Das Leben der Wünsche

Das Leben der Wünsche (Buch)

Roman

Buch
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Stellen Sie sich vor, Ihre geheimsten Wünsche würden wahr. Die innersten, dunklen Wünsche, von denen Sie selbst bisher nichts ahnten. So ergeht es Jonas, dem ein Unbekannter eines Tages ein unerhörtes Angebot macht: "Ich erfülle Ihnen drei Wünsche." Der Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftliche außereheliche Liebhaber lässt sich auf das Spiel ein. Bis seine Frau eines Abends tot in der Badewanne liegt. Weiß die Nacht etwa mehr von Jonas' Wünschen als er selbst? Unverwechselbar erzählt der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic die Geschichte eines ganz normalen Mittdreißigers, der genau das bekommt, was er sich wünscht. Und noch ein bisschen mehr.

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Details
AutorIn Thomas Glavinic
Seiten 318
EAN 9783446233904
Sprache deutsch
erschienen bei Hanser
Erscheinungsdatum 12.08.2009
Stichwörter Deutschsprachige Literatur
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø2.5 | 18 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 2.2 |  6 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 2.7 |  12 Bewertungen

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Skurril und surreal
»Was liest Du?«-Rezension von Mia_liest, am 08.03.2016

„Das Leben der Wünsche“ ist ein Roman von Thomas Glavinic, welcher im April 2011 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen ist. Es handelt sich um den zweiten Band der Jonas-Reihe.

Erzählt wird die Lebensgeschichte von Jonas. Er ist verheiratet, Vater zweier Kinder, Werbetexter von Beruf und führt eigentlich ein ganz normales Leben. Eigentlich. Denn obwohl er jederzeit behaupten würde seine Frau zu lieben, unterhält er eine ziemlich rege aussereheliche Beziehung, die immer mehr Raum in seinem Handeln und Denken einnimmt.

Eines Tages macht ihm ein völlig unbekannter Mann das Angebot, dass er ihm drei Wünsche erfüllen wird. Aber es müssen Wünsche sein, die er sich wirklich und wahrhaftig aus tiefstem Herzen wünscht. Jonas hält das zuerst für ausgemachten Blödsinn, stellt aber recht schnell fest, dass es fortan zu erheblichen, teils sehr dramatischen Veränderungen in seinem Leben und zu diversen Merkwürdigkeiten in seinem direkten Umfeld kommt. Sollte es also wirklich möglich sein, dass seine Wünsche in Erfüllung gehen?

Thomas Glavinic hat mit „Das Leben der Wünsche“ zweifelsfrei einen Roman geschrieben, der die Leserschaft spaltet. Was sich sehr schön anhand der vielen, sehr unterschiedlichen Rezensionen und Meinungen erkennen lässt. Und genau diese Tatsache hat mich neugierig zu diesem Buch greifen lassen.

Der Schreibstil ist in der Tat etwas gewöhnungsbedürftig. Das konsequente Weglassen von Anführungszeichen bei Dialogen zum Beispiel …. und davon kommen eine Menge vor …. scheint im ersten Moment dazu beizutragen, dass es unübersichtlich wirkt. Dies fällt jedoch nach der Einlesephase nicht mehr wirklich ins Gewicht.

Viel mehr gestört hat mich, dass so viele Fragen, die in der Geschichte aufgeworfen wurden, am Ende nicht beantwortet werden. Es passiert nur sehr selten, dass ich nach Beendigung einer Lektüre nicht genau weiß, was genau mir eigentlich der Autor vermitteln wollte. Thomas Glavinic ist es gelungen, mir dieses Fragezeichen ins Gesicht zu projizieren.

Zu Jonas, dem Protagonisten dieser Geschichte, fand ich nicht so recht Zugang. Trotz der wirklich dramatischen Geschehnisse, die sein Leben gehörig ins Wanken bringen, wirkt er erstaunlich flach und farblos auf mich. Sein Leben erscheint lediglich als eine Aneinanderreihung von Zufällen, Taten und Geschehnissen, durch die es sich tagtäglich zu wurschteln gilt. Ebenso erging es mir als Leser: Etwas zu vollgestopft und überladen war mir die ganze Handlung, alles plätscherte einfach so vor sich hin. Gleichbleibend grau, egal was auch gerade passierte.

Die Einen mögen dies nun als höchste literarische Kost titulieren, wieder Andere finden, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Für meinen persönlichen Lesergeschmack liegt die „Wahrheit“ irgendwo dazwischen.

Mein Fazit:

Der Autor hat ein sehr interessantes Grundthema etwas skurril, aber keineswegs unlesbar umgesetzt. Vieles was Jonas erlebt, erscheint nicht nur ihm surreal, sondern hinterließ auch bei mir ein ebensolches Gefühl. Der Roman beantwortet nicht alle Fragen, lässt so dem Leser eigenen Raum zum Interpretieren und ist unter dem Strich betrachtet eine Abwechslung im belletristischen Bücherregal. Mir war dieses irgendwie „andere“ Leseerlebnis solide drei Sterne wert.  

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interessante Idee, unverständlich geschrieben
»Was liest Du?«-Rezension von Ursula, am 02.12.2014

~~Jonas, ein erfolgloser Werbetexter, wird in seiner Pause auf einer Parkbank von einem fremden Mann angesprochen.  Dieser scheint alles über Jonas zu wissen. Er würde ihm - Jonas - drei Wünsche erfüllen. Jedoch nicht wie bei einer guten Fee, der man die drei Wünsche nennt, es wären Wünsche, an die er denkt.
Kurz darauf stirbt Jonas Frau Helen an Krebs. Nun ist der Weg frei für Jonas Geliebte Marie, wenn diese sich endlich von ihrem Mann trennen würde. War dies sein Wunsch oder wäre Helen in jedem Fall gestorben?
Bei der weiteren Beschreibung über Jonas Leben bleibt es unklar, ob diese Dinge wirklich passieren, oder ob er phantasiert und es nur Träume sind. Die Handlung ist einfach nur verworren. Dabei finde ich die Idee des Romans äußerst interessant. Was wäre, wenn meine geheimsten Wünsche Wirklichkeit werden? Möchte ich das wirklich? Welche Konsequenzen ergeben sich dadurch? Ein wirklich spannendes Thema.
Das dieser Roman für den deutschen Buchpreis nominiert wurde, liegt meines Erachtens nur an dieser interessanten Idee. Der Schreibstil Thomas Glavinic ist gut, jedoch nicht überragend.
Am Ende des Buches habe ich mich gefragt, warum dieser Roman so hoch bewertet wurde. Bereits zwischendurch hatte ich Verständnisprobleme, am Ende war nur noch alles unklar. Bin ich nicht aufnahmefähig (intelligent) genug, um einen für den Buchpreis vorgeschlagenen Roman zu verstehen?
 

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Glavinic, Thomas Thomas Glavinic wurde 1972 in Graz geboren. 1998 erschien sein Debüt Carl Haffners Liebe zum Unentschieden. Es folgten u.a. Die Arbeit der Nacht (2006), Das bin doch ich (2007), Das Leben der Wünsche (2009) und Das größere Wunder (2013). Seine Romane Der Kameramörder (2001) und Wie man leben soll (2004) wurden fürs Kino verfilmt. Thomas Glavinic erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Seine Romane sind in 18 Sprachen übersetzt. Er lebt in Wien.