Vom Leben am Rand der roten Scheibe

Vom Leben am Rand der roten Scheibe (eBook)

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...Sie lebte unfrei und eingeschlossen im Sperrgebiet, einem Käfig innerhalb des Gefängnisses, der "DDR". Auf der einen Seite Stacheldraht, auf der anderen der Schlagbaum ... Vom Leben am Rand der roten Scheibe ist ein... (weiter)

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Details
AutorIn Kriemhild Frieda Marie Mader
Seiten 416
EAN 9783944607016
Sprache deutsch
erschienen bei editionfredebold
Erstverkaufsdatum 10.08.2015
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Kopierschutz hard-drm
Dateigröße 8.77 MB
Veröffentlichungsjahr 2015
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Ein Zeitzeugen Roman über das Leben in der DDR
»Was liest Du?«-Rezension von RaphaelaZa, am 23.03.2016

Das Cover zeigt einen Grenzturm aus blankem Beton. Das Bild ist in einem angenehmen Farbton gehalten, im Vordergrund fliegt ein Schmetterling. Die Buchbeschreibung macht neugierig, da es sich um einen interessanten Zeitzeugenroman handelt.


Nun erst einmal zum Inhalt per Klappentext:
Sie lebte unfrei und eingeschlossen im Sperrgebiet, einem Käfig innerhalb des Gefängnisses, der “DDR“. Auf der einen Seite Stacheldraht, auf der anderen der Schlagbaum. Vom Leben am Rand der roten Scheibe ist ein frischer authentischer Blick auf weithin unbekannte Grenzerfahrungen in der “DDR“: das Leben im Sperrgebiet und auf die in mehreren „Säuberungsaktionen“ vom Unrechtsstaat verordneten Zwangsumsiedlungen. Kriemhild Frieda Marie Mader schildert den privaten, schwierigen wie gleichzeitig glücklich-behüteten Alltag in Kontrast zu den banal-bürokratischen Vergewaltigungen der eigenen Bürger im Sperrgebiet. Wir erfahren Erstaunliches über die Wirkung staatlicher Willkür auf die innere Befindlichkeit der „ganz normalen“ Menschen im Osten Deutschlands, ihre persönliche Zerrissenheit und die spannenden wie verunsichernden Herausforderungen für den Einzelnen in der Nachwendezeit. Die Autorin gibt uns einen tiefen Einblick in das Innere der Protagonistin, auf die Träume, Sehnsüchte und Wünsche, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen, auf ihre Kraft und ihre Schwäche und ihre ganz eigenen Begrenzungen. Trotz aller bisherigen literarischen, publizistischen und filmischen Aufarbeitungen erhalten wir einen ganz anderen, neuen Blick: Die Menschen im Sperrgebiet waren nicht nur vom Westen ausgegrenzt – wie alle anderen in der “DDR“ – sondern vom eigenen Land, vom Rest der ‚roten Scheibe‘.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich sehr neugierig gemacht. Als 1986 Geborene, habe ich meine frühste Kindheit zwar in der DDR verbracht, aber leider keine Erinnerungen mehr daran. Daher bin ich an Zeitzeugenberichten stets sehr interessiert!
Die Autorin schildert hier eine angenehme Geschichten, welche in zwei Zeitsträngen beschrieben wird. Wir lernen Ute kennen, welche auf Anhieb sympathisch wirkt. Durch ihre Augen betrachten wir nun die Umgebung und das Leben in der damaligen DDR.
Gekonnt erfahren wir die einzelnen Vorkommnisse im Rahmen von Familienfesten oder "Erwachsenengesprächen". So wie es auch bei uns oft besprochen wird. Hier lauschen wir gespannt den Schilderungen und erfahren nach und nach die unverständlichsten Ereignisse. Da verschwinden von Heute auf Morgen ganze Familien und werden einfach mal so umgesiedelt. Warum weiß keiner so genau.
Aber auch die Geschichte über die beiden Zwillinge, die mal eben in den Westen fliehen, war sehr lustig zu lesen- auch wenn es eher traurig für die entsprechende Familie endete.
Was mir hier wirklich besonders sehr gut gefallen hat, was die eingefangene Stimmung. Da wird von heute auf morgen die Grenze geöffnet und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Was gestern noch strengstens verboten war, interessiert heute plötzliche niemanden mehr. Das Gefühl der plötzlichen "Heimatlosigkeit" wird für mich hier sehr gut vermittelt.

