Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Buch)

Roman. Nominiert für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016

Buch
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Die Kindheit auf dem Gelände einer riesigen Psychiatrie und das Austauschjahr in Amerika liegen hinter ihm, der gerade zwanzig gewordene Erzähler bereitet sich auf den Antritt des Zivildienstes vor, als das... (weiter)

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Details
AutorIn Joachim Meyerhoff
Seiten 347
EAN 9783462048285
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 12.11.2015
Stichwörter Trilogie
Alle Toten fliegen hoch Teil 3
Schauspiel-Schule
Familie
Großeltern
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.4 | 34 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  12 Rezensionen
davon Bewertungen:
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Moooaaahhh, ein wunderbares Buch!
»Was liest Du?«-Rezension von westeraccum, am 03.10.2017

Joachim Meyerhoff hat ja im Vorgängerband schon von seiner Familie erzählt, seiner Kindheit auf dem Gelände einer Psychiatrischen Anstalt in Schleswig, vom Unfalltod seines Bruders und nun geht die Geschichte weiter.

Nach dem Abitur will Joachim zuerst als Zivi in einem Kinderkrankenhaus anfangen, doch dann bewirbt er sich eher zum Spaß an der renommierten Otto-Falckenberg-Schauspielschule - und wird zu seiner Überraschung angenommen! Er zieht also nach München erst einmal  zu seinen Großeltern, da er kein Zimmer finden kann. Sein Großvater Herrmann war Philosophieprofessor, seine Großmutter eine bekannte Schauspielerin und ihr Alltag ist akribisch geregelt. Ganz im Gegensatz dazu steht der chaotische Unterricht an der Schauspielschule mit allen Irrungen und Wirrungen.

War das Vorgängerbuch schon ein köstliches Lesevergnügen, so steigert sich Meyerhoff in diesem Buch noch einmal. Wie er seine Großeltern liebevoll beschreibt und dabei auch nach und nach ihre Geschichte erzählt, das ist meisterhaft. Die Balance zwischen Komik und Tragik schafft er mit leichter Hand und mit genauer Beobachtungsgabe. Es wird deutlich, wie sehr er diese beiden Menschen geliebt hat, ohne ihnen unkritisch gegenüber zu stehen.

Ein wirklich gutes Buch, das die Leser zum Lachen und zum Weinen bringt! So muss es sein!

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Ach, diese Lücke...
»Was liest Du?«-Rezension von biadia, am 26.12.2016

Joachim Meyerhoff erzählt die Geschichte seiner Studienzeit in München. Er wird an der renommierten Münchner Filmhochschule angenommen und wohnt bei seinen Großeltern, in deren Villa in Nymphenburg.

Die Schilderung seiner exzentrischen Großeltern, die immer wieder eine zentrale Rolle spielen, sorgen für viele amüsante Momente. Die Großmutter, war früher eine bekannte Schauspielerin, der Großvater ein pensionierter Philosophieprofessor. Der Tagesablauf der Senioren, bestimmt durch das Trinken verschiedener Sorten Alkohol, wird urkomisch und trocken erzählt.

Auch die Beschreibung des Studienalltags voller Selbstironie und Humor sorgen für heitere Momente. Joachim Meyerhoff erzählt humorvoll mit viel  Ehrlichkeit und Offenheit über sich, seine Familie und sein Leben. Mit seinen schauspielerischen Leistungen ist geht er durchaus hart ins Gericht. Auch die manchmal seltsamen wirkenden Lehrmethoden der Filmhochschule, sorgen für den eienn oder anderen Schmunzler.

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Die Kindheit auf dem Gelände einer riesigen Psychiatrie und das Austauschjahr in Amerika liegen hinter ihm, der gerade zwanzig gewordene Erzähler bereitet sich auf den Antritt des Zivildienstes vor, als das Unerwartete geschieht: Er wird auf der Schauspielschule in München angenommen und zieht in die großbürgerliche Villa seiner Großeltern in Nymphenburg.Seine Großmutter ist eine schillernde Diva und selbst ehemalige Schauspielerin, sein Großvater emeritierter Professor der Philosophie, eine strenge und ehrwürdige Erscheinung. Ihre Tage sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert, bei denen Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Unter ihrem Einfluss wird der Erzähler zum Wanderer zwischen den Welten. Tagsüber an der Schauspielschule systematisch in seine Einzelteile zerlegt, ertränkt er abends seine Verwirrung auf dem opulenten Sofa in Rotwein und anderen Getränken. Aus dem Kontrast zwischen großelterlichem Irrsinn und ausbildungsbedingtem Ich-Zerfall entstehen die ihn völlig überfordernden Ereignisse. Zugleich entgeht ihm nicht, dass auch die Großeltern gegen eine große Leere ankämpfen, während er auf der Bühne sein Innerstes nach außen kehren soll und dabei fast immer grandios versagt.

Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, ist seit 2005 Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. In seinem sechsteiligen Zyklus 'Alle Toten fliegen hoch' trat er als Erzähler auf die Bühne und wurde zum Theatertreffen 2009 eingeladen. 2007 wurde er zum Schauspieler des Jahres gewählt. Für seinen Debütroman wurde er 2011 mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis und 2012 mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Im September 2016 erhielt er den Nicolas-Born-Debütpreis, den Euregio-Schüler-Literaturpreis, im Januar 2017 die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Im Mai 2017 wurde Joachim Meyerhoff in der Sektion Darstellende Kunst in die Akademie der Künste aufgenommen und von der Fachzeitschrift Theater heute im September zum Schauspieler des Jahres 2017 gewählt.