Die Tyrannei des Schmetterlings (Buch)

Roman

Buch
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"Die Tyrannei des Schmetterlings" - Frank Schätzings atemberaubender neuer Thriller über eines der brisantesten Themen unserer Zeit: künstliche Intelligenz. Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der... (weiter)

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Details
AutorIn Frank Schätzing
Seiten 736
EAN 9783462050844
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 24.04.2018
Stichwörter Thriller Neuerscheinung
Computer
Der Schwarm
Mord
Hightech
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.3 | 14 Meinungen

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etwas zu fulminant, zu langatmig
»Was liest Du?«-Rezension von Muschelschubser, am 04.10.2018

Schätzings Roman beginnt in Afrika (später kann man sich zusammen reimen, dass es wohl in Ghana ist) und lässt sich schwer an. Schwerfälliger Stil, komische Geschichte. Dann wechseln wir in die Sierra Nevada. Wo Unter-Sheriff Luther Opoku mit seiner Kollegin Ruth zu dem Fundort einer Frauenleiche gerufen wird. Opoku ist nicht nur Polizist, er war früher in der Drogenfandung in Chicago und hat all das aufgeben, um ein Provinznest zu ziehen, damit er vor lauter Job seine Familie nicht vergisst und somit verliert. Sein Vater stammt aus Ghana. Seine Mutter Darlene ist in die Sierra gezogen und hat dort ein Café und sie ist seine bequeme Ausrede für den Umzug. Von seiner Frau Jodie ist er geschieden und seine (sehr kluge) Tochter Tamy teilt sich die Zeit zwischen den Eltern.

Luther & Ruth merken bald, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, sondern das eine Art Hetzjagd auf die Frau stattgefunden haben muss und sie so in ihr Verderben und in den Tod gelaufen ist. Die Spur führt zur „Farm“, einem Grundstück, dass Elmar Nordvisk gehört. Einem IT-Guru, der an Künstlicher Intelligenz und vielem mehr mit seinem Team forscht.

Die Tote Pilar Guzmán hat für ihn in Palo Alto gearbeitet. Und angeblich war sie in der Nacht ihres Todes nicht auf der „Farm“. Luther und Ruth haben einen USB Stick mit Überwachungsvideos bei ihr im Auto gefunden, auf denen die Sicherheitsleute der Farm bei ominösen Aktivitäten mit Waffen zu sehen sind und alles deutet daraufhin, dass Pilar doch dort gewesen ist.

Bis jetzt liest es sich wie ein normaler spannender Krimi. Luther verdächtigt Rodriguez, den Chef der Sicherheit, Pilar getötet zu haben, die Verletzungen an Rodrigues Wange passen zu Pilars Abwehrverletzungen. Als Luther ihn über das Gelände der Farm verfolgt, kommt er in einen merkwürdigen Raum, den er bereits auf dem Video gesehen hatte. Hier beobachtet er einen Kampf zwischen Rodriguez und Pilar, die dann flieht. Luther verhaftet Rodriguez, doch bereits beim Verlassen des Geländes kommt ihm einiges merkwürdig vor: Hugo van Dyke (der Finanzier der Firma) und Elmar Nordvisk sind nicht mehr da, alle tun so als wunderten sie sich über die Anwesenheit des Untersheriffs. Er selbst fragt sich, was für einer Sinnestäuschung er erlegen ist, denn Pilar liegt doch tot … oder etwa nicht?

Zurück im Büro merkt er, dass alle glauben, er sei in Urlaub gewesen und dass es keine Leiche gibt. Rodrigues wird durch seine Anwältin schnell aus der Zelle geholt. Luther hat nichts gegen ihn in der Hand. Schlimmer noch: er befindet sich einen Tag zurück in der Vergangenheit. Das merkt er daran, dass  er plötzlich „hellsehen“ kann. Er kennt die Einsätze der Kollegen im Voraus, weiß Dinge, die er eigentlich nicht wissen kann. Schließlich vertraut er sich Ruth an. Die ihm zumindest zuhört und als sie schließlich selbst angegriffen wird und auch noch die Leiche des „anderen“ Luthers entdeckt, ist klar: der Luther, der hier vor ihr steht, stammt auch einem Paralleluniversum. Irgendetwas ist dort auf der Farm in diesem Raum passiert. Luther ist verzweifelt, denn er kann sich nur schwer in seinem eigenen Leben orientieren. Schon alleine deswegen, weil er und seine Frau sich anscheinend doch wieder näher gekommen sind. Alles ist wie eine alternative Variante, inklusive er selbst.

Luther und Ruth müssen herausfinden, was passiert ist.

Ich habe das Buch zur Hälfte gelesen und die andere Hälfte gehört. Das Hörbuch war gut eingelesen und auch die weiblichen Stimmen setzt Sascha Rotermund durchaus annehmbar um.

Die Story an sich ist eine Mischung aus Roman, SiFi und Krimi. Die Schlacht in der PU mit raumschiffartigen Fluggeräten, Zukunftswelten und viel Feuerkraft erinnert zu sehr an „Krieg der Welten“ (was er sogar „zitiert“) oder ähnliches, vielleicht auch ein bisschen Perry Rhodan (auch wenn keine Außerirdische sondern Cyborgs, neben den raffgierigen Menschen und einer außer Kontrolle geratenen KI, das Problem darstellen).

