Blackbird

Blackbird (Buch)

Roman

Buch
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Mit zwei Flaschen Amselfelder auf dem 10-Meter-Brett. Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist... (weiter)

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Details
AutorIn Matthias Brandt
Edition 5. Aufl.
Seiten 275
EAN 9783462053135
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 22.08.2019
Stichwörter SPIEGEL-Bestseller-Autor
Jugend
70er Jahre
Familie
The Beatles
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.1 | 22 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4 |  9 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.2 |  13 Bewertungen

5 Sterne
( 3 )
4 Sterne
( 3 )
3 Sterne
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1 Stern

Die große Sprachlosigkeit
»Was liest Du?«-Rezension von AnnBee, am 20.10.2019

In diesem Buch geht es um Morten, einen16-jährigen Teenager, der gerade eine schwierige Zeit durchmacht. Seine Eltern trennen sich, er muss umziehen, und dann ist sein bester Freund plötzlich im Krankenhaus und kämpft gegen den Krebs. Zusätzlich verliebt er sich, erstmal unglücklich, Mädchen sind manchmal ganz schön gemein.

Das alles wird aus Mortens Perspektive erzählt, und in Mortens Sprache. Mathias Brandt kriegt diese Jugendsprache vergangener Zeiten realistisch hin – aber ich fand es dadurch sehr anstrengend zu lesen, sprachlich ist das wirklich kein Genuss. Manchmal verliert sich das Buch auch zu sehr in Details, so braucht der Autor etwa eine halbe Seite, um zu beschreiben, wie Morten eine Flasche Bier öffnet. Dazu machen die jungen Leute in diesem Buch ständig ziemlich alberne Witze, haben aber nicht wirklich Witz. „Wenn es Antilopen gibt, was sind dann Lopen?“ „Wenn man jemanden verunglimpfen kann, kann man ihn auch verglimpfen?“ Das ist mir zu albern. Der Protagonist war mir auch zu nichtssagend. Er lässt sich so treiben, trifft keine eigenen Entscheidungen, vermeidet einfach jede menschliche Begegnung, die über jugendliches Gefrotzel hinausgeht – drückt sich vor Krankenhausbesuchen, vor Auseinandersetzungen mit den Eltern, etc. Man weiß schon, er wird später mal genau wie sein Vater. Das ist zwar durchaus ein schlüssiger Charakter, der mich aber überhaupt nicht erreicht.

Ganz nett ist das Zeitkolorit der frühen 1980er und die Erinnerung daran, wie es ohne Handys, Internet etc. waren. Für ihre 16 Jahre kommen mir die Jugendlichen hier extrem unschuldig und unbedarft vor, aber wer weiß, vielleicht war das früher wirklich so. 2,5 Sterne.

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Der Tod löscht alles Leben und die Freundschaft aus
»Was liest Du?«-Rezension von claudi-1963, am 02.10.2019

"Der Tod ist nicht der größte Verlust im Leben. Der größte Verlust ist das, was in uns stirbt, während wir leben." (Norman Cousins)
Als der 15-jährige Morton Schumacher, von seinen Freunden nur Motte genannt den Anruf bekam, konnte er erst gar nichts damit anfangen. Der Vater von seinem besten Freund Bogi sagte ihm, das dieser schwer krank im Krankenhaus lege. Bogi hieß eigentlich Manfred Schnellstieg, aber alle nannten ihn nur Bogi. Motte erfährt das Bogi am Non Hodgkin Lymphom erkrankt ist, keine Ahnung was das wieder war, denkt er sich. Doch für Motte und seine Freunde sollte sich nach dieser Nachricht das ganze Leben verändern.


