Andorra

Andorra (Taschenbuch)

Stück in zwölf Bildern

Taschenbuch
Für Bewertung bitte einloggen!

Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozeß einer Bewußtseinsveränderung, abgehandelt an der Figur... (weiter)

€ 6,00 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 5,99
  • sofort lieferbar
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Max Frisch
Edition Neuauflage
Seiten 144
EAN 9783518367773
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 10.2008
Stichwörter Vorurteil
Schullektüre
Theaterstück
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.8 | 45 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 5 |  2 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.8 |  43 Bewertungen

5 Sterne
( 1 )
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
1 Stern

Ein Wiederlesen nach Jahren...
»Was liest Du?«-Rezension von Anne, am 04.07.2014

Vor etlichen Jahren habe ich das Buch als Deutschlektüre lesen müssen, und wie den meisten anderen in dieser Situation gefiel es mir nicht besonders. Nun fiel mir dieses Buch wieder in die Hand, und spontan habe ich beschlossen, es nach all den Jahren einfach noch einmal zu lesen, und ich muss sagen, ich bin sichtlich beeindruckt.

Andorra ist ein Drama des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Frisch thematisiert am Beispiel des Antisemitismus die Auswirkung von Vorurteilen, die Schuld der Mitläufer und die Frage nach der Identität eines Menschen gegenüber dem Bild, das sich andere von ihm machen.

Der männliche Protagonist Andri sowie die weibliche Hauptfigur Barblin befinden sich im Unwissen, dass sie Halb-Geschwister sind. Andri lebt im Glauben, dass sein Pflegevater, der Lehrer, ihn als "Judenkind" vor dem Nachbarvolk gerettet und groß gezogen hat. Andri wird als "Jude" abgestempelt, obwohl er gar keiner ist. Er wird immer wieder mit bestimmten Klischees seiner angeblich jüdisch-ethnischen Herkunft konfrontiert. Alle machen sich ein falsches Bild von ihm, er wird nur von Vorurteilen umgeben und letztendlich fängt er an, sich diese Eigenschaften selbst zu eigen zu machen und wird damit seiner Identität beraubt.

Das "Andorra" von Max Frisch ist ein fiktiver Staat, mit dem nicht der reale Kleinstaat Andorra gemeint ist.
Das 1961 uraufgeführte Bühnenstück von Max Frisch zeigt viele Parallelen zur Situation der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Auch dort war Antisemitismus weit verbreitet, und eine große Zahl aus Deutschland flüchtender Juden wurde an der Grenze abgewiesen. Frischs Andorra ist gleichwohl als Modell zu verstehen: Jedes Land kann zu einem Andorra werden.

Das Buch hat mich wirklich ausgesprochen beeindruckt und mich mit einer Gänsehaut zurück gelassen.
In jedem Fall empfehlenswert!


© Parden

mehr zeigen ...

andorra
»Was liest Du?«-Rezension von Lea, am 28.06.2014

Für eine Schullektüre ein richtig gutes Buch!

mehr zeigen ...

Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozeß einer Bewußtseinsveränderung, abgehandelt an der Figur des jungen Andri, den die Umwelt so lange zum Anderssein zwingt, bis er es als sein Schicksal annimmt. Dieses Schicksal heißt in Max Frischs Stück "Judsein". Das Schauspiel erschien als Buchausgabe zuerst 1961.

Frisch, Max Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung. Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.