Der Bücherdrache

Der Bücherdrache (Buch)

Roman

Buch
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Die Buchlinge sind wieder da! In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen... (weiter)

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Details
AutorIn Walter Moers
Seiten 192
EAN 9783328600640
Sprache deutsch
erschienen bei Penguin Verlag München
Erscheinungsdatum 20.03.2019
Stichwörter Buchlinge
Zamonien
Hildegunst von Mythenmetz
Literaturreich
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 33 Meinungen

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Nicht so gut wie früher
»Was liest Du?«-Rezension von Paperboat, am 06.06.2019


Der Bücherdrache ist eine ähnlich sagenumwobene Kreatur wie der Schattenkönig, vielleicht etwas weniger bekannt, aber ähnlich „ormträchtig“.
Hildegunst von Mythenmetz taucht in einem Comicstreifen in einen Traum ein und von dort (wie im Film „Inception“) in einige tiefere Lagen. Er trifft, es geht wie gewohnt als Text weiter, auf den Buchling Hildegunst Zwei. Buchlinge sind Bewohner der Ledernen Grotte der Untenwelt Buchhaims, ihre Aufgabe ist es sämtliche Werke des Autoren auswendig zu lernen, nach dem sie benannt sind. Hildegunst Zwei erzählt seinem autorischen Vorbild von seinem Abenteuer.

Der kleine Hildegunst Zwei hat eigentlich ganz schön viel auswendig zu lernen, da Hildegunst von Mythenmetz als langlebiger Lindwurm eine ganze Menge zu Papier gebracht hat, aber er lernt eine Gruppe von Klassikern kennen, die nur sehr wenig memorieren mussten, entsprechend viel Zeit haben und mit kleinen, unerfahrenen Buchlingen Unfug treiben. So kommt es, dass sie Hildegunst Zwei einen Streich spielen und ihn in den buchdurchtränkten Sumpf schicken, um dem berüchtigten Bücherdrachen eine bücherne Schuppe zu stehlen. Nach einer Wanderung trifft der junge Buchlign auch tatsächlich auf den Drachen, der ihm seine gaaaanze verdammte Lebensgeschichte erzählt, und hier liegt für mich der Knackpunkt des Buches. Aber dazu später. Der zunächst freundlich und sogar kumpelhaft wirkende Drache offenbart Hildegunst Zwei, dass er ihn aus dem Sumpf nicht entkommen lassen kann und leider töten muss, zunächst jedoch muss er als Drache im gesetzten Alter sein Mittagsschläfchen halten. Das ruft die Gruppe von unfugtreibenden Buchlingen auf den Plan, die sich um Hildegunst Zwei Sorgen gemacht haben, denn wie sich herausstellt, wussten sie gar nicht, dass es den Drachen wirklich gibt. Mit einem waghalsigen Plan gelingt es der Gruppe zu entkommen, und dabei finden sie etwas sehr erstaunliches über ihre eigene Gattung heraus.

Walter Moers schreibt, finde ich, wie gewohnt gewitzt, spannend und mit einer Skurrilität, die oftmals ihresgleichen sucht. Als Fan seiner früheren Bücher, „Die Stadt der Träumenden Bücher“, „Ensel und Krete“, „Rumo“ oder „Käpt'n Blaubär“ kommt es mir mittlerweile leider so vor, als ob Moers zum Chronisten seiner eigenen ausgedachten Welt Zamonien verkommt. Er ergießt sich in langen Beschreibungen zur Umgebung, vieles ist eine unnötige Aufzählung, die mich mit dem Fuß auftippeln lässt, ungeduldig wann es denn weitergeht. Seine früheren Werke waren wirklich spannend und ereignisgeladen, „Der Bücherdrache“ kann da leider genauso wenig wie „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ mithalten, letzteres war für mich der hohe Tiefpunkt seiner ewig langen Beschreibungen. Nichts desto trotz ist es ein gutes Buch, was für mich leider nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen kann.

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eine wundervolle, sprachgewaltige Geschichte mit liebenswerten und faszinierenden Figuren
»Was liest Du?«-Rezension von Stephie2309, am 10.05.2019


Der Bücherdrache ist völlig anders als erwartet, aber trotzdem richtig gut und von der ersten Seite an so fesselnd wie faszinierend, nur leider viel zu schnell gelesen.

Das Buch beginnt und endet mit ein paar Comic Seiten, in die dann die eigentliche Geschichte eingebettet ist. Der Ich-Erzähler ist zwar im Grunde Hildegunst von Mythenmetz, die Ereignisse um Nathaviel werden allerdings nicht von ihm selbst geschildert. Im Vordergrund steht vielmehr das Abenteuer des nach ihm benannten Buchlings Hildegunst Zwei, der dem bekannten Lindwurm von seiner aufregenden Begegnung mit dem legendenumwobenen Bücherdrachen berichtet. Es handelt sich sozusagen um eine Geschichte in einer Geschichte.

Infolgedessen besteht das Buch größtenteils aus Dialogen bzw. aus dem Monolog des kleinen Buchlings, dessen Erzählung nur gelegentlich kurz durch Nachfragen oder Bemerkungen von Hildegunst unterbrochen wird. Dabei gibt er wiederum innerhalb seines Abenteuers nahezu wortgetreu die gesamte, interessante Lebensgeschichte des Bücherdrachen wieder, wie Nathaviel sie ihm berichtet hat. Der Autor hat also mehrere Geschichten geschickt ineinander verschachtelt, lässt am Ende jedoch offen, ob es sich nun um ein echtes (fiktives) Erlebnis oder lediglich um einen Traum des Lindwurms handelt. Spannend ist diese außergewöhnliche Geschichte in jedem Fall.