Meine Meinung:
Das unscheinbare Cover mit der roten Bank will für mich nicht so recht zur Geschichte passen, ich hätte da sicher etwas anderes gewählt. Ich wurde auf diese Geschichte aufmerksam und war gespannt, was der Schauspieler Matthias Brandt hier geschrieben hat. Mich machte vor allem neugierig das es um Jugendliche, Krankheit und Tod ging. Doch ich sollte noch mehr erfahren, den diese Krankheit würde Mottes ganze Jugend verändern. Den er lernt nicht nur Tod, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Trennung kennen, sondern auch Freundschaft, Vertrauen, Mut und Liebe. Der Schreibstil ist locker, unterhaltsam, humorvoll und emotional, besonders am Ende war es dann für mich sehr tränenreich. Ab und an war die Sprache etwas ungehobelt, wie eben ab und zu die Jugend von damals war. Vulgär wurde es erst, als es um Bogis Hobby das Furzen ging. Das war mir dann doch zu viel, aber es war das einzige das mir aufgestoßen ist. Der Autor erzählt in Ich-Form Motte Leben in ca. ein Jahr lang. Ich merkte recht schnell, das dieses Buch in der Vergangenheit spielt und sicher stückweise die eigene Jugend des Autors mit einfließt. Ob er natürlich dieses Todeserlebnis wirklich hatte, wird aus dem Buch nicht ersichtlich. Ich spüre sofort die 70er Jahre und ich fühle mich in meine Jugendzeit zurückversetzt. Ob das die Lehrer sind, in Mottes Schule bei denen ich in manchen meine Lehrer sehe. Da ist im besonderen Vertrauenslehrer Meinhardt den alle toll finden, Kragler der heimlich Nazikragler genannt wird, weil er sich so benimmt und der Bademeister der für alle nur Elvis heißt, weil er ihm so ähnlich ist. Motte, Bogi, Jan und Walki sind eine Clique, doch mit Bogi ist er wirklich ganz dicke befreundet. Ihm kann er alles erzählen, die Liebe zu besonderen Wörtern und zur Musik sind ihnen wichtig. Auch hier spürt man wieder die 70er mit Bands wie die Beatles, Led Zeppelin, Queen und viele mehr. Hieraus entsteht auch der Titel, den
"Blackbird" ist ein alter Song der Beatles. Das Motte mit Bogis Krankheit gar nicht klarkommt, spürt man das gesamte Buch über. Doch statt er hinter seinem Freund steht, flüchtet er lieber, was sicher auch mit Mottes beginnender Pubertät zu tun hat. Den er lernt eines Tages Jacqueline Schmiedebach kennen, verliebt sich in sie und wird enttäuscht. Es folgen Ängsten, Freude, Tränen und Bangen um seinen Freund Bogi, bei dem ihm Schornsteinfegerin Steffi zur Seite steht. Ein Buch das sicher viele Leser in ihre Jugend zurückversetzt und mir deshalb gut gefallen hat. Und das der Jugend von heute aufzeigt, das wir auch einmal jung waren und wir ohne Handy und Internet etwas erlebten. Mich jedenfalls konnte das Buch größtenteils überzeugen und gebe darum 4 1/2 von 5 Sterne.

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Mit zwei Flaschen Amselfelder auf dem 10-Meter-Brett. Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr krank. Aber das ist nur eine der herzzerreißenden Explosionen dieses Jahres, die in Matthias Brandts Roman "Blackbird" Mottes Leben komplett auf den Kopf stellen. Kurz danach fährt Jacqueline Schmiedebach vom Einstein Gymnasium auf einem Hollandrad an ihm vorbei, und die nächste Erschütterung nimmt ihren Lauf. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu, geraten außer Kontrolle und stellen Motte vor unbekannte, schmerzhafte Herausforderungen. Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz. Die Figuren dieses Ausnahmeromans wird man nicht mehr vergessen, die Schornsteinfegerin Steffi, Elvis, den lebensklugen Bademeister mit den langen Koteletten, Neandertal-Klaus, und selbst den lustbetonten Sozialkundelehrer Meinhardt. Denn sie und all die anderen zeigen uns durch die Erzählkunst des Schriftstellers Matthias Brandt die Komik und die Tragik des Lebens, ihres Lebens in einer kleinen Stadt in den 70ern, aber auch unseres. Und wir können es sehen, ganz deutlich. "Jung zu sein, bleibt immer gleich - so schmerzhaft, so unverständlich und so schön, weil alles zum ersten Mal passiert. 'Blackbird' ist ein wundervoller Roman." Eva Menasse

Brandt, Matthias Matthias Brandt, geboren 1961 in Berlin, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Für seine Leistungen ist er vielfach ausgezeichnet worden. Als Autor debütierte Matthias Brandt 2016 mit seinem hochgelobten Erzählband »Raumpatrouille«.