Mein Fazit:
Eine wirklich gelungene Zeitzeugen- Geschichte, welche sich flüssig lesen lässt.
Zwar hätte es hier und da etwas ausführlicher sein können, aber dennoch wurde das Leben in der DDR für mich gut beschrieben. So, wie ich es auch schon aus diversen anderen Erzählungen erfahren habe. Hier und da liest man jedoch noch Dinge, die mir bisher nicht bewusst gewesen sind.

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in historisches Dokument, das deutsche Geschichte zu lesen leicht fallen lässt
»Was liest Du?«-Rezension von Fräulein, am 23.02.2016

Kriemhild Frieda Marie Mader, Autorin des Zeitzeugenromans „Vom Leben am Rand der roten Scheibe“, erschienen bei editionfredebold, weiß, wovon sie schreibt. Sie selber wuchs in eben dieser Sperrzone der ehemaligen DDR auf, also direkt neben dem Grenzzaun und unterhalb der Wachtürme, hinter einer Schranke zur übrigen DDR. Der Ort, an dem das Buch in erster Linie spielt. Es handelt von einem weitestgehend unbekannten Gebiet Ostdeutschlands, das es – zum Glück- seit 1989 nicht mehr gibt.
Die Protagonistin Ute und ihre Familie leben in dieser Sperrzone der DDR. Auf der einen Seite Stacheldrahtzaun zur Bundesrepublik, auf der anderen Seite ein Schlag¬baum, der die Bewohner des Grenzdorfs Schlags¬dorf noch ein Mal zu dem „Gefängnis DDR“ ab¬sondert. Innerhalb der großen Erzählung wird in kleinen Geschichten und Anekdoten vermittelt, was es heißt, unter größter Bewachung zu leben. Freunde und Familie dürfen nicht auf Besuch kommen – selbst zu Geburtstagen nicht, es sei denn, man hat Monate im Voraus einen Passierschein beantragt und auch genehmigt bekommen. Der Weg in die Schule, der jedes Mal durch Kontrollen führt, ist ein Spießrutenlauf. Hat man den Passierschein nicht dabei, darf man nirgendwohin. Den Sonnennuntergang fotografieren? Niemals – denn der findet im Westen statt.
Auch Geschichten, die zu DDR-Zeiten tatsächlich passierten und in der Presse veröffentlicht wurden, hat die Autorin geschickt in das Buch eingebunden. Zum Beispiel die von zwei kleinen Jungs, die „aus Versehen“ in den Westen gelangten und sich freuten, dass es dort Eis zu kaufen gab. Fast wäre es an dem fehlenden Westgeld gescheitert. Doch der Eisverkäufer hat ein Herz für die Ost-Jungs und zeigt sich spendabel. Auch die Herausforderungen der Nachwendezeit vernachlässigt die Autorin nicht und begleitet die Protagonistin und Familie auf ihren Wegen in ein neues, freies Leben, das doch so verwirrend und mangels Wegweiser sehr schwierig ist.
Der Leser taucht in die Welt der Grenzbewohner ein, und erlebt die ständige Angst vor dem DDR-Regime mit. Zu viele Nachbarn, Freunde, Familienangehörige verschwanden plötzlich oder ganze Familien und auch Dörfer wurden umgesiedelt – je nach Belieben der Regierung.
Kriemhild Frieda Marie Mader erzählt das teils Erlebte so, als säße man ihr gegenüber.

Dem Leser muss klar sein, dass es sich nicht um einfache Belletristik handelt, denn dann wird er enttäuscht. Geht er jedoch davon aus, dass es sich um einen Zeitzeugenroman handelt, also ein historisches Dokument in Romanform, so kann er viel Unglaubliches lesen und lernen und immer wieder erstaunt über das Tun und Handeln eines ehemaligen deutschen Staats sein. Er wird eben auch darum Unrechtsstaat genannt.
Vom Leben am Rand der roten Scheibe ist ein historisches Dokument, das Geschichte zu lesen leicht macht. Denn es werden keine trockenen historischen Fakten aneinandergereiht sondern zu einer schönen Geschichte verpackt. An den trockenen Ton der Autorin muss man sich gewöhnen – er lässt das schwere Thema nicht leichter werden. Aber gerade dadurch fühlt man sich unmittelbar in eine andere Welt und Zeit versetzt, die es so zum Glück nicht mehr gibt.