Schätzings Stil ist in meinen Augen oft zu gewollt, zu gedrechselt, was eigentlich nicht nötig wäre. Dass er eine intensive Recherche betrieben hat, ist deutlich zu merken und die Informationen sind sicherlich auch gut verarbeitet. Dagegen ist die Idee, dass mehrere Parallelwelten nebeneinander existieren, nicht neu und auch die Dystopie einer sich verselbstständigen KI schon bekannt und diskutiert.

Natürlich regt der Roman zum Nachdenken an: wie viel Macht wollen wir den Online Riesen über uns geben? wie viel gläserner wollen wir noch werden? Und was, wenn wir etwas erschaffen, über das wir die Kontrolle verlieren, allein, weil wir die Hybris besitzen, zu denken, wir hätten alles im Griff? Ob wir dazu ein fast 800 Seiten (gefühlt über 1000) Pamphlet von Frank Schätzing gebraucht hätten, ist fraglich. Wie heißt es so schön? In der Kürze liegt die Würze. Das nächste Mal also weniger fulminant und ausufernd, das würde ich mir wünschen.

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Spannend und interessant, aber mit etlichen Längen
»Was liest Du?«-Rezension von Buchbesprechung, am 27.04.2018

Erinnerungen an Supercomputer HAL aus dem Film „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968) und an das Tor in andere Welten im Film „Stargate“ (1994) werden wach beim Lesen des gerade bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Thrillers „Die Tyrannei des Schmetterlings“ von Bestseller-Autor Frank Schätzung (60). Sein spannender Wissenschaftsroman behandelt die Nutzung künstlicher Intelligenz, aktuell eines der bedeutendsten, zugleich umstrittensten Themen unserer Gesellschaft. Während Forschung und Industrie in deren Entwicklung unschätzbare Möglichkeiten zum Wohl der Menschheit sehen, wächst bei Kritikern die Angst vor möglichem Kontrollverlust.
Schätzing schildert auf 736 Seiten die existente Vielfalt nutzbringender Anwendungen zur Lösung vieler Menschheitsprobleme – um Umweltprobleme, Armut und Krankheit, vielleicht sogar den Tod zu überwinden. Was aber geschieht, wenn der von Menschenhand gebaute, anfangs mit Menschenwissen gefütterte, dann selbst lernende Supercomputer sich am Ende verselbständigt, gleich einem Schmetterling aus der Gefangenschaft seines Kokons schlüpft, vom Menschen nicht mehr aufzuhalten ist? Werden wir dann Opfer eines uns tyrannisierenden Elektronengehirns? Frank Schätzing nutzt in seinem Thriller diese diffuse Angst vor Kontrollverlust. „Ich habe Spaß am Spiel mit dem Grauen. Die Desaster-Variante ist mir immer die liebste“, sagte er erst kürzlich im Interview.
Der Roman spielt in tiefster Provinz der kalifornischen Sierra Nevada. Als Undersheriff Luther Opoku bei seinen Ermittlungen zu einem Mordfall eine in den Bergen gelegene, von der Öffentlichkeit unbeachtete Forschungseinrichtung aufsucht, gerät er bei der Verfolgung eines Verdächtigen in das tief in die Erde gebaute Rechenzentrum. Nach unbemerktem Übertritt einer sphärischen Grenze findet er sich plötzlich in einem Paralleluniversum wieder, ohne sich dessen bewusst zu sein, da sein Umfeld zunächst vertraut erscheint. Erst später mehren sich die Merkwürdigkeiten und er wird sich seiner Präsenz ein einer Parallelwelt bewusst. Gemeinsam mit Deputy Sheriff Ruth Underwood aus jener anderen Welt setzt Luther seine Ermittlungen fort, erlebt Beängstigendes und entdeckt Unglaubliches.
Verschiedene Szenarien in diesen auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen stehenden Parallelwelten nutzt Schätzing, um die schon heute technologisch realisierten oder in Entwicklung befindlichen Anwendungen künstlicher Intelligenz und Robotik anschaulich aufzuzeigen und zu erläutern. Seine Faszination für dieses Thema nach jahrelanger Recherche ist in der Detail-Verliebtheit der Schilderungen und philosophischer Diskurse zu spüren. Doch leider geht deren Länge so manches Mal zu Lasten der Spannung, ebenso wie manche ausufernden Landschaftsbeschreibungen, die die Handlung keinen Schritt voranbringen und zum Weiterblättern verleiten. Kürzungen hätten dem Roman gut getan.
Dennoch ist „Die Tyrannei des Schmetterlings“ für uns Leser, die wir das technologisch Machbare oder nur Phantastische kaum zu unterscheiden vermögen, nicht nur ein spannender und nachdenkenswerter Wissenschaftsthriller, sondern bietet mit zusätzlichen Elementen aus Science Fiction und Fantasy eine gute Vorlage für einen Hollywood-Blockbuster.

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"Die Tyrannei des Schmetterlings" - Frank Schätzings atemberaubender neuer Thriller über eines der brisantesten Themen unserer Zeit: künstliche Intelligenz. Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord? Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln. Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren - und darüber hinaus.

Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, veröffentlichte 1995 den historischen Roman 'Tod und Teufel', der zunächst zum regionalen, später bundesweit zum Bestseller avancierte. Nach zwei weiteren Romanen und einem Band mit Erzählungen sowie dem Thriller 'Lautlos' erschien im Frühjahr 2004 der Roman 'Der Schwarm', der seit Erscheinen eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplaren erreicht hat und weltweit in 27 Sprachen übersetzt wurde. Es folgten die internationalen Bestseller 'Limit' (2009) und 'Breaking News' (2014). Im Frühjahr 2018 erscheint Frank Schätzings neuer Thriller 'Die Tyrannei des Schmetterlings'. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.