Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr (Audio-CD)

Ungekürzte Lesung

Audio-CD
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Höre auf das dunkle Herz der Nacht Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen... (weiter)

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Details
AutorIn Walter Moers
Edition Ungekürzte Lesung
EAN 9783844528091
Sprache deutsch
erschienen bei Hoerverlag DHV Der
Erscheinungsdatum 09.2017
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.9 | 8 Meinungen

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Wieder mal ein Ideenfeuerwerk ...
»Was liest Du?«-Rezension von anushka, am 06.11.2017


Prinzessin Dylia leidet unter einer mysteriösen Krankheit. Die selbst ernannte "Prinzessin Insomnia" kann nachts nicht schlafen. Und das bedeutet nicht, dass sie Einschlafprobleme hat, sondern dass sie ganze Nächte hintereinander nicht schläft. Bislang hat nichts dagegen angeschlagen. Es bleibt der klugen Prinzessin nur, sich die Zeit kreativ zu vertreiben. Doch eines Nachts, nach 16 durchwachten Nächten, sitzt plötzlich Havarius Opal auf ihrer Brust. Das gnomähnliche Wesen ist ein Nachtmahr, dessen Aufgabe es ist, das auserwählte Opfer in den Wahnsinn zu treiben. Und Nachtmahre geben nicht auf, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Doch erst gehen die beiden noch auf eine abenteuerliche Reise durch Dylias Gehirn.

Das lange Warten hat sich gelohnt. Moers zündet mal wieder ein Ideenfeuerwerk vom Feinsten und erzählt eine (alb-)traumhafte Geschichte aus der Welt des Denkens und Träumens. Mal davon abgesehen, dass Moers Figuren sowieso immer Fantasiewesen einer Fantasiewelt sind, taucht man aber auch hier wieder so tief in die Geschichte ein, dass sich beim Lesen ein eigenartiges Gefühl von Surrealität im Körper festsetzt. Da bei Moers alles möglich ist, bangt man bis zum Ende mit Dylia, während man über die Geschichte hinweg aber auch Sympathien für den oft (manchmal ungewollt) humorvollen Nachtmahr entwickelt. "Prinzessin Insomnia ..." ist wieder im Zamonien-Universum angesiedelt, allerdings findet fast die komplette Handlung in Dylias Gehirn statt. Wer also auf mehr Zamonien gehofft hat, für den ist dieses Buch eher weniger geeignet, wobei ich es trotzdem empfehlenswert finde. Es handelt sich, als Geschichte in der Geschichte, um ein von Mythenmetz aufgeschriebenes zamonisches Märchen.

Mich konnte diese Geschichte wieder absolut gefangen nehmen, auch durch die Moers-typische Skurrilität der Figuren und einer durchscheinenden Komik, die niemals in Klamauk abrutscht. Wie viele andere der Zamonien-Bücher habe ich auch dieses wieder als Hörbuch gehört, zum ersten Mal allerdings ohne Dirk Bach. Ich kann aber sagen, das Buch funktioniert aber auch mit Andreas Fröhlich fantastisch. Mir war es sogar etwas angenehmer, da Fröhlich nicht ganz so "hysterisch" liest wie Bach, sondern etwas ruhiger. Er ist ein würdiger Nachfolger, der den Figuren ebenfalls ihre ganz eigenen Stimmen gibt und dies über die gesamte Zeit hinweg durchhält.

Ich habe diese Geschichte genossen und empfehle sie gern weiter. Ganz besonders an Psychologiestudierende, die beim Pauken der Hirnstrukturen und -funktionen hiermit vielleicht ein bisschen mehr Spaß haben könnten. Aber auch sonst finde ich die Geschichte hörenswert (oder auch lesenswert, aufgrund der Bilder), sie erweitert das Zamonienuniversum wieder um eine Geschichte, auch wenn es nicht um bislang zentrale Zamonienfiguren geht. Dafür ist die Geschichte tatsächlich von der realen Welt und einer Erkrankung der Illustratorin inspiriert, wie der Nachbemerkung im Booklet zu entnehmen ist.
Ich werde mir zusätzlich zum Hörbuch auch noch das Buch kaufen (oder schenken lassen), da ich die Illustrationen während der Geschichte doch etwas vermisst habe und das Buch sehr liebevoll aufgemacht ist. Aber im beiliegenden Booklet hat man wenigstens ein paar davon mit dabei. Hier also ganz klar die Empfehlung zur CD und nicht zum Download.

Ich habe etliche kritische Rezensionen dieses Buches gesehen. Ich selbst bin kein Vollbut-Zamonien- oder -Moers-Fan. Aber ich persönlich wurde von diesem neuen Buch nicht enttäuscht.

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Walter Moers hilft gegen das Gedankenchaos
»Was liest Du?«-Rezension von EmmaZecka, am 04.11.2017

Gestaltung 

Als ich das Hörbuch bekam, war ich erstaunt, dass der Inhalt auf einer CD zusammengefasst war. Vor einer Weile beendete ich Die Stadt der träumenden Bücher und konnte mich noch gut erinnern, wie lang mir die Geschichte vorkam. Als ich dann merkte, dass mich hier nur eine CD erwartete, war ich auch etwas erleichtert.