Der im Ormsumpf lebende Bücherdrache ist eine ausgesprochen faszinierende Kreatur, die man trotz seiner tödlichen Tendenzen irgendwie ins Herz schließt und der man in späteren Werken gern noch einmal begegnen möchte. Nathaviel ist weise, klug und ein wenig melancholisch. Er hat in seinem Leben viel durchgemacht und man versteht durchaus seine Beweggründe. Einerseits will er sich bloß selbst schützen, andererseits ist er dadurch unendlich einsam, zumal er sich scheinbar sehr gern mit anderen Wesen unterhält. Es grenzt an ein Wunder, dass er noch nicht völlig verrückt geworden ist.

Der Drache ist Orakel und Schatz zugleich, denn neben seinem Geist sind auch seine Schuppen ormdurchtränkt und daher wahnsinnig wertvoll. Sie sind der Grund, warum er lange Zeit gejagt wurde. Um zu Überleben fing er irgendwann an die Besucher zu fressen oder zumindest zu vertreiben, die es nicht mehr nur auf einen Ratschlag, sondern eine seiner Schuppen abgesehen hatten. Dieses Vorgehen war umso wichtiger, da es Nathaviel inzwischen nicht mehr möglich ist die Katakomben zu verlassen. Der arme Drache ist im Ormsumpf gefangen.

Der junge, etwas zu leichtgläubige Buchling Hildegunst Zwei ist einem ebenfalls sehr sympathisch. Er glaubt nichts Interessantes erzählen zu können, dabei ist sein Leben im Ergebnis nicht annähernd so ereignislos oder vorhersehbar wie er denkt. Stattdessen kann er von einem Abenteuer berichten, wie es sicher nicht viele Buchlinge erlebt haben. Es macht Spaß dank ihm eine neue Seite an Zamonien sowie neue Geschöpfe, die in dieser Welt leben, kennenzulernen und eine Geschichte zu lesen, in der einige Buchlinge sowie ein Drache die Hauptakteure sind. Hinzu kommt eine vielversprechende Prophezeiung Nathaviels, die vielleicht – oder eher hoffentlich – noch einmal in anderen Büchern zur Sprache kommt. Das Ende deutet zumindest ein wenig darauf hin.

Darüber hinaus begeistert das Buch vor allem durch die tolle, malerische Sprache von Walter Moers, die langen Sätze und wunderbaren Beschreibungen, deren Klang man sich auf der Zunge zergehen lassen möchte. Die Liebe des Autors zu Büchern und zur Sprache wird folglich nicht nur durch die zamonische Welt, sondern auch durch seine Art zu erzählen deutlich.

Möglicherweise hat der Autor sogar ein paar autobiographische Gedanken einfließen lassen, nämlich als es um die Leiden und Ängste von Schriftstellern geht, die Nathaviel sehr anschaulich beschreibt. Man ist sich nicht ganz sicher, ob es scherzhaft oder als Kritik gemeint ist, dass man sich als Autor gelegentlich zu viele Gedanken über Dinge wie (negative) Rezensionen oder Schreibblockaden macht.

Ebenso fantastisch wie der Schreibstil ist die einzigartige Gestaltung des Buches mit den zahlreichen, vielseitigen Illustrationen des Autors. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die sehenswerten Zeichnungen des Bücherdrachen in seiner ganzen Pracht, die sich über mehrere Doppelseiten erstrecken.

Es handelt sich bei Der Bücherdrache zwar um eine völlig eigenständige und insgesamt überaus empfehlenswerte Geschichte, sodass man die anderen Zamonien-Romane zuvor nicht alle gelesen haben muss, es schadet allerdings nicht, wenn man zumindest schon ein wenig mit der Welt vertraut ist und zum Beispiel weiß, was Buchlinge überhaupt sind.

Zum Abschluss folgt im Übrigen eine Leseprobe aus Die Insel der 1000 Leuchttürme, die auf jeden Fall neugierig auf das gesamte Buch macht – und vielleicht ein erster Hinweis darauf ist, dass dieses Buch als nächstes erscheint, obgleich ein konkreter Erscheinungstermin bislang noch nicht bekannt ist. Hierin dreht sich wieder alles um ein Abenteuer des Lindwurms Hildegunst, der den ersten Abschnitt einer beschwerlichen Reise in einem Brief an seinen Freund Hachmed Ben Kibitzer schildert.

*FAZIT*

Der Bücherdrache ist eine wundervolle, sprachgewaltige Geschichte mit liebenswerten und faszinierenden Figuren, die viel zu schnell vorbei ist und augenblicklich Lust auf weitere Abenteuer aus Zamonien macht.

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Die Buchlinge sind wieder da! In den Katakomben von Buchhaim erzählt man sich eine alte Geschichte vom sprachmächtigen Drachen Nathaviel. Angeblich besteht er aus lauter Büchern, die von der mysteriösen Kraft des Orms durchströmt sind. Die Legende besagt, der Bücherdrache habe auf jede Frage die richtige Antwort. Der Buchling Hildegunst Zwei, benannt nach dem zamonischen Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz, macht sich eines Tages auf den Weg in den Ormsumpf, wo Nathaviel hausen soll. Dabei wagt er sich in Bereiche der Katakomben, in denen es von Gefahren wie den heimtückischen Bücherjägern nur so wimmelt. Und er ahnt nicht, dass die größte Gefahr, die ihm droht, vom Bücherdrachen selber ausgeht.

Moers, Walter Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie «Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers», ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim.Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie «Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär», «Die Stadt der Träumenden Bücher», «Der Schrecksenmeister», «Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr», «Weihnachten auf der Lindwurmfeste» und nun «Der Bücherdrache» waren Bestseller.