Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit

Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit (Taschenbuch)

Roman

Taschenbuch
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Irland, 1912: Weil sie immer wieder gegen die Regeln verstößt, wird die junge Nonne Rose in ein Kloster nach Dublin versetzt, dem eine Wäscherei angeschlossen ist, die angeblich missratenen Mädchen Arbeit... (weiter)

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Details
AutorIn Rebecca Michéle
Seiten 446
EAN 9783958131750
Sprache deutsch
erschienen bei Edition Oberkassel
Erscheinungsdatum 16.05.2019
Stichwörter Arbeit
Baden-Württemberg
Besserungsanstalt
Irisch-Republikanische Bruderschaft
Jungfrau Maria
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3 Frauen kämpfen für dei Freiheit
»Was liest Du?«-Rezension von SABO, am 21.08.2019

Rebecca Michéle - Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit

Kerry/Dublin, Irland, um 1912
Vor 25 Jahren wird vor dem katholischen Kloster Saint-Mary-in-the-Field ein neugeborenes Mädchen gefunden. Die Nonnen nehmen Rose - wie sie ab jetzt heißt - unter ihre behutsamen Fittiche und Rose wird eine von ihnen. Die Bildung, die ihr zuteil wird, gibt sie im Schulkloster an arme Kinder weiter. Schwester Rose hat ein großes Herz und führt ein gottgefälliges und glückliches Leben, den Teufel kennt sie nur aus der Bibel. Umso unvorbereiteter trifft sie die Versetzung in das Kloster Saint Stephens von Dublin. Ihre Äbtissin hält die Magdalen-Wäschereien für eine großartige Einrichtung und beschreibt sie wie folgt:
"Das Kloster von Saint Stephen der Sisters of Mercy in Dublin ist ein Zufluchtsort für Mädchen und Frauen, die im Leben gestrauchelt sind. Durch sinnvolle Arbeit können sie sich von ihren Vergehen reinwaschen und erhalten so die Möglichkeit, in ein geordnetes, sündenfreies Leben zurückzufinden."

Die Sisters of Mercy führen ein komfortables Leben, oft sehnt sich Rose in ihr damaliges karges Zimmer zurück. Rose wagt nicht zu zweifeln, doch die Methoden der Nonnen, getrauchelten Frauen zu helfen Buße zu tun, strapazieren ihren Glauben.

Rose trifft auf zwei Frauen, mit deren Schicksal sie besonders verbunden sein wird:
Das schwangere Schankmädchen Cindy verliert ihren Verlobten Liam, als der eine neue Heimat für sie sucht. Er befand sich auf der Titanic. Nach der Geburt im Kloster stimmt sie unfreiwillig einer Adoption zu.
Die blutjunge Fiona aus gutem Hause widersetzt sich dem Wunsch des Vaters zu heiraten und wird von ihrer Familie verstoßen. Eine großzügige Spende an das Kloster, sichert seine Entscheidung ab. Die zierliche Fiona erwartet eine lange Eingewöhnungszeit, die Wäscherei verlangt ihr Einiges ab,der pure Trotz retttet ihr Dasein.

Die Arbeitskraft der Frauen werden in den Wäschereien unter menschenunwürdigen Zuständen ausgebeutet, sie erleiden Züchtigung durch die Nonnen und Missbrauch durch die Priester. Geburten innerhalb der Klostermauern sind keine Seltenheit und so manche Totgeburt wird im Hof verscharrt.
Doch er kommt, der Tag, zwischen Gebet, Tränen und Verzweiflung.

Cindy und Fiona geraten in Bedrängnis und Rose stellt sich auf deren Seite. Danach gibt es kein Zurück mehr, die drei müssen fliehen..

Die Gefangenschaft der Frauen basierte auf keinerlei Rechtsgrundlage - doch Papier ist geduldig und Klostermauern, trutzig. Unbequem nennt man sie - die Frauen, die durch Armut in gewisse Notlagen gerieten. Die "barmherzigen" Schwestern waren gut im Adoptionsgeschäft.

