Alles still auf einmal (Taschenbuch)

Roman. Deutsche Erstausgabe

Rhiannon Navin

Übersetzung: Britta Mümmler

Taschenbuch
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"Mit nur sechs Jahren versteht Zach mehr von Herz und Seele als die Erwachsenen um ihn herum." The Washington Post Aufgeregt versteckt sich Zach mit seinen Klassenkameraden im Wandschrank. Es ist heiß und stickig und... (weiter)

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Details
AutorIn Rhiannon Navin
Übersetzung Britta Mümmler
Seiten 384
EAN 9783423262170
Sprache deutsch
erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum 18.04.2019
Ursprungstitel Only Child
Serien dtv Taschenbücher
Stichwörter Amoklauf an Schule
Autist
Familientragödie
Frauenliteratur
Gewalt
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.6 | 32 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.7 |  14 Rezensionen
davon Bewertungen:
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wichtig und bewegend!
»Was liest Du?«-Rezension von Booknaerrisch, am 01.02.2020

Bei einem Amoklauf in seiner Grundschule verliert der 6-jährige Zach seinen älteren Bruder. Man sollte meinen, dass das schon schwer genug ist, aber nein - zu allem Überfluss droht seine kleine Familie völlig auseinanderzubrechen.

Wie die Thematik bereits erahnen lässt, ist Zachs Geschichte keine leichte Kost.
Der Verlust eines Kindes, Geschwisters, oder Ähnliches ist in der Regel für alle schwer, was sich exponentiell verstärkt, wenn jeder der Betroffenen eine andere Art der Bewältigung benötigt.
In Zachs Fall ist es nicht nur so, dass er seinen Bruder verliert und seine Familie zu zerbrechen droht -was schon schlimm genug ist-, nein! Er geht irgendwie auch völlig unter. Vergessen von seinen Eltern ist er immer mehr auf sich allein gestellt und wird gefühlt komplett übersehen. Das schmerzt beim Lesen extrem!
Niemand sollte in solchen Zeiten alleine sein und schon gar kein Kind.

Die Geschichte ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr emotional und bewegend, vor allem, weil sie durchgehend aus Zachs Sicht erzählt wird. Stellenweise war diese kindliche Erzählweise auch anstrengend, das muss ich zugeben. Er verliert sich in Gedankengängen, versucht Dinge zu verstehen und das eben mit kindlicher Ausdrucks- und Empfindungsweise - das ist ab und zu nicht ganz so einfach, zumindest für mich. Aber ganz ehrlich? Die ganze Trauer, Emotionali- und vor allem Authentizität macht das im Laufe der Story mehr als wett. Man kommt mal um mal an seine eigenen Grenzen und zugegebenermaßen muss man erwähnen, dass die meisten um das ein oder andere Tränchen vermutlich nicht herum kommen werden. Aber wozu auch? ;) Mit jeder gelesenen Seite ergattert sich Zach ein größeres Stück im Leserherz!

So, und nun komme ich zum schwierigsten, wenngleich für mich bestem Teil der Geschichte.
Die Autorin jongliert mit Schmerz und Hoffnung zugleich und lässt dabei auch Tabuthemen zu Wort kommen.
Zum einen widmet sie sich dem Thema Schuld.
Wie jeder weiß, hat jeder seine eigene Art, mit einem solchen Verlust umzugehen. Mache schweigen, manche weinen und wieder andere verlieren sich in Schuldzuweisungen. In diesem Fall wird zum Beispiel die Familie des Täters zum Thema. Tragen die Eltern eine Mitschuld, hätten sie etwas merken können oder gar müssen? Und muss ich als „Opfer“ akzeptieren, dass auch sie einen Verlust zu beklagen haben, bzw. muss es mich interessieren? Hilft es eventuell, jemandem die Schuld zu geben??? Wir werden mit vielen Fragen konfrontiert, die man sich selbst stellt und vermutlich auch versucht zu beantworten. Nur wie die Realität dann am Ende aussehen wird/würde, steht vermutlich wieder auf einem ganz anderen Blatt.
Zum anderen widmet sich Rhiannon Navin auch einem Thema, dass die meisten wohl als absolutes Tabu sehen werden. Und sei es auch nur deshalb, weil man so etwas nicht aussprechen darf...
Aber was ist, wenn der verstorbenen jemand war, der immer wieder Streit und Unruhe gebracht hat? In diesem Fall hatte Zachs Bruder Andy wohl ein ernstes Aggressionsprobleme, und man kann als Leser klar nachvollziehen, dass Zach sich vorstellen kann, dass der Umgang als Familie zueinander jetzt etwas "liebevoller" vonstatten gehen könnte - zumal Andy des Öfteren Streit zwischen seinen Eltern hervorgerufen hat und seine Mutter auch ab und an wegen ihm geweint hat. Aber ist es OK so zu denken? Oder darf man jemanden solche Gedanken verbieten wollen, weil sie sich einfach nicht gehören?

