1793

1793 (eBook)

Niklas Natt Och Dag

Übersetzung: Leena Flegler

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»Ein Meisterwerk. Ein wilder und ungewöhnlicher Mix, der das ganze Krimigenre revolutioniert.« Arne Dahl Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste... (weiter)

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Details
AutorIn Niklas Natt Och Dag
Übersetzung Leena Flegler
EAN 9783492993227
Sprache deutsch
erschienen bei Piper Verlag GmbH
Erstverkaufsdatum 01.03.2019
Stichwörter Stockholm
Arne Dahl
Gefängnis
Gosse
Glücksspiel
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 1.14 MB
Veröffentlichungsjahr 2019
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NACHT UND TAG – TIEFER IST JEDOCH DIE NACHT
»Was liest Du?«-Rezension von Mikka, am 17.05.2019

Was mich in den ersten Kapiteln des Buches direkt sehr stark angesprochen hat, waren das lebendige und gekonnt beschriebene Lokalkolorit und die großartige historische Atmosphäre. Das Leben in Stockholm springt einem geradezu von den Seiten entgegen, in all seiner Pracht, aber weit ergreifender in seinem grenzenlosen Elend.

Das wirkt alles ausführlich und sorgfältig recherchiert, was auch aus dem Nachwort des Autors hervorgeht, und genau das war es, was ich mir von dem Buch erwartet hatte.

Dazu kommt noch ein sehr interessantes Ermittlerduo:
Mickel Cardell und Cecil Winge sind beide Männer, die nicht nur ihre Stärken, sondern auch ihre Lasten und Laster ganz offensichtlich mit sich herumschleppen. Sie stehen kompromisslos für ihre Ansichten ein und stoßen deshalb auch nicht überall auf Wohlwollen.

Mickel hat im Krieg einen Arm verloren und leidet offensichtlich an massivem posttraumatischen Stress, den er mit Alkohol und wüsten Gewaltexzessen zu bekämpfen versucht. Am liebsten benutzt er seinen Holzarm, um in angezettelten Prügeleien den größtmöglichen Schaden zu verursachen, dennoch kann er ein gar so schlechter Kerl nicht sein… Denn als er eine grauenhaft zugerichtete Leiche findet, lässt das seinem Gewissen keine Ruhe, obwohl er den Fall gut und gerne Cecil Winge überlassen könnte, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden.

Cecil hingegen ist im Endstadium an Schwindsucht erkrankt, liegt in den letzten Zügen und wird allgemein schon mit leisem Grauen als wandelnder Leichnam betrachtet, obwohl seiner scharfen Intelligenz vielerorten Achtung gezollt wird. Dennoch ist auch er entschlossen, vor seinem baldigen Tod noch den Fall aufzuklären, um dem von Mickel gefundenen Toten Gerechtigkeit zu verschaffen.

Und so schließen Mickel und Cecil sich zusammen, und gerade diese unwahrscheinliche Zusammenarbeit, aus der eine noch unwahrscheinlichere Freundschaft wird, macht einen Großteil des Reizes des Buches aus.

Interessant ist vor allem, dass den beiden Ermittlern natürlich keines der heutigen Hilfsmittel zur Verfügung steht.

Fingerabdrücke, DNA, Profiling? Fehlanzeige.

Und so müssen sie sie sich ausschließlich auf ihre Beobachtungsgabe, ihre Menschenkenntnis und ihren logischen Verstand verlassen. Cecil wird von manchen Rezensenten nicht ganz zu Unrecht mit Sherlock Holmes verglichen, während Mickel das unerschrockene Bravado und die Gewaltbereitschaft mitbringt – ganz und gar kein John Watson, aber für Cecil schon bald ähnlich unverzichtbar.

Und jetzt kommen wir zu dem, was mir das Buch leider sehr verdorben hat, wobei ich direkt zugeben muss, dass es sich dabei um etwas handelt, was verschiedene Leser sehr unterschiedlich wahrnehmen werden.

Niklas Natt och Dag beschreibt in einigen Szenen eine Art von schonungsloser Brutalität, die ich in einem historischen Kriminalroman so nicht erwartet hätte.
Mit rauen Umgangsformen, zutiefst elenden Lebensbedingungen, Kriegsverwundungen, Kriminalität, Totschlag und Mord – da sich die Armen oft nicht anders zu helfen wussten, um zu überleben – und sogar sexueller Gewalt gegenüber Frauen, insbesondere solcher niedriger Gesellschaftsschichten, war angesichts der Zeit, in der das Buch spielt, sicher zu rechnen.

Hier finden sich jedoch Spielarten einer geradezu monströsen Perversion und sadistischer Folter, die ich eher heutzutage im Darknet erwarten würde als im Stockholm des Jahres 1793.

Ich habe mir öfter die Frage gestellt, ob dies wirklich nötig ist, um die Geschichte in voller Wirkungskraft zu erzählen?

Und meine persönliche Antwort lautet: nein, eher im Gegenteil. In meinen Augen schmälert diese Art der Brutalität die Wirkung der an sich sehr interessanten Charaktere und der ansonsten gut recherchierten Darstellung der Zeit sogar.

Dennoch entbehrt das Buch keineswegs der Spannung, auch wenn es für mich persönlich eine sehr schwer zu verkraftende Spannung war. Das Ende ist meines Erachtens auf jeden Fall überraschend, dabei dennoch schlüssig und damit für einen Kriminalroman durchaus gelungen.

