Mädelsabend (Buch)

Roman

Buch
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Oma und Enkelin - zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben? Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus - und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die... (weiter)

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Details
AutorIn Anne Gesthuysen
Seiten 378
EAN 9783462051506
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 08.11.2018
Stichwörter Wir sind doch Schwestern
Niederrhein
Frauen-Generationen
Familie
Unterhaltungsroman
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.9 | 22 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.8 |  12 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4 |  10 Bewertungen

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Mädels - unterschiedlicher Generationen
»Was liest Du?«-Rezension von coffee2go, am 05.02.2019

 

Meine Meinung zum Buch:

Mir hat die Hauptaussage des Buches sehr gut gefallen: Frauen kämpfen seit eh und je mit ähnlichen Konflikten – sei es in der Beziehung, in der Berufswelt oder in der Selbstverwirklichung – es wird dafür zwar keinen einheitlichen Nenner und auch kein Patentrezept geben, aber respektvoller Umgang und Verständnis füreinander wären wünschenswert. In diesem Roman waren es Ruth und Sara, Oma und Enkelin, die mit ihren jeweiligen Situationen unzufrieden waren. Bei Ruth war es die einengende Ehe, aus der sie sich erst sehr spät und mit schlechtem Gewissen befreien konnte und bei Sara ist es der Druck als Frau Karriere und Familie nicht gleichermaßen gerecht zu werden. Die Namen und Situationen sind austauschbar, aber Frauen in ähnlichen Dilemmas kennt jede/r von uns und wird es auch in Zukunft noch geben. Gerade dadurch ist das Thema, über das viele nicht sprechen, andere jammern, aber doch nichts ändern und einige wenige Veränderungen vornehmen, für alle von Interesse und bietet Gesprächsstoff und vielleicht auch den einen oder anderen Gedankenanstoß.

Sehr nett finde ich auch die Kapitelüberschriften, die poetisch angehaucht sind und das Geschehen mit einer Aussage genau auf den Punk bringen.

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Mädelsabend ohne Sekt
»Was liest Du?«-Rezension von Mara S., am 30.12.2018

Während des Studiums gab es praktisch jeden Abend einen Mädelsabend. Wir haben zusammen gesessen, geklönt, getrunken, gequatscht, getanzt und uns über Gott und die Männer ausgetauscht. Jetzt mit Job, Familie und Verpflichtungen sind die Mädelsrunden seltener geworden, aber fast noch wichtiger als früher. Mal raus kommen aus dem stressigen Alltag mit seinen vielen zermürbenden Kleinigkeiten, andere Gedanken und Themen wälzen. Und auch innerhalb der Familie ist mein Ohr plötzlich aufmerksamer, wie haben meine Mutter und meine Großmutter früher alles unter einen Hut gebracht? Mit welchen Schwierigkeiten, in welchen Umständen sind sie aufgewachsen? Anne Gesthuysen setzt sich in ihrem Roman „Mädelsabend“ ebenfalls mit den verschiedenen Generationen auseinander. Ihr Blickwinkel richtet sich vor allem auf zwei Frauenfiguren, Ruth und ihre Enkelin Sara. Ruth ist über achtzig Jahre alt und blüht auf, nachdem sie zusammen mit ihrem Mann Walter in eine Seniorenresidenz gezogen ist. Sie ist gern unter anderen Menschen und genießt die Gesellschaft der anderen Damen sehr. Zum Leidwesen von Walter, der gewohnt ist, dass sich seine Frau ihm unterordnet und ihr gemeinsames Leben organisiert. Sara ist vor einigen Monaten Mutter geworden und will gleichzeitig ihre Karriere als Ärztin nicht aufgeben. Ein zweijähriges Forschungsprojekt in England lockt und stellt die junge Familie vor eine schwierige Entscheidung.

