Das Verschwinden der Stephanie Mailer (Buch)

Roman

Joël Dicker

Übersetzung: Amelie Thoma, Michaela Meßner

Buch
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Joël Dicker ist zurück - so intensiv, stimmungsvoll und packend wie "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert".--- Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste:... (weiter)

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Details
AutorIn Joël Dicker
Übersetzung Amelie Thoma, Michaela Meßner
Seiten 672
EAN 9783492059398
Sprache deutsch
erschienen bei Piper Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 02.04.2019
Ursprungstitel La Disparition de Stephanie Mailer
Stichwörter Harry Quebert
Hamptons
Bestseller
Polizeiermittlung
alter Kriminalfall
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.8 | 51 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.8 |  24 Rezensionen
davon Bewertungen:
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Geschwätzige Zeugen und eine Vielzahl an Zufällen
»Was liest Du?«-Rezension von Mikka, am 23.04.2019

Diese Rezension, ich muss es mit großem Bedauern gestehen, wäre fast der Bericht eines Abbruchs geworden – dabei breche ich nur äußerst selten Bücher ab. Begann ich das Buch noch mit durchaus positiven Eindrücken und freudiger Erwartung, schlug dies zunehmend in Enttäuschung und verwirrten Unglauben um.

Da ich bisher noch keines der vielgelobten Bücher des Autors gelesen hatte – obwohl “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” schon lange auf meiner Leseliste steht – fragte ich mich etwas ratlos, ob ich möglicherweise einfach keinen Draht zu Dickers Stil und Humor fand.

Eine persönliche Inkompatibilität meinerseits?

Es kommt schließlich vor, dass man mit einem Autor ‘einfach nicht kann’. Tatsächlich finden sich im Feuilleton und auf diversen Buchblogs zahlreiche begeisterte Rezensionen. Allerdings nahmen an der Leserunde, in deren Rahmen ich “Das Verschwinden der Stephanie Mailer” las, auch mehrere ausgesprochene Fans des Autors teil, die ähnlich fassungslos und enttäuscht reagierten wie ich.

Es scheint also ein Buch zu sein, das polarisiert. Um jedoch erstmal mit etwas Positivem anzufangen:

Der Kriminalfall an sich ist beeindruckend einfallsreich und komplex.

Anfänglich machte es mir viel Spaß, mir die verschiedensten Fragen zu stellen und bei jedem Schritt der Handlung gespannt mitzurätseln. Und tatsächlich gibt es das ganze Buch hindurch immer wieder überraschende Wendungen und kunterbunte Einfälle – Langeweile kommt also nicht auf.

Immer mehr gewann ich jedoch den Eindruck, dass diese Medaille auch eine Kehrseite hat: die Grenzen zwischen ‘überraschend’ und ‘unglaubwürdig’ verlaufen fließend. Manche Wendung ist in meinen Augen allzu weit hergeholt, da wird die Geschichte auf Biegen und Brechen vorangetrieben.

Der Rahmen der Glaubwürdigkeit wird für mich einige Male deutlich überstrapaziert.

So teilt ein Möchtegern-Regisseur der Polizei mit, er verfüge über wichtige Informationen zu einem unaufgeklärten Vierfachmord, er werde diese jedoch nur dann verraten, wenn sein Stück auf dem Theaterfestival der Stadt aufgeführt werde. Und statt ihn wegen Strafvereitelung dran zu kriegen, spielen Polizei und Bürgermeister der Stadt das Spiel mit – zum Teil wortwörtlich. Um einen anderen Charakter ebenfalls zu diesem Festival zu bringen, ruft der Autor einen Richter auf den Plan, der einen Besuch des Festivals zur Auflage für eine Strafminderung für diesen Charakter macht.

Und das sind noch nicht einmal die unglaubwürdigsten Situationen – andere kann ich nicht verraten, um nicht zu spoilern. Auch viele der Charaktere lesen sich so überzogen und klischeebehaftet, dass sie wirken wie Parodien ihrer selbst.

Eigentlich mag ich Krimis, die gleichzeitig im Grunde Psychogramme einer kleinen Stadt oder einer Gemeinschaft sind – und das ist ansatzweise hier der Fall, da man so nach und nach mitkriegt, wie viel Korruption es in dieser Stadt gibt und dass jeder der Charaktere seine Leichen im Keller hat –, aber ich finde es leider nicht gut umgesetzt.

Dazu kommt, dass die Arbeit der Ermittler mich immer weniger überzeugen konnte.

Vieles kommt nur durch eine Vielzahl glücklicher Zufälle heraus – und durch allzu viele Zeugen, die eigentlich kein Interesse daran haben sollten, bei der Polizei zuviel auszuplaudern, und dennoch von sich aus mehr verraten, als überhaupt gefragt war.

Ein erfahrener Krimineller plaudert munter aus dem Nähkästchen, wie er und sein Boss früher Menschen zusammengeschlagen und gefoltert haben, und dass der ein oder andere danach nie wieder gesehen wurde. Eine ‘Puffmutter’ gesteht freimütig, dass sie tatenlos zugesehen hat, wie minderjährige Prostituierte als Köder benutzt und dann “entsorgt” wurden, wenn sie nicht mehr attraktiv genug waren. Und nichts davon hat Konsequenzen.

Auch der Schreibstil gefiel mir leider immer weniger.

