21 Lektionen für das 21. Jahrhundert (Buch)

Yuval Noah Harari

Übersetzung: Andreas Wirthensohn

Buch
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In "Eine kurze Geschichte der Menschheit" erzählte er vom Aufstieg des Homo Sapiens zum Herrn der Welt. In "Homo Deus" ging es um die Zukunft unserer Spezies. Mit seinem neuen Buch schaut Yuval Noah Harari, einer der... (weiter)

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Nach dem überzeugenden Vorgänger "Homo Deus" liefert Yuval Noah Harari diesmal leider nur Durchschnitt ab
»Was liest Du?«-Rezension von ech, am 28.11.2018

Nachdem "Homo Deus" von Yuval Noah Harari im letzten Jahr zu meinen absoluten Highlights im Bereich Sachbücher gehört hat, bin ich mit einer entsprechend großen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Doch diesmal konnte Harari meine Erwartungen nicht erfüllen, am Ende hat mich sein Buch sogar ziemlich zwiespältig zurückgelassen.

In seinem ersten Werk "Eine kurze Geschichte der Menschheit" hat sich Harari mit der Vergangenheit des Homo Sapiens und seinem Aufstieg zum Herren der Welt beschäftigt. Im Nachfolger "Homo Deus" ging es dann in erster Linie um die die Zukunft unserer Spezies.
In diesem Buch beschäfigt sich Harari nun mit den dringendsten Fragen und Problemen der Gegenwart und will sie seinen Lesern dabei in 21 Lektionen näherbringen.

Eigentlich wäre "21 Fragen für das 21. Jahrhundert" der zutreffendere Titel für das Buch gewesen, da die Lektionen zuweilen doch ziemlich dünn ausfallen. Harari bietet zwar einen umfassenden Überblick über die wesentlichen Aspekte unserer Zeit, bleibt die Anworten auf die sich daraus ergebenen Fragen aber vielfach schuldig und überlässt es seinen Lesern, selber die erforderlichen Schlüsse aus seinen Ausführungen zu ziehen.  

In seinem Bemühen allen Themen gerecht zu werden, wirkt das Buch zudem an einigen Stellen doch ein wenig überfrachtet. Hier gilt dann allzu oft der Grundsatz "Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.".
Gerade der erste Abschnitt mit den Ausführungen zur technologischen Herausforderung wirkt zudem in weiten Teilen wie eine Zusammenfassung von "Homo Deus" und kann dem Thema dabei auch kaum neue Facetten abgewinnen. 
In dieser Hinsicht kann sich Harari dann zwar in den weiteren Abschnitten steigern, durchgehend überzeugen konnte er mich aber auch hier nicht.

In Sachen Schreibstil weiß Harari aber bei aller Kritik auch hier wieder zu überzeugen.
Er versteht es wie kein Zweiter, seine Leser mit provokanten Thesen zum Nachdenken zu bringen und bleibt diesem Stil auch diesmal auf gelungene Art und Weise treu.

Wer sich einen Überblick über die dringendsten Probleme unserer Zeit verschaffen will, wird mit diesem Buch insgesamt dann doch gut bedient.
Wer aber schon zuvor ein Buch von Yuval Noah Harari gelesen hat, weiß, das der Autor aber eigentlich deutlich mehr kann und es hoffentlich in seinem nächsten Buch auch wieder zeigt.

Langweilig durch ständige Wiederholungen...
»Was liest Du?«-Rezension von Bosni, am 18.11.2018


"Wer sich in seinem Körper nicht mehr zu Hause fühlt, wird sich auch in der Welt nirgends zu Hause zu fühlen." (S. 131)
Yuval Noah Harari gilt als einer DER Historiker und Denker unserer Zeit. Seine Bücher "Homo Deus" und "Eine kurze Geschichte der Menschheit" konnten mich überzeugen und sind mittlerweile absolute Bestseller geworden.
Natürlich wollte ich auch sein neustes Buch "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" unbedingt lesen.

Leider hat mich dieses Buch mehr als enttäuscht.
Unter Lektionen verstehe ich eine Art Unterricht bzw. Lehre, also etwas, wobei ich etwas lerne. Harari hält sich aber eher an folgenden Satz:
"Fragen, die wir nicht beantworten können, sind in der Regel weitaus besser für uns als Antworten, die man nicht infrage stellen darf." (S. 277)
Antworten sucht man bei ihm nämlich diesmal vergeblich. Er stellt immer nur wieder fest, wie schlecht unsere ganze Welt ist und was andere Menschen alles falsch machen. Lösungen gibt es nicht. Nur unzählige Wiederholungen aus seinen vorhergehenden Büchern.
Und wenn Harari keine vernünftigen Gründe mehr einfallen, dann sind eben die Biotechnologie und diverse Algorithmen an allem Schuld.

Womit wir schon beim nächsten Problem sind: Harari erklärt in diesem Buch grundsätzlich nicht, was er eigentlich mit Biotechnologie und co. genau meint. Hinter diesen Begriffen stecken oft soooo viele Dinge. Gerade die Biotechnologie ist ein riesig großes Feld und es macht durchaus einen Unterschied, ob wir von der Verwendung in der Industrie oder in der Medizin sprechen.

Außerdem folgt das Buch keinem Roten Faden. Hinter den Überschriften verstecken sich oft ganz andere Themen, als erwartet. Er springt sehr oft zwischen den Themen hin und her und verzettelt sich dabei. 

Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Grundstimmung des Buches sehr negativ. Harari scheint als einen "Ausweg" das Akzeptieren der gegenwärtigen Lage zu sehen. Er nennt keine Möglichkeiten zur Besserung, sondern beschreibt nur, wie man die aktuelle Lage möglichst ohne Schäden überstehen soll. Sein eigener Ausweg ist die Meditation.

Ich kann zusammenfassend als nur sagen, dass ich "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" im Gegensatz zu Hararis anderen Büchern nicht weiterempfehlen kann.
Er nennt viele interessante und wichtige Aspekte, vermeidet dabei aber jegliche Antworten auf Fragen und wirft stattdessen immer mehr Fragen auf.