Anne Gesthuysen erzählt exemplarisch mit Hilfe von zeitlichen Rückblenden am Beispiel von Ruth, welche Autorität der Ehemann in den 50er Jahren innehatte. Ohne die Erlaubnis des Mannes durfte die Ehefrau weder arbeiten, noch Auto fahren, noch außer Haus gehen. Entscheidungen über Geld und Anschaffungen traf allein der Mann und das mit dem Recht in seinem Rücken. Walter stand dazu ganz unter der strengen Fuchtel seines eigenen Vaters, dem er nichts entgegenzusetzen hatte und der als Familienoberhaupt auch über die Schwiegertochter bestimmte. Die Stimmung im Elternhaus wirkte sich nachhaltig auf Ruths Sohn aus, der seinem Vater Walter die Kaltherzigkeit gegen die Mutter nie verziehen hatte. Sara hingegen erlebte ihre Großeltern aus einer anderen Perspektive, sie hat ein inniges Verhältnis zu beiden und findet in den Großeltern Ansprechpartner, die sie über den Verlust der Mutter als Jugendliche etwas hinwegtrösten konnten. Zugegeben, über die Beziehung der Großeltern hatte sie sich bisher eigentlich auch nie Gedanken gemacht, erst jetzt mit der veränderten Lebenssituation in der Residenz gerät Sara über die ein oder andere Verhaltensweise bei beiden ins Grübeln. Doch wie schon als junges Mädchen hat sie vor allem mit sich selbst zu tun und muss um ihre eigene Beziehung bangen. Denn Lars, der Vater ihres Sohnes, ist alles andere als erfreut, dass Sara die eigene Karriere vor die Familie stellt.

Gesthuysens Ansinnen versteh ich wohl. Sie zeigt uns die Rolle der Frau in verschiedenen Zeiten auf, von der Unterdrückung in den 50er Jahren, dem Kampf für eigene Rechte in den 70ern und der vermeintlichen vollen Freiheit in heutiger Zeit, in der einer Frau theoretisch alle Türen offenstehen und es nur an ihr liegt alle Möglichkeiten geschickt auszuschöpfen. Da steht viel Wahres und Kluges in ihrem Roman, besonders im Reflektieren Ruths über sich und ihre Ehe am Lebensende, doch konnte mich die Geschichte nicht im Herzen erreichen. Ich sah vor meinem inneren Auge immer den erhobenen Zeigefinger der Autorin, die mir auf den knapp 400 Seiten unbedingt ihre Sicht der Dinge über uns Frauen darlegen wollte und dabei unweigerlich ins Verallgemeinern kam. Besonders der Geschichte um Sara herum fehlte die nötige Tiefe, Handlung und damit die Glaubwürdigkeit. Insgesamt konnte ich mich wohl einfach nicht mit dem Erzählstil der Autorin anfreunden. Das Erzählen aus mehreren Perspektiven hat seine Vor- und Nachteile, beim „Mädelsabend“ führte die Multiperspektivität bei mir leider zu ganz viel Distanz zu den Figuren. Und nichts ist tödlicher für einen Mädelsabend, wenn einem die anderen Mädels in der Runde egal sind.

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Oma und Enkelin - zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben? Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus - und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben bestimmen wird. Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim Burg Winnenthal. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen hier sind ihm unheimlich. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Keine zehn Pferde werden sie hier wegbringen. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth. Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück.

Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie bei Radio France, ansonsten fühlt sie sich seit Ende der 80er-Jahre in den deutschen Medien wohl. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Ab 2002 moderierte sie das »ARD-Morgenmagazin«. Diese Nachtschichten gab sie nach dem großen Erfolg ihres ersten Romans »Wir sind doch Schwestern« aber Ende 2014 auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und weitere Bücher zu schreiben. Sie lebt mit ihrem Mann, Frank Plasberg, und ihrem Sohn in Köln. In der Quizshow »Paarduell« stellt das Ehepaar Wissen, Schlagfertigkeit und Teamgeist unter Beweis.