Blackbird

Blackbird (eBook)

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Mit zwei Flaschen Amselfelder auf dem 10-Meter-Brett. Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr... (weiter)

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Details
AutorIn Matthias Brandt
Edition 1. Auflage
EAN 9783462319859
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erstverkaufsdatum 22.08.2019
Stichwörter SPIEGEL-Bestseller-Autor
Jugend
70er Jahre
Familie
The Beatles
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 5.53 MB
Veröffentlichungsjahr 2019
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so gut!
»Was liest Du?«-Rezension von Meike Westermann, am 27.10.2019

Morten „Motte“ Schumachers Leben gerät von einem Moment auf den anderen aus den Fugen als er einen Anruf erhält, der alles verändert. Sein bester Freund Bogi ist schwer krank. Er liegt im Kinderkrankenhaus hinter der Tür mit der Giraffe, dabei ist er doch schon 14. Motte ist mit der Situation überfordert, er ist ja selbst kaum älter. Wie begegnet man seinem besten Freund, wenn der im Sterben liegt und das größte Problem der beiden bis dahin der Musikgeschmack des anderen war?

 

Durch Mottes Augen blicken wir auf die 70er Jahre und wie es war, damals ein Teenager zu sein. Da schrieb man z.B. noch Briefe, die von Freunden überbracht werden mussten, und hoffte am vereinbarten Treffpunkt inniglich, dass die Angebetete erscheinen möge. Damals, als man seine ersten Alkohol-Erfahrungen noch klassisch mit Amselfelder Rotwein machte und die erste Liebe einen blöd im Kopf werden ließ.

 

Motte erlebt ein Leben zwischen den Extremen. Der mögliche Tod des besten Freundes auf der einen, die erste Liebe, Liebeskummer inklusive, auf der anderen Seite. Irgendwo dazwischen noch die Scheidung seiner Eltern. Doch zum Glück muss er all dies nicht allein durchstehen. Immer wieder trifft er im richtigen Moment die richtigen, teils äußerst skurrilen, Menschen, die ihm zur Seite stehen.

 

Matthias Brandts Schreibstil ist brillant, er schafft es, dass wir uns tatsächlich im Kopf eines Teenagers wiederfinden, denn er findet genau die richtigen Worte, um die Geschichte lebendig werden lassen. Herzzerreißend, wundervoll, saukomisch und absolut lesenswert!!!

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Erwachsenwerden in den 70er Jahren...
»Was liest Du?«-Rezension von parden, am 05.10.2019

Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr krank. Aber das ist nur eine der herzzerreißenden Explosionen dieses Jahres, die in Matthias Brandts Roman »Blackbird« Mottes Leben komplett auf den Kopf stellen. Kurz danach fährt Jacqueline Schmiedebach vom Einstein Gymnasium auf einem Hollandrad an ihm vorbei, und die nächste Erschütterung nimmt ihren Lauf. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu, geraten außer Kontrolle und stellen Motte vor unbekannte, schmerzhafte Herausforderungen. Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz. 

Pubertät ist kein einfacher Lebensabschnitt, das weiß jeder, der diese Phase bereits selbst durchlaufen oder aber Kinder hat, die sich auf dem Weg ins Erwachsenenleben befinden. Dies wird in dieser Erzählung gekonnt thematisiert ohne ins Klischeehafte abzudriften, was für mich ein großer Pluspunkt ist.

Erzählt wird dieser Roman aus der Ich-Perspektive des 15jährigen Morten Schumacher, der von allen nur Motte genannte wird. Ganz unabhängig von den besonderen Themen, die hier im Laufe der Erzählung noch in Szene gesetzt werden, gelingt es Matthias Brandt, dem Leser die Zeit der Pubertät noch einmal intensiv in Erinnerung zu rufen. Ständig abschweifende Gedanken, eine Scheißegal-Haltung allem gegenüber, das Hinterfragen von Erwachsenen, unbegründete und ununterdrückbare Lachflashs, das Hinterfragen allen Tuns hinsichtlich dessen, was andere von einem denken könnten, Coolsein, sich ausprobieren... Die Darstellung des Charakters von Motte erscheint dadurch ausgesprochen authentisch.

Motte ist ein intelligenter und eher schüchterner Junge, der oft eher die beobachtende Position einnimmt und nicht zu den Draufgängern gehört. Außer Rockmusik interessiert ihn eigentlich nicht viel. Die Ehe seiner Eltern ist zerrüttet, die Trennung unvermeidlich. Motte zieht daher mit seiner Mutter innerhalb der Kleinstadt in ein anderes Viertel und lässt damit altbekannte Strukturen zurück, auch seinen Freund Bogi, mit dem er sich seit Jahren jeden Tag getroffen hat.