Vieles liest sich meines Erachtens hölzern und platt, besonders die Dialoge haben für mich keinerlei natürlichen Fluss. Im Buch wird 53 Mal gebrüllt, 38 Mal geschrien, 19 Mal gejammert, 8 Mal geschnauzt, ansonsten gebellt, geheult, gekreischt… Normal redet hier kaum jemand, was den Eindruck der Plakativität verstärkt.

FAZIT

Ein Vierfachmord wird 1994 aufgeklärt, doch 2014 wendet sich die Journalistin Stephanie Mailer mit der Behauptung an die Polizei, man habe damals den Falschen verhaftet. Doch sie verschwindet, bevor sie mehr darüber preisgeben kann.

Ich wollte dieses Buch lieben, tatsächlich wuchs meine Enttäuschung jedoch mit jeder Seite. Viele der Wendungen wirkten auf mich vollkommen unglaubwürdig, auch die Charaktere sind in meinen Augen bis ins Lächerliche übersteigert, so dass mir in einer eigentlich vielversprechenden Handlung jede Spannung verloren ging.

Ich habe das Buch fertig gelesen, aber ich muss zugeben: ich war froh, als ich endlich die letzte Seite erreichte.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2019/04/21/joel-dicker-das-verschwinden-der-stephanie-mailer/

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Das Lesen dieses Buches ist eine rasante Fahrt. Schleudertrauma nicht ausgeschlossen.
»Was liest Du?«-Rezension von Kates Leselounge, am 22.04.2019

„Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ war mein erstes Buch von Joel Dicker, aber mit Sicherheit nicht das Letzte. Ich wusste im Vorfeld nicht, was mich bei Dicker erwarten wird, aber ich war quasi ab den ersten Seiten infiziert vom Dicker Fieber. Das Lesen von „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ war eine rasante Fahrt, bei der ich stellenweise fast ein Schleudertrauma davon getragen hätte. 

Joel Dicker ist wahrlich ein Erzählkünstler. Ich habe selten einen Roman gelesen, bei dem in den ersten hundert Seiten so viel passiert, dass man zum einen kaum Atem holen konnte. Und zum anderen trotzdem nie den Überblick verliert. Dicker führt den Leser sehr gekonnt und äußerst charmant an der Nase herum. Er wirft mit Theorien um sich, um diese zwei Seiten weiter wieder zu verwerfen. Trotz der Masse an Geschehen, hatte ich nicht das Gefühl erschlagen zu werden. Vielleicht war zwischenzeitlich kurz das Gefühl da, dass man gleich ein Schleudertrauma bekommt, weil so viel geschieht, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinsehen soll. Aber genau das macht auch den Reiz und wahrscheinlich auch Joel Dicker aus. 

Zwischenzeitlich und besonders zum Schluss hin, fand ich die Darstellung der Charaktere sehr speziell. Das war Absicht des Autors die Figuren überspitzt darzustellen, um nicht zu sagen als Karikaturen. Ich empfand es zum Ende hin leider ein wenig zu viel. Es war ein schmaler Grad und irgendwie macht es halt auch den Dicker Charm aus, aber einen Hauch weniger zum Schluss hätte mir persönlich mehr zu gesagt.

Die Auflösung um das Verschwinden von Stephanie Mailer kam wirklich fast ganz zum Schluss. Bis zu diesem Punkt hatte ich gefühlt tausend Theorien gehabt und diese wieder verworfen. Joel Dicker hat es wirklich bis zum Ende spannend gehalten und selbst dann nochmals einen drauf gelegt. Es war eine aufregende Fahrt, das Lesen von „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ und ich kann das Dicker Fieber nun absolut nachvollziehen. Gut, dass die beiden Vorgängerbände schon hier liegen. Absolute Leseempfehlung! 

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Joël Dicker ist zurück - so intensiv, stimmungsvoll und packend wie "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert".--- Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau ... - Die idyllischen Hamptons sind Schauplatz einer fatalen Intrige, die Joël Dicker mit einzigartigem Gespür für Tempo und erzählerische Raffinesse entfaltet. --- "Macht süchtig!" Elle

Dicker, Joël Joël Dicker wurde 1985 in Genf geboren. Seine Bücher »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« und »Die Geschichte der Baltimores« wurden weltweite Bestseller und über sechs Millionen Mal verkauft. Für »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«, das in Frankreich zur literarischen Sensation des Jahres 2012 wurde und dessen Übersetzungsrechte mittlerweile schon in über 30 Sprachen verkauft wurden, erhielt Dicker den Grand Prix du Roman der Académie Française sowie den Prix Goncourt des Lycéens. Mit »Das Verschwinden der Stephanie Mailer« konnte er an seine Erfolge anknüpfen und schaffte es ebenfalls auf die Bestsellerlisten. Thoma, Amelie Amelie Thoma studierte Romanistik und Kulturwissenschaften und arbeitete als Lektorin, ehe sie Übersetzerin wurde. Sie übertrug u. a. Marc Levy und Leïla Slimani ins Deutsche. Meßner, Michaela Michaela Meßner lebt in München und übersetzt aus drei Sprachen (Französisch, Spanisch, Englisch) klassische und zeitgenössische Autoren. Sie hat u.a. Werke von Alexandre Dumas, Anne und Emily Brontë und César Aira ins Deutsche übertragen. 1992 wurde sie mit dem Raymond-Aron-Preis ausgezeichnet, 2017 erhielt sie das Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern.