Jahren seiner Gauklerreise durch Deutschland zusammen mit der Bäckerstochter Nele. Was ihn bestärkt: Genau hinsehen zu können, sich in andere verwandeln zu können, etwas zu können, was sonst keiner so gut kann, nämlich auf dem Seil zu tanzen.

Traurige Geschichte reiht sich an trauriges Schicksal, verschiedene persönliche Perspektiven werden beleuchtet und bieten einen Einblick in die Tiefen der menschlichen Seele, der Selbstüberschätzung und daraus resultierender fehlerbehafteter, verheerender Entscheidungen, die eine ganze Nation in tiefe Not stürzen.

Die Geschichte von Tyll, die zur Geschichte aller anderen Protagonistinnen und Protagonisten bzw. der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges wird, oder umgekehrt, wird nicht chronologisch erzählt. Ein gelungener Kunstgriff. So entfalten sich Hintergründe und Charaktere meist erst in einer Episode, in der man damit nicht rechnete.

Ein Roman, der beim Lesen volle Aufmerksamkeit verlangt und auf dessen traurige Grundstimmung man sich einlassen muss. Ein Stück deutsche Geschichte einmal anders vorgetragen. Lesenswert.

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"Tyll", der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann - er veröffentlichte u.a. "Die Vermessung der Welt", "Ruhm", "F" und "Du hättest gehen sollen" -, ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt. Tyll Ulenspiegel - Vagant, Schausteller und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.