Gelesen wird Prinzessin Insomnia von Andreas Fröhlich. Für mich bedeutete das eine große Umstellung, da ich bisher nur Moers Lesungen von Dirk Bach kannte. Ich brauchte erst einmal geschlagene zwei Stunden, bis ich meine innere Dirk Bach Stimme endlich erfolgreich abstellen konnte. Und das lag nicht etwa daran, dass Andreas Fröhlich im Vergleich schlechter gelesen hat. Er liest die Geschichte etwas schlichter. Das hat mir dabei geholfen, dass ich mich mehr auf den Inhalt konzentrieren konnte und nicht ausschließlich an den tollen Wortkonstruktionen hängen geblieben bin. Außerdem hat Andreas Fröhlich unseren beiden Protagonisten Leben eingehaucht. Besonders gut gefielen mir die Dialoge zwischen der Prinzessin und dem Nachtmahr. Und glaubt mir, die beiden können sich nicht wirklich leiden.

 

Inhalt 

Wie es im Klappentext so schon heißt, ist Prinzessin Insomnia die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Und das macht ihr wirklich schwer zu schaffen. Als dann noch ein Nachtmahr auftaucht, der sie in den Wahnsinn treiben möchte, fragt sie sich zuerst, wer ihr hier einen Streich spielt. So leicht gibt sie sich jedenfalls nicht geschlagen. Und so brechen die Prinzessin und der Nachtmahr auf. Sie reisen durch Prinzessin Insomnias Gehirn auf dem Weg nach Amygdala.

 

Und sobald wir uns in ihrem Gehirn befinden, überzeugt Walter Moers wieder mit tollen sprachlichen Bildern. Er berichtet von Gedanken, die mit viel Pech in Endlosschleifen landen oder erzählt, wo die größten Ängste im eigenen Gehirn lauern. Mehr als einmal dachte ich mir, dass die Geschichte für Menschen mit Depressionen oder solche, die ihr Gedankenkarussell nicht mehr abstellen können, geeignet ist. Dieses Buch enthält so viele sprachliche Bilder, das ich es wahrscheinlich nochmal hören müsste, um alle zu begreifen. Toll finde ich hier, dass Moers die Gedanken von Prinzessin Insomnia genauer beleuchtet. Er zeigt auf, was in ihrem Kopf stattfindet und was passiert, wenn sie ihre Gedanken ändert. Und das meint nicht etwa Schlimmes zu verdrängen, sondern einen anderen Blickwinkel auf die Situation zu bekommen. Und das alles erzählt uns der Autor, ohne zu moralisieren.

 

Obwohl der Nachtmahr schon einen bedrohlichen Namen hat, wirkte der Charakter auf mich keinesfalls gruselig. Und auch die Prinzessin scheint Stück für Stück Gefallen an ihrem Gefährten zu finden. Obwohl er sie auch ziemlich gut provoziert.

 

Spannung

Die Handlung von Prinzessin Insomnia lag klar auf der Hand. Dennoch fand ich die Teilschritte, nämlich die Auseinandersetzung mit Prinzessin Insomnias Gedanken und die verschiedenen Stationen im Gehirn fast interessanter als die Frage, ob sie nun wirklich in den Wahnsinn getrieben wird oder nicht. Das große Ziel habe ich gelegentlich aus den Augen verloren.

 

Gegen Ende war ein merkwürdiger Bruch in der Handlung, der mich etwas verwirrte. Dennoch wird die Geschichte als solches schön aufgelöst, wobei ich eine Nacht darüber schlafen musste, um das Ende verstehen zu können.

 

Schreibstil

Wie bereits erwähnt, hat Walter Moers einen schönen Schreibstil mit sehr vielen sprachlichen Bildern. Zu Beginn der Geschichte war ich etwas enttäuscht. Ich hatte noch so gut die Fantasie rund um Die Stadt der träumenden Bücher im Kopf und hatte den Anspruch, dass Prinzessin Insomnia mindestens genauso viele und genauso tolle Elemente enthalten sollte. Doch obwohl hier einige Bilder beschrieben werden, sind sie dennoch anders als in den vorherigen Büchern des Autors. Die Bilder wirken subtiler und es ist mir leichter gefallen, sie auf das reale Leben zu übertragen.

 

Gesamteindruck

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr enthält wirklich schöne Elemente, die sich auf unser Leben übertragen lassen. Und das ohne, dass der Autor belehrend um die Ecke kommt. Walter Moers zeigt hier auf, dass einen die eigenen Gedanken manchmal ziemlich in die Irre führen können, ohne, dass es einem auf Anhieb bewusst ist.

 

Allerdings muss ich auch sagen, dass Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr zwar eine schöne Geschichte ist, sie für mich aber nicht ganz an andere Bücher des Autors herankommt.

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Höre auf das dunkle Herz der Nacht Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der gleichsam beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich. Gelesen von Andreas Fröhlich. (1 mp3-CD, Laufzeit: 11h 23)