BECOMING (Buch)

deutschsprachige Ausgabe

Michelle Obama

Übersetzung: Harriet Fricke, Tanja Handels, Elke Link, Andrea O'Brien, Jan Schönherr, Henriette Zeltner

Buch
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Die kraftvolle und inspirierende Autobiografie der ehemaligen First Lady der USA Michelle Obama ist eine der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Gegenwart. Als erste afro-amerikanische First Lady der USA trug... (weiter)

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Werden, eine ewige Reise
»Was liest Du?«-Rezension von ulrike rabe, am 03.03.2019

Michelle Obama war von 2009 bis 2017 First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika. Man kann sich jetzt natürlich fragen, muss jeder, der einmal eine gewisse Prominenz erlangt hat, gleich eine Biografie schreiben. Müssen? Nein. Können ja. MAN muss sie ja auch nicht lesen, können ja. Und ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.

In ihrer Biografie schreibt Michelle Obama von ihrer Kindheit und Jugend in der Southside von Chicago. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie war Bildung und Ausbildung ihren Eltern sehr wichtig. Ehrgeizig und zielstrebig schafft es die junge Frau nach Princeton, studiert Rechtswissenschaften, wird Anwältin.

Immer wieder fragt sie sich: „Bin ich gut genug?“, unbeirrbar auf Leistung fokussiert.  In einer renommierten Kanzlei in Chicago tätig wird sie Mentorin für einen jungen Studenten, wird dessen Mentorin, verliebt sich in ihn. Auch heute noch ist die durch und durch organisierte Frau mit dem Typen zusammen, der  seine Klamotten einfach gerne in Häufchen auf dem Boden liegen lässt. Dieser Typ -  Barack Obama - wurde 2009 als erster Schwarzer Präsident der vereinigten Staaten. Auf dem weg dorthin erleidet Michelle Obama ein Schicksal, das sie mit vielen Frauen (auch weniger erfolgreicher, engagierter Männer)teilt: „Alleinerzieherin mit Mann“, Beruf, Kinder, Haushalt bringt sie unter einen Hut, während Barack Obama politisch erfolgreich zunächst für den Senat von Illinois, später für den Senat der Vereinigten Staaten kandidiert.

Michelle Obama hinterfragt ständig ihr Leben: „Was für ein Mensch möchte ich sein? Auf welche Weise kann ich auf der Welt etwas beitragen?“  Auch ihre eigene berufliche Veränderung stellt sie unter diese Prämisse. Der Beruf als Anwältin befriedigt sie nicht, wechselt ins Büro des Bürgermeisters von Chicago, gründet später die Chicagoer Sektion von „Public Allies“, einer Organisation, die jungen  Menschen auf den Eintritt ins Berufsleben im öffentlichen Dienst vorbereitet.

Als First Lady kann sie sich nur  vielen Themen widmen, die ihr wichtig sind, Bildung, Gesundheit, Ernährung, Bewegung. Dabei tritt sie vor allem für Mädchen ein, die gegen die Unsichtbarkeit anzukämpfen haben, die mit den Merkmalen „arm“, „weiblich“, „andere Hautfarbe“ einhergehen.

Sie selbst steht dabei unter strenger Beobachtung, von der Presse, der politischen Gegenseite. Kleidung, Mimik, Gestik, ein falsches Wort, ein Lächeln zu viel oder zu wenig, wird interpretiert. Ständig unter Bewachung durch den Secret Service versucht sie ihren Kindern weitestgehend ein normales Aufwachsen zu ermöglichen. Keine leichte Aufgabe, wenn bei jeder Einladung der Background der Schulfreunde durchleuchtet werden muss.

Michelle Obamas Botschaft, vor allem an junge Menschen ist: Nutze die Schule, nutze Bildung, seid solidarisch! Wenn Sie selbst auf die Berufsberaterin gehört hätte, sie sei kein „Material für Princeton“, wer weiß wie anders ihr bisheriges Leben verlaufen wäre. Auf die Frage „Bin ich gut genug?“ kann die Antwort immer nur lauten: „Ja, das bin ich!“

Becoming: Was willst du werden, wenn du groß bist?“. Diese Frage hat wohl jedes Kind schon einmal gehört. „Als ob das Werden ein Ende hätte.“
„Werden“ ist kein Ziel das es zu erreichen gilt, es ist eine Reise, die nicht endet. Man darf gespannt sein, wohin die Reise Michelle Obama noch hinführen wird.

Beeindruckend bescheiden
»Was liest Du?«-Rezension von Lisa Neundorf, am 02.03.2019

Michelle Obama ist wohl die inspirierendste und einer der stärksten Frauen der Welt. Sie beeinflusst Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Aber wie ist diese Persönlichkeit groß geworden, wer hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist und vor allem, wie hat sie die Zeit im weißen Haus neben ihrem Mann Barack erlebt und gemeistert?

Als ich sah, dass sie ein Buch heraus gebracht hat, musste ich es unbedingt lesen. Ich bin schon seit Jahre von ihr fasziniert und bewundere sie.

Stilistisch war das Buch sehr gut geschrieben. Auch die vielen Bilder in der Mitte haben das Buch auch noch mal aufgewertet. Auch habe ich niemals gedacht, dass mich eine Autobiografie gleichzeitig zum lachen und zum weinen bringen kann. Ihr Leben ist so unglaublich bewegend und das Buch so unglaublich authentisch. Man merkt, dass sie das Buch nach der Amtszeit geschrieben hat, weil dort auch zu einigen Themen eine klare Meinung vertreten wurde. Was ich aber sehr gut fand, weil das ihre Geschichte nur noch authentischer gemacht hat.

Obwohl sie so viel in ihrem Leben erreicht hat, schrieb sie dennoch mit einer gwissen Demut. Sie hat jeden Menschen in ihrer Geschichte mit Respekt behandelt, sogar ihre Feinde. Oft konnte man vegessen, dass sie von dem amerikanischen Präsidenten schrieb, weil sie in ihre Geschichte so viel Menschlichkeit gelegt hat. Man spürt nicht nur ihre Hingabe zu ihrern Kinder, ihrer Familie, ihrem Mann oder "ihrem" Land, sondern auch die Hingabe zu sich selbst.

Viele ihrer Lebenswege habe ich in meinem Leben wieder erkannt und mir Mut für die Zukunft gegeben.

Bin ich gut genug?- Ja bin ich!