Wer Rebecca Michele auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit folgt, wird es nicht bereuen und merken, der Titel ist mehr als Programm. Der Roman ist das pure Herzblut einer Autorin, die lange und hartnäckig für ein - bis heute - ummauertes Thema recherchiert hat. Die schöne und flüssige Sprache lässt einem die Nächte
durchlesen. Ein echter Page-Turner. Das Buch ist ein Stück Irland, zwischen Kirche, Krieg und Rebellion,  Armut und ärgster Not, doch auch Liebe, Glaube, Mut und Freundschaft.

Spannend, dramatisch, berührend! Mal wieder eine absolute Leseempfehlung!
 

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Eine Geschichte die unter die Haut geht
»Was liest Du?«-Rezension von Caroas, am 02.08.2019

Rose ist eine Klosterschwester die zu viele „freiheitliche“ Gedanken führt und nach Dublin in ein Kloster mit einer „Magdalen-Wäscherei“ versetzt wird.

Cindy ist eine schwangere Frau ohne Mann, die man im Kloster wegsperrt und das Kind wegnimmt.

Fiona ist eine Frau aus gutem Haus die von ihrem Vater ins Kloster weggesperrt wird, da sie sich nicht ehrenhaft verhalten hat.

Die Autorin schafft es mit diesen 3 charakterlich total unterschiedlichen Frauen die Problematiken einer Frau bis zum 21. Jhd klar und geschickt aufzuzeigen. Sie wagt sich an ein Thema heran, dass von der katholischen Kirche immer noch bestritten wird und nach wie vor Unmut unter der Bevölkerung hervorruft. Besonderst unter den bigotten Mitgliedern der Kirche die ihre Scheuklappen immer noch nicht ablegen.

Fazit, Orte wie die „Magdalen-Wäscherei“ gibt es weltweit immer noch unter verschiedensten Bezeichnungen, nur werden sie „Tod“ geschwiegen und solange die Mächtigen Macht haben und diese ausnutzen, unabhängig ob religiös, politisch oder sonst wer, wird es Machenschaften wie diese im Buch beschrieben immer weiter geben.

Ein gut recherchiertes Buch einer mutigen Autorin, das ich gerne weiterempfehle.

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Irland, 1912: Weil sie immer wieder gegen die Regeln verstößt, wird die junge Nonne Rose in ein Kloster nach Dublin versetzt, dem eine Wäscherei angeschlossen ist, die angeblich missratenen Mädchen Arbeit gibt. Rose erkennt schnell, dass die Magdalen-Frauen rücksichtslos ausgebeutet werden, Schläge und Misshandlungen sind an der Tagesordnung. Als Rose feststellt, dass die Magdalen-Frauen von Priestern missbraucht werden, lehnt sie sich gegen die Mutter Oberin auf und steht nun selbst unter strenger Bewachung. Zusammen mit zwei jungen Arbeiterinnen flüchtet Rose aus dem Kloster. Draußen erwartet sie allerdings kein besseres Leben, denn alle drei werden in die Wirren des irischen Freiheitskampfes verstrickt ...

Michéle, Rebecca Rebecca Michéle wurde geboren 1963 in Süddeutschland, lebt mit Mann und zwei Kater in der Nähe von Stuttgart. Seit dem Jahr 2000 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. Bisher sind 35 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten in verschiedenen Genres erschienen - auch unter den Pseudonymen Ricarda Martin, Michelle Ross und Mia Richter. Seit ihrer Jugend beschäftigt sich die Autorin mit der Historie, bereist alle Schauplätze und legt großen Wert auf eine intensive Recherche. Mindestens einmal im Jahr reist sie auf die britische Insel und recherchiert Schauplätze und Hintergründe ihrer Romane und ist regelmäßig in Großbritannien unterwegs. Rebecca Michéle ist Mitglied in folgenden Autorenverbänden: Verband Deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen, DELIA, Das Syndikat, Mörderische Schwester, Homer.