Das Labyrinth des Fauns

Das Labyrinth des Fauns (Buch)

Cornelia Funke, Guillermo del Toro

Übersetzung: Tobias Schnettler

Buch
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Der neue Roman von Cornelia Funke - poetisch, sprachgewaltig, monumental Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues... (weiter)

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Dieses Buch ist märchenhaft schön, aber auch grausam und brutal. Es beschert viel Gänsehaut und lässt den Leser nicht mehr los.
»Was liest Du?«-Rezension von Bücherfee, am 30.09.2019

Inhalt:

Spanien im Jahr 1944. Ophelia zieht mit ihrer Mutter zu ihrem Stiefvater in die Berge, wo er mit seinen Soldaten stationiert ist. Doch sie sucht oft Schutz vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater und flüchtet in den nahegelegenen dichten Wald, der das Anwesen umgibt. Der Wald ist ein verzauberter Ort voller magischer Wesen und ein geheimnisvoller Faun stellt Ophelia drei Aufgaben. Sofern sie diese Aufgaben besteht, ist sie die seit langer Zeit verschollene Prinzessin des Reiches. Immer weiter wird sie in die magische, schöne, aber auch grausame Welt hineingezogen. Kann Unschuld über das Böse siegen?

Meine Meinung:

Vor vielen Jahren, als der Film “Pans Labyrinth” erschienen ist, musste ich diesen Film einfach sehen. Ich hatte immer schon einen besonderen Filmgeschmack und wurde nicht enttäuscht und bis heute ist mir dieser Film in Erinnerung geblieben, was in dieser Art und Weise nicht viele schaffen. Als ich dann davon hörte, dass Cornelia Funke ein Buch geschrieben hat, in dem diese Geschichte nochmal erzählt wird, konnte ich es kaum erwarten.

Zum einen schreibt Cornelia Funke sehr tolle Bücher, ganz besonders die Tintenwelt hat es mir angetan und zum anderen ist diese Geschichte etwas ganz Besonderes. Als ich damals den Film gesehen habe, hatte ich sehr oft Gänsehaut und das Buch hat es wieder geschafft. Die Geschichte ist nicht nur märchenhaft schön, sondern auch brutal und grausam. Es spielt in der Zeit des zweiten Weltkriegs und Ophelias Stiefvater ist ein sehr grausamer Anführer. Seine ihm unterstellten Männer sind auch nicht viel besser und daher fließt auch einiges an Blut.

Ich habe das Buch verschlungen und ich kann es nur jeden ans Herz legen dieses Buch zu lesen. Die Autoren haben ein Meisterwerk geschaffen sowohl als Buch wie auch als Film. Eine volle Leseempfehlung von mir für jeden, der märchenhaft schöne und etwas grausame Fantasy mag.

Besonders das Ende finde ich gigantisch.

Mein Fazit:

Dieses Buch ist märchenhaft schön, aber auch grausam und brutal. Es beschert viel Gänsehaut und lässt den Leser nicht mehr los.

Bittersweet Symphony
»Was liest Du?«-Rezension von KaraMelli, am 27.09.2019

„Alles Verlorene kann wiedergefunden werden.“

Wer den Film kennt wird bemerken, daß die Lektüre in einem doch sehr unschuldig wirkenden Cover daherkommt.

Aufwändig mit allerlei Raffinesse gestaltet, dunkel zwar, aber mystisch verspielt wie viele All-Ager.

„Tintenherz“ hatte mich damals so sehr gelangweilt, daß ich über den ersten Teil der Trilogie nicht hinausgekommen bin.

Ich war bei Veröffentlichung des Faun´schen Labyrinth´s vor allem darauf gespannt, wie eine Bestsellerautorin von Jugendbüchern die in ihrer Brutalität schockierenden Filmszenen umgesetzt hat.

Mit kritischsten Stirnfalten habe ich die Leseprobe begonnen. Den Prolog habe ich gut verkraftet, aber es brauchte tatsächlich nur vier Sätze im ersten Kapitel, um Hirn und Herz dahinschmelzen zu lassen.

Ich kann mich nur an ein Buch erinnern, das mich nach so wenigen Worten dermaßen stark faszinieren konnte. Ein literarischer Schockzauber einer sehr mächtigen Künstlerin. Über die Augen direkt die Leseseele getroffen und gebannt.

Für mich beinhaltet dieses Buch einen der schönsten in Worte gefassten Anfänge, die ich je gelesen habe. Der Wald ist ein Geheimnis, dunkelmagisch leuchtend und ich schritt hinein in ihn und seine Geschichte und vergaß alles um mich herum.

Noch keine 20 Seiten... und jede Menge Sätze, die ich in einer Kindle-Version für mein Clipboard markiert hätte. („Hätte“ weil ich entgegen meiner Gewohnheit – ohne es bereut zu haben – mir die HardcoverAusgabe gegönnt habe. Den Preis finde ich trotzdem unverschämt. Da krickel ich dann schon gar nicht drin rum, schon gar nicht mit Textmarker und auch nicht mit Bleistift!)

Noch keine 50 Seiten... und die inhaltlich erwartete Bestätigung für die im Vorfeld angezweifelte Altersfreigabe. Trotz der fantastischen Elemente ist das Buch nah am Leben. Vielleicht zu nah, was die Grausamkeit betrifft. Das Leben einer Prinzessin in einem unterirdischen Reich ist die eine Seite, die Gräueltaten während des spanischen Bürgerkriegs die andere, die man einem jungen Lesepublikum in dieser Art und Weise noch nicht zwingend verdeutlichen muß. Mit dem „Labyrinth des Fauns“ ist definitiv kein Märchen im Disney-Stil zu erwarten – es ist düster, es ist brutal, es ist pervers. Die Freigabe ab 14 halte ich für fragwürdig.

Der Wald bildet mit der Mühle, dem Labyrinth und seinen Bäumen als verbindendes Element zwischen Ober- und Unterwelt ein starkes, einnehmendes Setting. Die Erzählweise ist unaufdringlich poetisch, aber umso eindrücklicher. Episoden aus der Vergangenheit der Unterwelt verbinden sich über Details und Elemente mit der gegenwärtigen Realität. Dieses Konstrukt ist so gelungen, daß die Grenzen beider Welten für den Leser verwischen.

Das Buch wird mich, ebenso wie der Film, noch lange lange beschäftigen. Ich bin gefühlsmäßig implodiert. Am Ende waren Hirn und Herz roh und zerfetzt, aber ebenso friedlich und getröstet. Film wie Buch sind nichts für zarte Nerven und Seelen.

Mein Lieblingszitat: „ Es war Ofelias Mutter nicht bewußt, daß sie ebenfalls an Märchen glaubte. Carmen Cardoso glaubte an das gefährlichste aller Märchen. An das, in dem der Prinz kommen und sie retten würde.“