Das Labyrinth des Fauns (Buch)

Cornelia Funke, Guillermo del Toro

Übersetzung: Tobias Schnettler

Buch
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Der neue Roman von Cornelia Funke - poetisch, sprachgewaltig, monumental Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues... (weiter)

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Ein großartiges Werk! Spannende Geschichte, viele Bilder im Kopf und sympathische Protagonistin.
»Was liest Du?«-Rezension von Sandra8811, am 21.07.2019

Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich bin bei den Verlagsneuerscheinungen darauf gestoßen. Ich habe schon viel von Cornelia Funke gehört. Auch der Film Pans Labyrinth wurde mir schonmal empfohlen, ich bin aber noch nicht dazu gekommen, diesen anzusehen. Der Klappentext hat mich dann überzeugt.

Cover:
Das Cover ist sehr fantasievoll und durch den intensiven Türkiston sehr auffällig. Je länger man hinsieht, umso mehr Kleinigkeiten fallen auf. Ich finde es super!

Inhalt:
Im Jahre 1944 in Spanien muss Ofelia ihre schwangere Mutter zu ihrem neuen Stiefvater begleiten. Ihr Stiefvater ist durch seine Grausamkeit nicht der Vater den Ofelia sich wünscht, also zieht sie sich immer wieder in den nahegelegenen Wald und ein Labyrinth zurück. Dort trifft sie auf einen Faun, der ihr drei Aufgaben stellt, damit sie als verschollene Prinzessin wieder ins untere Königreich zurückkehren kann.

Handlung und Thematik:
Absolut fesselnde und mitreißende Handlung, die einen sofort in Cornelia Funkes fantastische Welt hineinentführt. Dieses Buch wurde auf Wunsch von Guillermo del Toro geschrieben, der den Film Pans Labyrinth erschuf. Ich kenne zwar den Film nicht, aber ich denke Cornelia Funke konnte Guillermos Erwartungen mehr als erfüllen. Die Handlung war in sich schlüssig und mir gefällt vor allem die Verwobenheit mit der Realität. Das damals herrschende Franco-Regime wurde gut mit in die Handlung einbezogen, vor allem die Grausamkeiten, die damals vorherrschten.

Charaktere:
Ich muss gestehen, wie eine Dreizehnjährige wirkte Ofelia nicht, allerdings war sie mir trotzdem sehr sympathisch und ist mir während des Buches immer mehr ans Herz gewachsen. Sie liebt Bücher und sie glaubt an Magie, dadurch musste ich sie schon gern haben.
Capitán Vidal ist ein herzloser Mensch. Cornelia Funke hat dafür gesorgt, dass ich ihn aufgrund der Beschreibung seiner Art schon nicht leiden konnte.
Es kamen übrigens viele Fabelwesen vor, vor allem der Faun, den viele auch Pan nennen, Feen und einige mehr.

Schreibstil:
Ich habe mich in Cornelia Funkes bildhaften Schreibstil total verliebt! Sie konnte die Welt so darstellen, dass ich sie mir wirklich vorstellte als wäre ich mittendrin. Das Lesen des Buches weckte in mir Emotionen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Ich war wütend auf Vidal, ich trauerte um Verstorbene und ich bekam Gänsehaut bei Aufgabe zwei. Ich fieberte richtig mit Ofelia und den anderen mit. Durch kurze Perspektiven-Schwenks bekam man ein gutes Gesamtbild, trotzdem blieb das Hauptaugenmerk auf Ofelia, was ich sehr gelungen fand. Die Kapitel waren kurz und einfach geschrieben, somit flogen die Seiten nur so dahin. Zwischendrin waren immer wieder Bilder, die das Bild im Kopf zusätzlich verstärkten. Es las sich irgendwie wie ein Märchen, dadurch liebe ich dieses Buch schon jetzt!

Persönliche Gesamtbewertung:
Bestimmt eines meiner Jahres-Highlights, wenn nicht sogar das Jahres-Highlight! Cornelia Funke zog mich mit ihren Charakteren und den tollen bildhaften Beschreibungen direkt in ihre magische Welt. Leseempfehlung für alle Jugendbuch-Fans! Auch Fantasy-Fans dürften ihre Freude damit haben.

Das Böse in der Welt
»Was liest Du?«-Rezension von FIRIEL, am 21.07.2019

Ofelia ist in einer glücklichen Familie aufgewachsen, geliebt von ihren Eltern. Doch im Spanien 1944 sieht ihre Mutter nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes keine andere Möglichkeit, als sich einen neuen Beschützer zu suchen. Sie gerät dabei an einen starken Kämpfer, der aber in ihr nur die Mutter für einen Sohn sieht. Als Anführer einer Soldatengruppe muss Vidal Partisanen aufstöbern und eliminieren; genau die richtige Aufgabe für einen gefühllosen Tyrannen. Ofelia und ihre hochschwangere Mutter müssen ihm in die Wildnis folgen. Dort entdeckt Ofelia Feen, sie findet ein Labyrinth und begegnet einem Faun. Dieser meint, in ihr die verlorene Prinzessin der Unterwelt zu erkennen. Drei Prüfungen muss sie bestehen, um ihre Identität zu beweisen...

Im Buch gibt es zwei Welten, die historische und die phantastische. Ob Ofelia diese phantastische Welt nur imaginiert, um aus der bedrohlichen Realität zu entfliehen, oder ob diese andere Welt ihre eigene Realität hat, bleibt offen. Die historische Welt ist brutal: Blut, Kampf, Folter und Mord bestimmen den Alltag, und auch Ofelia ist sich der ständigen Bedrohung bewusst, die ihre Mutter lieber ausklammern und ignorieren möchte. Doch die phantastische Welt ist ebenfalls kein friedliches Paradies. Ofelia muss sich bei ihren Prüfungen echten Gefahren stellen und begegnet auch hier Gewalt. 

Cornelia Funke hat dieses Buch nach einem Film geschrieben: Der Regisseur Guillermo del Toro hat sie darum gebeten, seinen Film "Pans Labyrinth" in Buchform zu bringen. Ich kenne den Film nicht - eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ihn mir nach der Lektüre anzusehen, doch nachdem ich das Buch nun gelesen habe, werde ich das vermutlich nicht tun, denn ich fürchte, dass ich den grausamen Szenen im Bild nicht gewachsen bin. Laut anderen Rezensenten ist Funke die Umsetzung hervorragend gelungen. Dass sie nicht nur unterhaltsame Kinderbücher schreiben kann, ist mir bewusst; auch in der Tintenherz-Trilogie gibt es einige grausame Beschreibungen. Und so hinterlässt mich dieses Buch zwiespältig: Ja, es ist sehr gut geschrieben, es übt einen starken Sog auf mich aus, aber die Grausamkeit stößt mich ab. Viele Leser tun sich da nicht so schwer wie ich. Wenn man das Buch allerdings Kindern oder Jugendlichen empfehlen möchte, sollte man sich erst vergewissern, wie sie solche schockierende Elemente verkraften können.