Das Feld (Buch)

Roman

Buch
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Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein... (weiter)

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Details
AutorIn Robert Seethaler
Edition 5. Aufl.
Seiten 238
EAN 9783446260382
Sprache deutsch
erschienen bei Hanser Berlin
Erscheinungsdatum 04.06.2018
Stichwörter Bestseller
Beziehung
Deutschsprachige Literatur
Erinnerung
Erzählen
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 12 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.1 |  5 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.3 |  7 Bewertungen

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Tote erzählen
»Was liest Du?«-Rezension von nikolausi, am 23.03.2019

Dieser Roman ist in Kapitel unterschiedlicher Länge unterteilt, in denen verstorbene und auf dem Friedhof (genannt „das Feld“) der fiktiven Kleinstadt Paulstadt begrabene Einwohner Ereignisse aus ihrem vergangenen Leben erzählen. Zwischen den Menschen, deren Namen den Kapiteln die Überschriften geben, gibt es mehr oder minder enge Verknüpfungen. Über die Zeit nach ihrem Tod wird nichts erzählt mit Ausnahme des Umstands, dass sie noch immer in ihrem Grab auf dem Feld liegen.

Was uns der Autor sagen will, hat sich mir nicht erschlossen. Das Erzählte wirkt auf mich recht banal und abstrakt. Dass es Tote sind, die zu Wort kommen, und diese zuweilen auch Details über ihr zu Tode kommen thematisieren, stimmt melancholisch, was noch dadurch verstärkt wird, dass die wenigsten Personen zu Lebzeiten glücklich gewesen sind.

Für mich hat der Autor schon bessere Bücher geschrieben.

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Die Toten erzählen
»Was liest Du?«-Rezension von Violetta, am 11.08.2018

In den Romanen, die Seethaler bisher veröffentlichte, steht jeweils eine Figur im Mittelpunkt, deren Leben entweder ganz oder in einer bestimmten Zeitspanne erzählt wird. Hier entwickelt der Autor Biographien verschiedener Personen, erzählt also komprimierte Viten, und das besonders daran ist: Die Figuren erzählen rückwirkend als Tote. Ihnen allen ist nur der Ort gemeinsam, an dem sie lebten, das fiktive Paulstadt, und der Friedhof, auf dem ihre Gräber liegen, nämlich das titelgebende „Feld“ in Paulstadt.

Für mich ist die größte Stärke des Buches gleichzeitig seine größte Schwäche: Wie ein guter Karikaturist, der mit eine paar Strichen ein Gesicht zeichnet, das man sofort erkennt, zeichnet Seethaler Lichtblicke eines Lebens, kurze Passagen oder Knapp-Biographien der Figuren, die aus der Distanz des Todes zurückblicken. Hat man sich als Leser mit einer Figur angefreundet und wäre interessiert an weiteren Schilderungen, ist das Kapitel zu Ende, und man muss sich der nächsten zuwenden.

Jeder könnte Protagonist eines eigenen Romans sein. Was der Autor wohl nicht gewollt hat.

Von welchem Ort sich die Toten melden, spielt keine Rolle. Mehrmals wird gesagt, dass Gott nicht existiert (und somit kein ewiges Leben in irgendeinem Jenseits), dass man aber als Toter Erinnerungen besitzt, den liebsten Menschen zugewandt bleibt und das Sterben in der Rückschau als ganz natürlich und nicht besonders schlimm empfindet.

Seethaler schreibt großartig in ruhiger, einprägsamer und poetischer Sprache. Für die Lebendigkeit seiner Figuren sorgen vor allem seine ungewöhnlichen Bilder und der ihm eigene Blick auf die entscheidenden und besonderen Merkmale.

Ein empfehlenswertes Buch, aber: Nicht täuschen lassen von der Gattungsbezeichnung „Roman“.

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Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Seethaler, Robert Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane "Der Trafikant" (2012) und "Ein ganzes Leben" (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. 2018 ist sein neuer Roman "Das Feld" erschienen. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.