Das Pfingstwunder

Das Pfingstwunder (Buch)

Nominiert für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016. Roman

Buch
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Der Ort ist prachtvoll, die Stimmung aufgeräumt: Renommierte Dante-Gelehrte aus aller Herren Länder tagen im altehrwürdigen Saal der Malteser auf dem römischen Aventin, mit Blick auf den Petersdom. Im... (weiter)

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Details
AutorIn Sibylle Lewitscharoff
Seiten 349
EAN 9783518425466
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 11.09.2016
Stichwörter Spiegel-Bestseller
Italianisten
Kongress
Spiegel Bestseller
Fegefeuer
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.8 | 3 Meinungen

davon Rezensionen:
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Dantes Göttliche Komödie neu erzählt
»Was liest Du?«-Rezension von MagicaDeHex, am 21.10.2016

Gelehrte aus der ganzen Welt treffen sich in Rom, sie diskutieren Dantes „Göttliche Komödie“. Inferno, Fegefeuer oder der Garten Eden darüber wird ausgiebig und voller Inbrunst spekuliert. Gottlieb Elsheimer, ein Frankfurter Romanist, der sich selbst eher im Fegefeuer sehen würde als im Paradies beginnt, das Verhalten seiner Gelehrten-Freunde als seltsam zu empfinden. Das Pfingstfest naht und als die Kirchenglocken ihr Spiel beginnen geschieht etwas Unglaubliches und Unfassbares.

 

Sprachgewaltig und ausdrucksstark in wunderbarer, einzigartiger Sprache erzählt die Autorin die Geschichte des Pfingstwunders auf ihre eigene Art, angelehnt an Dante Alighieris (Dichter und Philosoph) „Göttliche Komödie“. Sicherlich keine leichte Kost, die man mal eben nebenbei verzehren kann, aber dafür Literatur auf höchstem, anspruchsvollem Niveau. Der Schreibstil der Autorin Sibylle Lewitscharoff ist elegant, eindringlich, voll schöner Worte und Sätze, philosophisch, poetisch angehaucht. Ein Buch, das ich als Leserin erarbeiten musste, das mich einige Mühe und Anstrengung gekostet hat, doch dafür wird es mir umso länger in Erinnerung bleiben. Für mich hat Sibylle Lewitscharoff hier ein literarisches Meisterwerk erschaffen, das es zu Recht auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat und sicherlich noch mehr verdient hätte.

 

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff, eine studierte Religionswissenschaftlerin, wurde 1954 in Stuttgart geboren. Im Jahre 2013 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, nur eine von zahlreichen Auszeichnungen, die der Autorin vergeben wurden. 1994 veröffentlichte Sibylle Lewitscharoff ihren ersten Roman, „Das Pfingstwunder“ ist bereits ihr zehntes Prosa-Werk.

 

Von Herzen gerne vergebe ich diesem unvergesslichen Buch seine wie ich finde wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter an Leser, die ein Buch voll genießen möchten und dabei hohes Niveau und schwerer Leichtigkeit nicht scheuen. Belohnt werden sie mit dem Verstehen des Pfingstwunders, Das Buch ist somit eine literarische Erklärung der Bedeutung der Kirche.

 

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Der Ort ist prachtvoll, die Stimmung aufgeräumt: Renommierte Dante-Gelehrte aus aller Herren Länder tagen im altehrwürdigen Saal der Malteser auf dem römischen Aventin, mit Blick auf den Petersdom. Im Mittelpunkt steht die Göttliche Komödie, Dantes realismusgetränkter Einblick in die Welt nach dem Tod. Einer der eifrig Debattierenden ist Gottlieb Elsheimer, Frankfurter Romanist und nach eigener Einschätzung eher ein Kandidat fürs Fegefeuer als fürs Paradies. Bei aller Leidenschaft für den Forschungsgegenstand scheint ihm das zunehmend ausgelassene Verhalten der Kollegen seltsamer und seltsamer. Als die Kirchenglocken das Pfingstfest einläuten, bahnt sich ein Ereignis unbegreiflicher Art an. Leichtfüßig und wortgewaltig spaziert die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff mit uns durch Hölle und Himmel. Die Hauptrollen in ihrem neuen Roman spielen die größte Komödie der Weltliteratur, das Seelenheil von 34 Dante-Gelehrten und ein anrührender Erzähler, so sehr um Bodenhaftung bemüht, dass ihm ein Wort wie "Wunder" nicht leicht über die Lippen kommt.

Lewitscharoff, Sibylle Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie, nach längeren Aufenthalten in Buenos Aires und Paris, heute lebt. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Buchhalterin in einer Werbeagentur. Sie veröffentlichte Radiofeatures, Hörspiele und Essays. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es folgten die Romane Der Höfliche Harald (1999), Montgomery (2003) und Consummatus (2006). Der Roman Apostoloff wurde 2009 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2013 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Blumenberg (2011) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien der Band Vom Guten, Wahren und Schönen, der die 2011 in Frankfurt und in Zürich gehaltenen Poetikvorlesungen versammelt. 2009 gestaltete Sibylle Lewitscharoff eine Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv Marbach zum Thema »Der Dichter als Kind«; in ihren Papiertheater-Arbeiten befaßt sie sich mit Clemens Brentano, Johann Wolfgang Goethe, Gottfried Keller, Karl Philipp Moritz und Friedrich Schiller. Sibylle Lewitscharoff ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Berliner Akademie der Künste. 2013/14 verbrachte sie ein Jahr als Stipendiatin in der Villa Massimo in Rom, danach war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.