Ich für meinen Teil empfinde "alles still auf einmal" als eine wichtige und bewegende Lektüre, die ich nur empfehlen kann. Aber eventuell sollte man die Taschentücher nicht vergessen!

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Frontalangriff auf die Tränendrüse
»Was liest Du?«-Rezension von Sursulapitschi, am 16.01.2020

Dieses Buch war ein Irrtum. Ich weiß nicht genau, warum ich es lesen wollte. Wegen der vielen euphorischen Bewertungen? Sind die Menschen so leicht zu beeindrucken? Sind wir einfach prinzipiell betroffen, wenn ein schweres Thema auf den Tisch kommt?

Plopp macht es, Plopp – Plopp, als der kleine Zach mit seiner Schulklasse im Wandschrank sitzt und den Amoklauf auf dem Flur abwartet. Plopp – findet er beängstigend und ich irgendwie albern, müsste es doch eigentlich wüst knallen, wenn ein Amokläufer um sich schießt. Na gut, Zach hat Angst, sein Bruder stirbt, seine Eltern verzweifeln, alles sehr traurig und nachvollziehbar. Einzig der Plopp lässt zweifeln.
Dann bekommen wir geballtes Leid , wobei nichts ausgelassen wird, um ordentlich auf die Tränendrüse zu drücken. Rührend, wenn Zachs Lehrerin ihm zum Trost ihren Engelsflügelanhänger schenkt, den sie von ihrer Großmutter geerbt hat, der ihr immer Trost geschenkt hat. Zum Heulen, wie er sich in Andys Schrank versteckt und seine Gefühle malt. 

In einer Kindersprache, die eher seltsam als authentisch ist, berichtet Zach von den Ereignissen. Man kann sich nicht recht entscheiden. Ist er nun zu kindlich oder zu altklug für seine sechs Jahre? Es gibt Indizien für beides, aber eins steht fest: Es ist nervtötend, wenn er davon erzählt, dass Mommy und Daddy immer „Gewitter machen“ und er dann „das Wehtun in seinem Bauch“ wegdrückt. Und Mommy und Daddy und Andy und Mimi… da macht es doch „wuuusch in meinem Kopf“.
Die große Tür der Kirche ging immer wieder mit einem lauten Knirsch-Quietsch, Knirsch-Quietsch auf und zu, ..." und dann fuhren sie durch die Himmelstränen mit dem Auto nach Hause.
Dieses Buch behandelt ein ernstes Thema und präsentiert es auf Kindergartenniveau. Nicht alles, was hilflos formuliert wurde, ist automatisch Kindersprache und damit anrührend. Dieser Versuch ging hier gründlich daneben, man jongliert eigentlich nur mit Klischees. 
Allerdings scheint das Schema ja zu funktionieren. Viele Menschen sind berührt, mich hat es geärgert. 

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"Mit nur sechs Jahren versteht Zach mehr von Herz und Seele als die Erwachsenen um ihn herum." The Washington Post Aufgeregt versteckt sich Zach mit seinen Klassenkameraden im Wandschrank. Es ist heiß und stickig und eng. Draußen fallen Schüsse - drinnen ahnt Zach, dass etwas Schreckliches geschieht. Er wird schließlich gerettet, aber sein älterer Bruder Andy stirbt, und nichts wird je wieder wie früher sein. Die Familie droht an dem Verlust zu zerbrechen. Doch es ist ausgerechnet der kleine Zach, der die Menschen, die er liebt, aus der Verzweiflung führt.

Navin, Rhiannon Rhiannon Navin, aufgewachsen in Bremen, arbeitete in verschiedenen New Yorker Werbeagenturen, bevor sie Fulltime-Mutter und Autorin wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, zwei Katzen und einem Hund außerhalb von New York City. Mümmler, Britta Die Übersetzerin Britta Mümmler lebt und arbeitet in München. Sie überträgt die Texte berühmter Autoren, wie z. B. bei dtv die beliebte Vampir-Reihe von Charlaine Harris, aber auch klassische Werke von Charles Dickens und C. S. Forester.