Das Gewicht der Worte

Das Gewicht der Worte (Buch)

Roman

Buch
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"Jetzt, da er wieder eine Zukunft hatte, wollte er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen." - Der neue Roman von Pascal Mercier, dem Autor des Bestsellers "Nachtzug nach Lissabon" Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von... (weiter)

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Details
AutorIn Pascal Mercier
Edition 4. Aufl.
Seiten 576
EAN 9783446265691
Sprache deutsch
erschienen bei Hanser
Erstverkaufsdatum 27.01.2020
Stichwörter Bille August
Bruno Ganz
Christopher Lee
Film
Jack Huston
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 4 Meinungen

davon Rezensionen:
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sanfte Geschichte
»Was liest Du?«-Rezension von cr2009, am 23.02.2020

          Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er, den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann.

Fazit:
Schön finde ich, dass die Geschichte bzw. die Message auf sich selber überleitbar ist - nachdenken, wie wichtig manche Dinge wirklich sind - erst an einem Wendepunkt merkt man oft, wie unwichtig diese Dinge sind. 
Eine schöne, sanfte, ruhige Geschichte die aber einen tollen Mehrwert hat. 
Der Sprecher passt perfekt zur Geschichte - es war wunderbar der Erzählung zu lauschen. 
Das Gehörte bleibt lange im Gedächtnis, insbesondere da es ein Buch mit enormen Tiefgang ist. Meine Erwartungen wurden erfüllt.
        

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in einem Metier, in dem es um Bücher
»Was liest Du?«-Rezension von detlef@detlef-knut.de, am 01.02.2020

Zum Inhalt des vorliegenden Buches: Simon Leyland, Übersetzer, Sprachfanatiker und Verleger, hat in England das Haus eines gerade verstorbenen Freundes geerbt. Er selbst lebte jetzt seit vielen Jahren bereits im italienischen Triest. Das Leben hatte ihm schöne und auch katastrophale Zeiten beschert, Zeiten, in denen er Rückschläge hinnehmen musste. Um das Erbe in England anzutreten, reist er dorthin, lernt den Nachbarn seines Freundes kennen und besucht ein langjährig befreundetes Verlegergespann von Mutter und Sohn. Das jetzt neu Erlebte und seine Erinnerungen über die Vergangenheit lassen neue Entscheidungen in ihm reifen.

Meine Meinung: Der Roman spielt in einem Metier, in dem es um Bücher, im engeren Sinne um Worte, Sätze und Sprachen, geht. Das ist nicht neu für Mercier. Im Gegenteil, er bleibt sich treu. Die Geschichte von Simon Leyland setzt sich aus 1000 Puzzleteilen zusammen. Sie erschließt sich auf vielfachen Wegen. Vieles erfährt der Leser über innere Monologe des Protagonisten, über seine Reflektionen des Gegenwärtigen und in der Vergangenheit Geschehenen. Bewegungsvolle Handlungsstränge sind nie das Metier dieses Schriftstellers gewesen. Doch die Methoden, die er anwendet, um dem Leser die Gedanken der Hauptfigur nahezubringen, sind sehr unterschiedlich. Das können mal Dialoge sein, in denen eine Figur einer anderen etwas erzählt, oder es sind Briefe, die geschrieben worden sind und nun wieder hervorgeholt wurden. Man wird immer wieder überrascht, was Simon in seinem Leben passiert ist und wie er damit umgeht. Man taucht ab in eine Welt, die einfach nur fasziniert.
Das Gewicht der Worte

Für mich ergab sich die Spannung daraus, was noch geschehen würde. Mich interessierte die Figur, aber auch der Umgang von ihr mit den anderen Figuren im Roman, mit Freunden, Bekannten und Verwandten. Für manch einen Leser mag diese Art Roman durchaus langweilig erscheinen, zumindest langatmig. Er wird nicht umsonst vom Verlag als philosophischer Roman präsentiert .

Was mir allerdings gegenüber seinen früheren Romanen, der bekannteste ist wohl „Nachtzug nach Lissabon„, fehlte, war das Erkennen eines Ziels gleich zu Beginn. Man beobachtet den Protagonisten ohne zu wissen, was er will. Anders war es zum Beispiel bei seinem Protagonisten Philipp Perlmann. Dieser hatte den Auftrag, eine Arbeitskonferenz durchzuführen, in der eine wissenschaftliche Arbeit erstellt und diskutiert werden sollte. Im Laufe des Romans spürt man Perlmanns Scheitern stetig näher kommen und man wird von neuen Katastrophen überrascht. Ein solches Ziel fehlt im vorliegenden Roman. Zwar baut sich immer wieder etwas auf, was zu einem Höhepunkt führt, aber dessen Auflösung erfolgt immer mal wieder zwischendurch. Das ist etwa so, als würde man mehrere Teile lesen. Spannend bleibt einfach das gesamte Leben des Simon Leyland.

Der innere Monolog inklusive eines unendlich langen nach Nachrufs auf liebe Menschen im Leben Leylands lassen mich den Roman wie „eine erzählerische Meditation darüber, wie es ist, ein Mensch unter anderen Menschen zu sein und sich in vielfältige Beziehungen mit ihnen zu verstricken", erscheinen, um es mit Merciers eigenen Worten zu sagen.

Mir hat der Roman hervorragend gefallen, aber er wird nicht jedermans Sache sein, denn er ist keine leichte Kost für Urlaubsleser. Dafür geht es viel zu sehr um das Leben und die Menschen an sich.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2020

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"Jetzt, da er wieder eine Zukunft hatte, wollte er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen." - Der neue Roman von Pascal Mercier, dem Autor des Bestsellers "Nachtzug nach Lissabon" Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben - bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann. Wieder ist Pascal Mercier ein philosophischer Roman gelungen, bewegend wie der "Nachtzug nach Lissabon."

Mercier, Pascal Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, lebt in Berlin. Nach Perlmanns Schweigen (1995) und Der Klavierstimmer (1998) wurde sein Roman Nachtzug nach Lissabon (2004) einer der großen Bestseller der vergangenen Jahre und in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2007 folgte die Novelle Lea. Unter seinem bürgerlichen Namen Peter Bieri veröffentlichte er, ebenfalls bei Hanser, Das Handwerk der Freiheit (2001) sowie Eine Art zu leben (2013). Pascal Mercier wurde 2006 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis ausgezeichnet und 2007 in Italien mit dem Premio Grinzane Cavour für den besten ausländischen Roman geehrt. 2007 erhielt er die Lichtenberg-Medaille der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.