Das Gewicht der Worte

Das Gewicht der Worte (Buch)

Roman

Buch
Für Bewertung bitte einloggen!

"Jetzt, da er wieder eine Zukunft hatte, wollte er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen." - Der neue Roman von Pascal Mercier, dem Autor des Bestsellers "Nachtzug nach Lissabon" Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von... (weiter)

€ 26,00 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 19,99
  • sofort lieferbar
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Pascal Mercier
Edition 6. Aufl.
Seiten 572
EAN 9783446265691
Sprache deutsch
erschienen bei Hanser, Carl GmbH + Co.
Erscheinungsdatum 02.2020
Stichwörter #ohnefolie
Bestseller
Bille August
Bruno Ganz
Christopher Lee
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.7 | 7 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.7 |  4 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.7 |  3 Bewertungen

5 Sterne
( 2 )
4 Sterne
( 1 )
3 Sterne
2 Sterne
1 Stern

Mein Lesehighlight in 2020
»Was liest Du?«-Rezension von Wuestentraum, am 22.03.2020

Simon Leyland ist Übersetzer und lebt in Triest, der Stadt der Wörter. Er hat zwei Kinder, Sophia und Sydney. Seine Frau Livia ist einem plötzlichen Herztod erlegen. Leyland erhält eines Tages die Diagnose eines Hirntumors. Der Arzt, Dr. Leonardi schaut auf das Röntgenbild und sagt ihm, dass er ein Glioblastom habe. Wie lange noch? fragt Leyland ihn. Und er antwortet: Ein paar Monate. Leyland verzweifelt an dieser Diagnose, er beginnt, die Zeit, die er noch hat, anders einzuordnen. Keine Zeit zu verschwenden. Was ist wichtig, was unwichtig. Elf Wochen lebt er mit dieser Diagnose, die sein ganzes Leben verändert. Nach diesen elf Wochen stellt sich heraus, dass alles ein Irrtum war. Jetzt hat Leyland wieder eine Zukunft und muss sich wiederum damit erst einmal arrangieren.

Leyland hat als Junge bei seinem Onkel eine Karte vom Mittelmeer an der Wand gesehen. Spontan sagt er zu seinem Onkel: Ich will alle Sprachen lernen, von den Ländern, die ans Mittelmeer grenzen. Und genau das tut er auch. Er lernt alle verschiedenen Sprachen. Und das Wichtigste von allem sind Leyland die Worte.

Zitat Seite 20:

"Oft hatte er sich gewünscht, ohne Worte bei den Sachen zu sein, bei den Sachen und den Menschen und den Gefühlen und den Träumen - und dann waren ihm doch wieder die Worte dazwischengekommen. Er erlebe die Dinge erst, wenn er sie in Worte gefasst habe, sagte er manchmal, nur dann sahen ihn die Leute ungläubig an".

Er richtet sich sein neues Leben langsam wieder ein, schließt Freundschaften, und hat plötzlich wieder eine Zukunft vor sich. Mit vielen neuen Dingen und großen Plänen.

Eine meiner Lieblingsstellen aus dem Buch: Seite 361:

"Was ist eigentlich Poesie? Die poetische Gegenwart ist wie herausgehoben aus dem Fluss und der drängenden Abfolge des zeitlichen Geschehens. Poesie erlaubt einem, ganz bei einer Sache zu sein. Etwas Poetisches, ein Satz, ein Bild, ein Klang: Es fesselt einen wie nichts sonst. Man möchte, dass es nicht aufhört oder verschwindet, man möchte immer mehr davon... Etwas Poetisches, auch wenn es nur etwas Kleines ist, ein winziges Detail, gibt dem Leben im Moment der Betrachtung eine Tiefe, die es sonst nicht hat".

Pascal Mercier hat mit diesem Roman ein so wundervolles, wunderschön geschriebenes Buch geschaffen, das mich sehr begeistert hat. Der Schreib- und Erzählstil sind so tiefgehend, poetisch und philosophisch, wie es selten alles in einem Roman vereint ist. Ich bin hinabgetaucht in die Geschichte von Simon Leyland und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dieser Roman hat mich gefangengenommen und gefesselt, durch die außergewöhnliche Sprache und den Tiefgang. Einfach wundervoll. Dieser Roman ist für mich gehobene, anspruchsvolle Literatur, gepaart mit Poesie, Philosophie und Tiefgang.

Dies ist eines der wenigen Bücher, die ich auf jeden Fall noch einmal lesen werde.

Fazit:

Mein Lesehighlight für 2020. Ein wundervoller, wunderschön geschriebener Roman, poetisch, philosophisch, voller Tiefgang. Er hat mich einfach nur begeistert.

mehr zeigen ...