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...Sie lebte unfrei und eingeschlossen im Sperrgebiet,
einem Käfig innerhalb des Gefängnisses, der "DDR".
Auf der einen Seite Stacheldraht,
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Vom Leben am Rand der roten Scheibe ist ein frischer authentischer Blick auf weithin unbekannte Grenzerfahrungen in der "DDR": das Leben im Sperrgebiet und auf die in mehreren "Säuberungsaktionen" vom Unrechtsstaat verordneten Zwangsumsiedlungen.

Kriemhild Frieda Marie Mader schildert den privaten, schwierigen wie gleichzeitig glücklich-behüteten Alltag in Kontrast zu den banal-bürokratischen Vergewaltigungen der eigenen Bürger im Sperrgebiet. Wir erfahren Erstaunliches über die Wirkung staatlicher Willkür auf die innere Befindlichkeit der "ganz normalen" Menschen im Osten Deutschlands, ihre persönliche Zerrissenheit und die spannenden wie verunsichernden Herausforderungen für den Einzelnen in der Nachwendezeit.
Die Autorin gibt uns einen tiefen Einblick in das Innere der Protagonistin, auf die Träume, Sehnsüchte und Wünsche, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen, auf ihre Kraft und ihre Schwäche und ihre ganz eigenen Begrenzungen.

Trotz aller bisherigen literarischen, publizistischen und filmischen Aufarbeitungen erhalten wir einen ganz anderen, neuen Blick: Die Menschen im Sperrgebiet waren nicht nur vom Westen ausgegrenzt - wie alle anderen in der "DDR" - sondern vom eigenen Land, vom Rest der ‚roten Scheibe‘.

Kriemhild Frieda Marie Mader, Jahrgang 1959, wuchs in dem kleinen Ort Schlagsdorf in Mecklenburg-Vorpommern, im Grenzstreifen zur BRD, auf. Eine Kindheit und Jugend hinter den Mauern des Sperrgebiets, eine Heimat, die sie selbst mit Freunden und Schulkameraden nicht teilen konnte. Ein fremdbestimmtes Leben kennzeichnete ihren Weg. Dem Traum von einer Musikerkarriere ging sie aufgrund ihres damaligen angepassten und fügsamen Charakters nicht nach und studierte stattdessen Germanistik und Slawistik in Güstrow und Minsk. Sie unterrichtete an einer Schule in Berlin, doch nach der Wende orientierte sie sich neu. Nach der Trennung von ihrem Mann arbeitete sie kurzzeitig wieder als Lehrerin, entschied sich jedoch aufgrund der dauernden Befristungen und der erheblichen Herabstufung des Gehaltes endgültig gegen diesen Beruf.
Aus der "DDR" vermisst sie einzig die etwas langsamer fließende Zeit. Die Mauer wünscht sie sich nicht zurück, denn deren Fall bedeutet für sie Freiheit im Denken und Handeln. Daher rührt auch ihr inneres Aufbegehren gegen die Einstellung "Da kann man ja doch nichts machen."
Vom Wunsch getrieben, die alten Familiengeschichten aus der Zeit im Sperrgebiet festzuhalten und sich durch das Schreiben von der Einengung und der Begrenzung zu befreien, beginnt sie ihre Autorenlaufbahn.
Heute ist Frau Mader sowohl beruflich als auch privat angekommen und arbeitet neben ihrer Tätigkeit als Autorin freiberuflich als Layouterin, Trauerrednerin und Sängerin.
Kriemhild Frieda Marie Mader hat gehandelt und verschwiegene und vergessene Handlungen des "DDR"-Regimes in ihrem autobiografisch geprägten Erstlingswerk "Vom Leben am Rand der roten Scheibe" festgehalten.
Mit ihren beiden Söhnen lebt sie in Berlin, dem Ort, den sie heute als Heimat bezeichnet.

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