Doch der hat gerade ganz andere Sorgen, denn er muss wegen einiger medizinischer Auffälligkeiten ins Krankenhaus. Als schießlich bei Bogi ein Non-Hodgkin-Lymphom  diagnostiziert wird, gerät die Freundschaft der beiden in Schieflage. Motte fühlt sich unter Druck gesetzt, seinen Freund ständig besuchen und diesen aufheitern zu müssen, fühlt sich dem aber kaum gewachsen. Zudem geht sein eigenes Leben weiter - er verliebt sich beispielsweise zum ersten Mal - während Bogi jeweils nur noch auf die nächste Infusion zu warten scheint. Doch gehen die Erwachsenen um ihn herum wirklich weniger hilflos mit der Möglichkeit des Todes um?

Die Erzählung spielt in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Westdeutschland und ist gespickt mit zahllosen Reminiszenzen an diese Zeit, wozu auch der Beatles-Song 'Blackbird' gehört, dem der Titel dieses Romans entliehen ist. Plattenladen, Turnbeutel, D-Mark, Kassetten-Rekorder - alles Begriffe, die für heutige Jugendliche wohl wie Fremdwörter klingen, bei mir aber Erinnerungen an meine eigene Jugend wachriefen. Insofern ganz abseits der eigentlichen Geschichte auch ein etwas wehmütiges Wiedertreffen mit 'alten Bekannten'...

Die Erzählung weist zeitweise durchaus einige Längen auf, und doch konnte mich die Atmosphäre gefangen nehmen, die Matthias Brandt hier aufbaut. Sowohl die erste Liebe als auch der drohende Tod des besten Freundes wollen erst einmal verkraftet werden, und dies geschieht hier auf eine absolut authentische und kein bisschen schwülstige Art und Weise. Fest verbunden mit der hin- und herfliegenden Gedankenwelt Mottes, kämpft sich der Leser durch die Hürden des Lebens und versinkt zwischenzeitlich auch in einer großen Sprachlosigkeit. Aber der Autor führt Motte und den Leser weiter, mit trockenem Humor und Gefühlen, da wo es angebracht scheint.

Eine Coming-Of-Age-Geschichte mit Tiefgang, witzig und berührend - empfehlenswert...

 

© Parden

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Mit zwei Flaschen Amselfelder auf dem 10-Meter-Brett. Als der 15-jährige Morten Schumacher, genannt Motte, einen Anruf bekommt, ist in seinem Leben nichts mehr, wie es einmal war. Sein bester Freund Bogi ist plötzlich sehr krank. Aber das ist nur eine der herzzerreißenden Explosionen dieses Jahres, die in Matthias Brandts Roman »Blackbird« Mottes Leben komplett auf den Kopf stellen. Kurz danach fährt Jacqueline Schmiedebach vom Einstein Gymnasium auf einem Hollandrad an ihm vorbei, und die nächste Erschütterung nimmt ihren Lauf. Zwischen diesen beiden Polen, der Möglichkeit des Todes und der Möglichkeit der Liebe, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu, geraten außer Kontrolle und stellen Motte vor unbekannte, schmerzhafte Herausforderungen. Doch zum richtigen Zeitpunkt sind die richtigen Leute an Mottes Seite und tun genau das Richtige. Und er selbst schaut den Dingen mutig ins Gesicht, mit scharfem Blick und trockenem Witz. Die Figuren dieses Ausnahmeromans wird man nicht mehr vergessen, die Schornsteinfegerin Steffi, Elvis, den lebensklugen Bademeister mit den langen Koteletten, Neandertal-Klaus, und selbst den lustbetonten Sozialkundelehrer Meinhardt. Denn sie und all die anderen zeigen uns durch die Erzählkunst des Schriftstellers Matthias Brandt die Komik und die Tragik des Lebens, ihres Lebens in einer kleinen Stadt in den 70ern, aber auch unseres. Und wir können es sehen, ganz deutlich. »Jung zu sein, bleibt immer gleich - so schmerzhaft, so unverständlich und so schön, weil alles zum ersten Mal passiert. >Blackbird< ist ein wundervoller Roman.« Eva Menasse

Matthias Brandt, geboren 1961 in Berlin, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Für seine Leistungen ist er vielfach ausgezeichnet worden. Als Autor debütierte Matthias Brandt 2016 mit seinem hochgelobten Erzählband »Raumpatrouille«.

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