Das Labyrinth des Fauns (Buch)

Cornelia Funke, Guillermo del Toro

Übersetzung: Tobias Schnettler

Buch
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Der neue Roman von Cornelia Funke - poetisch, sprachgewaltig, monumental Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues... (weiter)

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Grausam und düster
»Was liest Du?«-Rezension von buecherwurm1310, am 20.07.2019

Es ist eine Weile her, dass Ofelias geleibter Vater gestorben ist. Inzwischen hat die Mutter eine neue Beziehung und ist schwanger. Mit Ofelia zieht sie in die Berge, wo ihr neues Zuhause sein wird. Ofelias Stiefvater, Capitán Vidal, ist ein grausamer Mann, dem es Vergnügen bereitet, die Widerstandkämpfer im Spanien des Jahres 1944 zu jagen und auszuschalten. Das Mädchen flüchtet in die Traumwelt ihrer Märchenbücher, um der düsteren Atmosphäre der Mühle zu entfliehen. In der Nähe der Mühle ist ein Labyrinth, das Ofelia erkunden möchte. Dort begegnet sie einem Faun. Er sieht in ihr eine lange verloren geglaubte Prinzessin. Daher stellt er ihr Aufgaben, die Ofelia bestehen muss, um zu beweisen, dass sie diese Prinzessin ist.

Inspiriert von Guillermo del Toros Werk „Pans Labyrinth“ hat die Bestsellerautorin Cornelia Funke eine phantastische Welt erschaffen, die faszinierend und grausam zugleich ist. Ich kann dieses Buch nicht mit dem Film vergleichen, da ich ihn nicht kenne. Ich lese auch sehr selten Fantasy-Romane, doch das Buch hat mich angezogen.  

Der gut zu lesende Schreibstil ist bildhaft und sehr poetisch. Die Charaktere sind interessant und gut dargestellt. Ofelias Mutter ist eine schwache Frau, die bei dem imposanten Mann halt sucht. Doch der verliert schnell das Interesse an ihr, nur der ungeborene Sohn interessiert ihn noch. Er ist grausam und ihm bereitet es Vergnügen, andere Menschen zu quälen. Ofelia entflieht der bedrückenden Atmosphäre des Hauses und gerät in diese magische Welt. Doch wird es ihr gelingen, die Aufgaben zu erfüllen, die ihr abverlangt werden? Zum Glück gibt es da Mercedes, die als Haushälterin für Vidal arbeitet, weil sie die Rebellen unterstützen will, zu denen auch ihr Bruder gehört. Sie kümmert sich um Ofelia.

Die Atmosphäre in dieser Geschichte ist unheilvoll und düster und es geht ziemlich brutal zu. Darauf sollte man sich beim Lesen einstellen, doch ich will nicht zu viel verraten.

Das Buch ist sehr schön gestaltet, das beginnt bereits mit dem Cover.

Eine sehr fantasievolle Geschichte, die mir aber zu grausam war.

Grausam und kurzweilig
»Was liest Du?«-Rezension von buechermarki, am 18.07.2019

Die Hardcover Ausgabe des Buches ist wirklich mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Der Schutzumschlag wirkt wertig, auch die erhabene Prägung. Selbst der feste Einband unter dem Schutzumschlag ist schön gestaltet und ich kann mich kaum entscheiden, ob es mir mit oder ohne Umschlag besser gefällt. Die Zeichnungen setzen sich auch im Buch fort. Also Gestaltung top.

Dieses Buch ist auch eine Art Experiment der bekannten Autorin Cornelia Funke, denn es ist das Buch zum bekannten Film von Guillermo del Toro. Während ich es eher andersherum kenne, dass ein Buch verfilmt wird, gehen beide hier den anderen Weg. Inwieweit das gelungen ist, kann ich nur teilweise beantworten, da ich den Film nicht kenne.

Nun zum Buch. Die 13jährige Ofelia zieht mit ihrer hochschwangeren Mutter zu ihrem neuen Stiefvater. Er ist Hauptman und soll mit seinen Soldaten Rebellen in einem Wald aufstöbern. Es ist 1944 in Spanien mitten während Francos Wüten gegen den letzten Widerstand. Schnell wird Ofelia klar, wie gefährlich und bösartig ihr neuer Stiefvater Vidal ist. Von ihrer Mutter, die krank und verzweifelt an die Liebe glauben möchte, kann sie keine Unterstützung erwarten. Sie flieht in ihre Fantasiewelt, wo sie den undurchsichtigen Faun trifft. Wenn sie drei Aufgaben für ihn erfüllt, nimmt er sie mit zu ihren wahren Eltern ins unterirdische Reich.

Dieses Buch ist nicht zu vergleichen mit den anderen Jugendromanen von Cornelia Funke, ist dunkel und wirklich grausam. Detailreich werden Tötungen und Misshandlungen beschrieben. Es gibt kaum Lichtblicke, ganz im Gegenteil schon mit Beginn der ersten Seiten wurde ich von Angst und Dunkelheit erfasst. Ein wenig Abwechslung bringen die kurzen Märchen, die immer wieder eingeschoben werden und Bezug nehmen zu bestimmten Personen und Gegenständen in der Geschichte. Sie geben dem Buch auch etwas mehr Märchenhaftes.

Wie ich es auch schon aus der „Tintenwelt“ kenne, lebt der Roman sehr von den Metaphern, die Cornelia Funke reichlich nutzt. Dadurch wirkt auch die Geschichte, die in der Gegenwart spielt märchenhaft, fast nicht real. Insgesamt habe ich etwas Tiefe vermisst, vor allem bei den Charakteren, sie bleiben einseitig. Sie sind entweder böse, naiv oder mutig. Vielleicht ist es wirklich das Problem, dass Cornelia Funke so eingenommen von Film und Guillermo del Toro ist, dass sie sich nicht traute mehr eigenes einzubringen und sich sehr am Film festgehalten hat. Charakterentwicklung im Film zu zeigen ist eben viel schwieriger als im Buch. Dennoch der Roman ist wirklich spannend und lässt sich gut lesen. Man sollte aber unbedingt die Altersbegrenzung ab 14 Jahre beachten, auch wenn die Aufmachung des Buches, es wahrscheinlich auch für ein jüngeres Publikum interessant macht. Die grausamen Szenen und die düstere Grundstimmung sind nicht zu unterschätzen.