Ich habe das Gefühl, dass das Buch für mich wahrscheinlich sogar ein richtiges Highlight gewesen wäre, wäre die Schwelle der Gewalt für mich nicht viel zu hoch angesetzt gewesen. Es hat viele hervorragende Elemente, großartige Wendungen und ist alles andere als durchschnittlich oder einfallslos.

FAZIT

Im Stockholm des Jahres 1793 wird eine grotesk entstellte Leiche aus dem Wasser gefischt. So viel sei direkt gesagt: die Geschichte, die sich daraus entspinnt, ist nichts für Zartbesaitete. Hier wird nichts geschönt, nichts verschwiegen, hier wird alles gnadenlos auf die Spitze getrieben.

Bei einem in der Gegenwart spielenden Hardcore-Thriller wäre ich eher darauf vorbereitet gewesen als bei einem historischen Kriminalroman. Dennoch gibt es auch Einiges, was mir an diesem Krimi gut gefallen hat, so dass ich mich zusammengefasst etwas ratlos für eine mittlere Wertung entschieden habe.

“1793” ist ein Buch, das polarisiert und sowohl begeisterte Stimmen als auch heftige Ablehnung hervorruft, und für beides lassen sich sicher überzeugende Argumente finden.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2019/05/16/rezension-niklas-natt-och-dag-1793/

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Düsteres und brutales Stockholm in 1793
»Was liest Du?«-Rezension von Goch9, am 07.05.2019

Klappentext:

Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …

 

 

Ich liebe gut recherchierte Historische Romane. Neben den geschichtlichen Hintergrund werden dem Leser die Lebensbedingungen einer längst vergangenen Zeit vor Augen geführt. Aber auf das Jahr 1793 in Stockholm war ich nicht vorbereitet.

 

Auf 496 Seiten eröffnet sich uns ein düsteres, brutales, eiterndes und alkoholgeschwängertes Szenario. 

 

In einem nach Kloake und giftigen Substanzen stinkendem Gewässer wird eine grausam zerstückelte Leiche gefunden. Alle Gliedmaßen sind dem Mann im lebenden Zustand entfernt worden. Er hat keine Augen und keine Zunge. In diesem außergewöhnlichen Mordfall ermitteln ein todkranker Jurist und ein traumatisierter Kriegsveteran. Ich hatte große Schwierigkeiten das nachzuvollziehen. 

 

Bei soviel Brutalität, Schmutz und krankhaftem Verhalten musste ich Pausen einlegen um das Buch zu Ende lesen zu können.

 

Niklas Natt och Dag hat lange Zeit umfangreich recherchiert um die Ereignisse so wahrheitsgetreu wie möglich beschreiben zu können. Er hat detailverliebt Wetterbedingungen, Kleidung, Atmosphäre in den Unterkünften und Schänken, Moralvorstellungen, Gerichtsbarkeit, Mimik und Gedankengänge der einzelnen Protagonisten und Gerüche geschildert, beleuchtet und so gut erklärt, dass ich das Buch einfach zu Ende lesen musste. Jetzt weiß ich, wie sich das Leben in Stockholm im Jahre 1793 anfühlte. 

 

Der Kriminalfall zog sich mit einem großen Spannungsbogen durch den ganzen Historischen Roman, hat mich aber leider nicht überzeugt. Beide ermittelnden Protagonisten waren für mich nicht glaubwürdig. 

 

 

 

Zum Autor:

 

Niklas Natt och Dag, geboren 1979, arbeitet als freier Journalist in Stockholm. Der Spiegel-Bestsellerautor entstammt der ältesten Adelsfamilie Schwedens. Nicht zuletzt deshalb hat er eine besondere Verbindung zur schwedischen Geschichte. Sein historischer Kriminalroman »1793« wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schwedischen Krimipreis für das beste Spannungsdebüt. Wenn er nicht schreibt oder liest, spielt er Gitarre, Mandoline, Geige oder die japanische Bambuslängsflöte Shakuhachi.

(der Piper-Autoren-Biographie entnommen)

 

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»Ein Meisterwerk. Ein wilder und ungewöhnlicher Mix, der das ganze Krimigenre revolutioniert.« Arne Dahl Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten ... Der Nummer-1-Bestseller aus Schweden »Stellen Sie sich >The Alienist - Die Einkreisung< im Stockholm des 18. Jahrhunderts vor: wuchtig, blutig, vielschichtig, herzzerreißend spannend. >1793< ist der beste historische Krimi, den ich in zwanzig Jahren gelesen habe!« A. J. Finn (#1-New-York-Times-Bestseller-Autor von »The Woman in the Window«)

<p>Niklas Natt och Dag, geboren 1979, arbeitet als freier Journalist in Stockholm. Der <em>Spiegel</em>-Bestsellerautor entstammt der ältesten Adelsfamilie Schwedens. Nicht zuletzt deshalb hat er eine besondere Verbindung zur schwedischen Geschichte. Sein historischer Kriminalroman »1793« wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schwedischen Krimipreis für das beste Spannungsdebüt. Wenn er nicht schreibt oder liest, spielt er Gitarre, Mandoline, Geige oder die japanische Bambuslängsflöte Shakuhachi.</p>

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