180 Grad Meer

180 Grad Meer (Buch)

Roman

Buch
Für Bewertung bitte einloggen!

Der neue Roman von Sarah Kuttner Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie... (weiter)

€ 18,99 *
Preis
inkl MwSt.

  • sofort lieferbar ?
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Sarah Kuttner
Seiten 272
EAN 9783100024947
Sprache deutsch
erschienen bei S. FISCHER
Erscheinungsdatum 28.12.2015
Stichwörter Mutter
Komödie
Vater
Tragik
Leben
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.1 | 30 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.4 |  10 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.9 |  20 Bewertungen

5 Sterne
( 5 )
4 Sterne
( 4 )
3 Sterne
( 1 )
2 Sterne
1 Stern

Typisch Kuttner
»Was liest Du?«-Rezension von katzenminze, am 20.08.2017

Wer Kuttners Romane kennt weiß, dass es immer eine etwas sperrige weibliche Hauptcharakterin gibt, die vor einer Veränderung im Leben steht. Hier ist das Jule, die sich seit sie denken kann um ihre depressive Mutter kümmern musste, zu ihrem Vater kaum Kontakt hat und deren Beziehung durch ihre Wut, ihre Selbstvorwürfe und Unzufriedenheit kurz vor dem Aus steht. Gerade die Begegnung mit ihrem Vater fand ich sehr treffend Beschrieben. Die plötzliche eigene Unzulänglichkeit. Angst vor den Ansprüchen des andern. Die Sprachlosigkeit, die Wut und all das Unausgesprochene. Ich hätte mir allerdings einen größeren Fokus auf ihre Mutter gewünscht. Jules Probleme mit ihr werden nur am Rande berührt und ihre Mutter eher für die witzigen Momente „benutzt“.

Auch wenn die Story zwischendurch ein bisschen Ereignisarm daherkommt, fand ich das Ende sehr (be)rührend und stimmig. Insgesamt darf man aber keine klassische Happy-Ever-After-Geschichte erwarten. Und natürlich keine glatte, nette, liebliche Hauptcharakterin. Ich finde die Berliener Schnauze und das Mürrische, das Jules hat aber gerade interessant. Die Mischung aus traurig und lustig ist bei 180° Meer insgesamt gut gelungen. Bei Jules Charakter genauso wie bei der Story an sich.

Kuttners gewohnt hippe aber tatsächlich auch authentische Sprache mag ich gerne. Einige Sätze Jules haben mich herzlich zum lachen gebracht. Allerdings darf man keine Abneigung gegen Anglizismen haben.

Wer Kuttners Vorgängerromane mochte, wird auch von diesem nicht enttäuscht werden. 180° Meer bietet eine gewohnt schöne Mischung aus Ernsthaftigkeit und Witz und einen lockeren Ton, der ganz fix durchs Buch trägt.

mehr zeigen ...

Gelungenes Werk abseits der ganzen Happy Endings
»Was liest Du?«-Rezension von Literaturliebe, am 05.04.2017

KURZ GESAGT

Ich fühle mich diffus traurig und überfordert. Als würde ich von imaginären Massen bedrängt, und gleichzeitig fühle ich mich merkwürdig zurückgelassen. Ich habe außerdem ein permanentes Bedürfnis nach Meer. S. 145

Sarah Kuttner war mir bisher eher als Fernsehmoderation bekannt. „180 Grad Meer“ ist also mein erster Roman von ihr, mit dem die Berliner Großschnauze (ist nett gemeint, wir Berliner haben sie alle irgendwie ;) ) beweist, dass sie auch schreiben kann.

Protagonistin Jule ist eine Figur, die einem von Sarah Kuttner gut nahe gebracht wird. Zwar konnte ich nicht immer ihr Verhalten, dafür aber eindeutig ihre Gefühle und Denkweisen nachvollziehen. Manchmal wirkt sie unsympathisch und anstrengend, weil in ihr so viel Wut ist, dass man das Gefühl bekommt, sie müsste jeden Moment explodieren. Aber man versteht sie.  „180 Grad Meer“ ist ein Roman, der sich abhebt. Ein Buch, das sich trotz nicht immer einfacher Sprache erstaunlich flüssig lesen lässt und durch absolut durchschnittliche Figuren besticht (was übrigens mal eine wahre Erfrischung ist!). Das Buch ist nicht rasant, eigentlich nicht wirklich spannend und auch nur wirklich sehr selten sowas wie witzig. Aber es ist interessant und berührt irgendwo einen Punkt in mir. Es ist ein Buch, über das man nachdenkt, das man reflektiert, das in einem nachhallt und das trotz der relativ geringen Seitenzahl überraschend tiefgründig ist. Ein bisschen schade fand ich nur, dass die Beziehung zu Jules Vater etwas oberflächlich und kurz abgehandelt wurde. Aber sonst: Alle Achtung, Frau Kuttner, für dieses Werk.

ABSCHLUSSWORTE

In „180 Grad Meer“ versucht Protagonistin Jule zu sich selbst zu finden, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und mit sich und vielleicht auch mit der Welt sowas wie ins Reine zu kommen. Manchmal gelingt es ihr, manchmal auch nicht. Dabei ist es als Leser sehr interessant Jule auf diesem Weg zu begleiten. „180 Grad Meer“ sticht zwischen den ganzen Happy Endings in der Literaturwelt eindeutig heraus. Und wenn der eine oder andere eventuelle Schwierigkeiten mit Jule als Person haben könnte, so ist dieses Buch durchaus eine Empfehlung wert.

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

Der neue Roman von Sarah Kuttner Nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Jule mit ihrem Bruder und ihrer selbstmordgefährdeten Mutter aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie sich einen Alltag geschaffen, in dem sie alles nur noch irgendwie erträgt: ihren Job als Sängerin, die unzähligen Anrufe ihrer Mutter, den ganzen Hass in ihr, der sie fast verschwinden lässt. Als auch ihre Beziehung zu bröckeln beginnt, flieht sie zu ihrem Bruder nach England, auf der Suche nach Ruhe und Anonymität. Doch dort trifft sie auf ihren Vater, der im Sterben liegt. Zaghaft beginnt Jule einen letzten Versuch, sich dem Mann anzunähern, von dem sie sich ihr Leben lang im Stich gelassen gefühlt hat. Eine tragikomische Road-Novel über das komplizierte Verhältnis zu den eigenen Eltern und den Wunsch, Urlaub von sich selber machen zu können.

Kuttner, Sarah Sarah Kuttner wurde 1979 in Berlin geboren und arbeitet als Moderatorin. Sie wurde mit ihren Sendungen 'Sarah Kuttner - Die Show' (VIVA) und 'Kuttner.' (MTV) bekannt und arbeitete mehrfach für die ARD. Bei zdf.neo hat sie das Großstadtmagazin 'Bambule' und die Talkshow 'Kuttner plus Zwei' moderiert. Seit 2016 produziert und moderiert sie die monatliche Veranstaltungsreihe 'Kuttners schöne Nerdnacht' und seit 2017 moderiert sie gemeinsam mit Stefan Niggemeier den Podcast 'Das kleine Fernsehballett' auf Deezer. Ihre Kolumnen für die Süddeutsche Zeitung und den Musikexpress wurden im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlicht. Ihr erster Roman 'Mängelexemplar' erschien 2009 und stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Danach erschienen die Romane 'Wachstumsschmerz' (2011) und '180 Grad Meer' (2015). Sarah Kuttner lebt in Berlin.