Nachdenklich machendes Buch über die großen Themen des Lebens, wenig Handlung
»Was liest Du?«-Rezension von Federfee, am 27.02.2020

Dieses Buch hat mich verzaubert, angeregt, ganz und gar für sich eingenommen. ABER: ich bin sicher, dass einige es schrecklich langweilig finden werden. Es gibt wenig Handlung, statt dessen ganz viele Gedanken und Beschreibungen, vor allem von menschlichen Begegnungen. Und das Hauptthema sind Wörter, die Sprache – oder besser gesagt – Sprachen. Wen das nicht interessiert, der braucht jetzt nicht weiterzulesen.

Die Vorgeschichte / der Autor

Es ist lange her, dass ich 'Nachtzug nach Lissabon' gelesen habe. Damals hatte ich wenig Zeit zu lesen und wenn, dann waren es Krimis oder leichte Romane. Doch beim 'Nachtzug' habe ich eine gewisse Faszination gespürt, die nach all den Jahren immer noch nachhallt. Deshalb fiel mir das neue Buch des Autors gleich auf.

Pascal Mercier ist Peter Bieri, ein Schweizer Philosoph, der in Berlin lebt. Dieses allerneueste Buch, einen dicken Wälzer von fast 600 Seiten hatte ich mir ausgeliehen, habe aber schnell festgestellt, dass ich es selber besitzen möchte, in Papier, auch wenn es 26 Euro kostet.

Die Handlung

Was passiert, ist schnell erzählt: Simon Leyland, leidenschaftlicher Übersetzer, hat zwei Schicksalsschläge zu verkraften, unter denen so mancher andere zusammengebrochen wäre: den plötzlichen Tod seiner Frau und eine falsche Diagnose, die sein Leben völlig durcheinander gewirbelt hat. Als er von seinem Onkel dessen Haus in London erbt, kehrt er, für den die italienische Hafenstadt Triest eine zweite Heimat geworden war, dorthin zurück, ist aber noch unschlüssig, ob er bleiben soll und was er mit seinem neuen Leben anfangen soll.

Mein Eindruck

Mich hat von Anfang an fasziniert, wie genau Mercier beobachtet und wie treffend er beschreibt, nicht mal Besonderes, eher Alltagssituationen, z.B. wie eine U-Bahn einfährt. Da könnte man neidisch werden, weil man zwar auch so empfindet, es aber nicht in einer solch passenden bildhaften Sprache ausdrücken kann.

Das Buch kann nicht verleugnen, dass sein Autor Philosoph ist, denn in vielen Gesprächen der Personen untereinander werden allgemein menschliche Themen analysiert, diskutiert, hin- und her gewälzt, aber alles so, dass auch ein Nicht-Philosoph es gut verstehen kann.

Es geht um Erinnerungen und was sie für das gegenwärtige Leben bedeuten, um die Zeit, die Zukunft, die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist, um Freundschaft, um Verluste, um die Frage, ob man auf Verlangen töten darf (gerade wieder sehr aktuell), aber vor allem um Wörter, um Sprache, um Literatur, um das Poetische.

Leyland war schon als Kind 'sprachenverrückt' und als Erwachsener ist er literarischer Übersetzer, leidenschaftlicher Wortsammler und Wortabwäger. Der Leser bekommt einen interessanten Einblick in das Wesen des Übersetzens und somit der Sprache, der ganz besonderen Melodie, die jeder zu Eigen ist. In Zukunft werde ich übersetzte Bücher mit anderen Augen sehen bzw. lesen.

Was mir auch gut gefallen hat: die zwischenmenschlich warmherzige Atmosphäre, die neuen und alten Freundschaften, die Beschreibung und Charakterisierung der Personen, das liebevolle Verhältnis zu seinen erwachsenen Kindern.

Fazit

Für mich ist es ein 'Lebensbuch', eines, das die vielen grundlegenden Themen eines jeden Menschen diskutiert und abwägt, das viel Stoff zum Nachdenken bietet, ein Buch für Leser, für Buch- und Sprachverrückte, eines, das man mehrfach lesen muss, ganz langsam, und wo man immer noch neue Gedanken finden wird und noch mehr Stellen, die man markieren könnte.

Aber: bitte meine Warnung oben beachten!

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

"Jetzt, da er wieder eine Zukunft hatte, wollte er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen." - Der neue Roman von Pascal Mercier, dem Autor des Bestsellers "Nachtzug nach Lissabon" Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben - bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann. Wieder ist Pascal Mercier ein philosophischer Roman gelungen, bewegend wie der "Nachtzug nach Lissabon."

Mercier, Pascal Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, lebt in Berlin. Nach Perlmanns Schweigen (1995) und Der Klavierstimmer (1998) wurde sein Roman Nachtzug nach Lissabon (2004) einer der großen Bestseller der vergangenen Jahre und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 folgte die Novelle Lea. Unter seinem bürgerlichen Namen Peter Bieri veröffentlichte er, ebenfalls bei Hanser, Das Handwerk der Freiheit (2001) sowie Eine Art zu leben (2013). Pascal Mercier wurde 2006 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet und 2007 in Italien mit dem Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt. 2007 erhielt er die Lichtenberg-Medaille der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.