Altes Land (eBook)

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Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd... (weiter)

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Details
AutorIn Dörte Hansen
Seiten 304
EAN 9783641152390
Sprache deutsch
erschienen bei Random House ebook
Erstverkaufsdatum 16.02.2015
Stichwörter Spiegel Bestseller
Der Geschmack von Apfelkernen
Wir sind doch Schwestern
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Geesthuysen
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 1.85 MB
Veröffentlichungsjahr 2015
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Hommage an das Emsland
»Was liest Du?«-Rezension von mapefue, am 15.10.2019

ALTES LAND ist eine literarische Hommage an die Elbmarsch. Ein Panoptikum der Gesellschaft vom platten Land mit platter Sprache, von der Nachkriegs- bis zur Jetztzeit. Völlig unaufgeregt, sachlich, pointiert und mit einer Portion Ironie beschreibt Hansen Land und Leute. Von Bauern, Flüchtlingen und Zugereisten. Verfällt nicht in einen verklärenden romantischen Rückblick. Der „Lesefaden“ reißt nie ab, ein wahres Lesevergnügen mit einem Schreibstil der Extraklasse.

Plötzlich steht die aus Ostpreußen vertriebene Gutsbesitzerin Hildegard vom Kamcke mit ihrem Kleinkind Vera vor der Bäuerin Ida. Vertrieben aus Polen, einem geschundenen Land, zuerst von der Deutschen Wehrmacht geknechtet, dann von den Russen gedemütigt. Zwei weibliche Alphatiere, die nicht miteinander können „zwei Frauen, ein Herd, das war noch niemals gut gegangen“, bis Ida am Balken hängt. Was für Gene hat Ida, wenn sie nicht einmal mit ihren vertriebenen Landsleuten friedvoll umgehen konnte? Hildegard „trampelt“ wie ein Ackergaul durchs Bauernhaus und durchs Leben von Vera, bis sich mit neuem Mann vertschüsst. Vera bleibt - ein Leben lang, mit Pferd und Hund und versintert.

Anne mit Leon, scheitert privat, wie beruflich und wird zum Flüchtling, zum Tischergesellen auf Veras Bauernhof.

Furnier gegen Vollholz – nicht nur ein Glaubenskrieg, sondern ein Generationenkonflikt.

Auf den Mund geschaut: Was ein Bauer denkt, wenn ihm ein Städter die Welt erklärt.Gehörlose, Demenzkranke und Mütter, alle eine Kategorie aus der Sicht einer KITA-Tante.

„Kleine Fische, arme Schweine, schräge Vögel, grenzdebile Hofpflasterer, Sozialphobiker und schlichtgestrickte Bauern“, alle sind da.

Es tut fast weh, wenn Hansen mit dem Brennglas auf die nachbarschaftlichen Beziehungen, die dörflichen Eigenheiten, die familiären Spannungen, den Umgang mit den Zugereisten richtet. Hansen schwebt wie eine Drohne über dem ALTEN LAND, ist eine neutrale Beobachterin und hegt keine Sympathie für irgendeine Seite. Eben ALTES LAND.

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Ein tolles Buch
»Was liest Du?«-Rezension von frenx, am 01.08.2017

„Altes Haus“ sollte das Buch eigentlich heißen. Denn eigentlich ist es ein Haus, das im Zentrum des Romans „Altes Land“ von Dörte Hansen steht. Ein Haus, das schon bessere Tage erlebt hat. Gleich im ersten Kapitel wird es beschrieben, wie es Wind und Wetter und den Zeiten trotzt, mit seinem struppigen Reetdach, dem alten Fachwerk. Und mit dem Satz „Das Haus stand still“ endet das Buch.

Es sind die Personen in und um dieses Haus, die in „Altes Land“ zum Sprechen gebracht werden. Das Schöne daran ist: sie sind genauso struppig und widerborstig wie das alte Haus selbst. Und gäbe es Dörte Hansen nicht, so kann man sich sicher sein, wären sie nie im Leben so redselig geworden, sondern hätten es dem Haus gleichgetan und geschwiegen.

Das, was an „Altes Land“ von Dörte Hansen so faszinierend ist, ist die Verdichtung einer ländlichen Idylle mit ganz unterschiedlichen Charakterköpfen. Als Leser hat man nicht nur Spaß an den knorrigen Gewächsen, die auf dem Land leben, sondern nimmt auch teil an der Entmystifizierung des achso schönen Landlebens.

Da gibt es den von der Stadt Zugereisten, der im Landleben sein Glück sucht, die Zeitschrift „Land & Lecker“ herausgibt. Bis, ja bis er vom Landleben die Schnauze gestrichen voll hat. Dann ist da noch Anne, die betrogene Ehefrau, die zurück ins elterliche Haus geht und – kritisch beäugt – mit der Renovierung beginnt. Und Vera, die Besitzerin, ist alles andere als eine einfache Frau. Nicht anders steht es allerdings auch um ihre Nachbarn. Aus all diesen eigentümlichen Personen entsteht ein fein verwobenes Beziehungsgeflecht, das nur in dieser Gemengelage funktionieren können. Im Grunde genommen könnte „Altes Land“ immer weitergeschrieben werden – zumindest solange wie es das Haus gibt.

„Altes Land“ ist alles andere als der Versuch einer Entzauberung des Landlebens. Es ist eine wundervolle Beschreibung dessen, was Landleben – zumindest in Norddeutschland – ausmacht und endet viel zu früh.

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Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen - und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen. Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels« gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman »Mittagsstunde« ist im Herbst 2018 erschienen und wird von Lesern und Kritik gefeiert. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

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