Der Geruch von Häusern anderer Leute (Buch)

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2017, Kategorie Jugendbuch

Bonnie-Sue Hitchcock

Übersetzung: Sonja Finck

Buch
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Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen.... (weiter)

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Details
AutorIn Bonnie-Sue Hitchcock
Übersetzung Sonja Finck
Seiten 320
EAN 9783551560216
Sprache deutsch
erschienen bei Carlsen Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 18.03.2016
Ursprungstitel The Smell Of Other People's Houses
Stichwörter Portrait
Alaska
Belletristik
Roman
Inuit
Altersfreigabe ab 14 Jahren
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø5 | 10 Meinungen

davon Rezensionen:
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Einfach großartig!
»Was liest Du?«-Rezension von Kathrineverdeen, am 08.12.2016

Ihr seid auf der Suche nach einem Buch, dessen Handlung und literarische Figuren euch unter die Haut gehen? Ein Buch, das euch auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt und in Erinnerung bleibt? Dann habe ich genau das Richtige für euch: Eine Geschichte über vier jungen Menschen, die vom unerbittlichen Alltag unweit des nördlichen Polarkreises gezeichnet wurden und deren Lebenswege sich auf unerwartete Weise kreuzen. Und fast scheint es so, als seien diese unerwarteten Momente vorbestimmt, um einander zu retten.

„Ich verstehe nicht, warum manche Erlebnisse uns unter die Haut gehen und uns zu neuen Menschen machen.“ Seite 243

Alyce, Ruth, Dora und Hank haben einen sehr divergenten Charakter und obwohl drei von ihnen in einem Ort wohnen, nur wenig mit einander zu tun. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass alle vier von gewichtigen Problemen und Sorgen geplagt werden: Ruth hat ein kleines Geheimnis, welches sich wohl nicht mehr  lange verbergen lässt. Hank flieht mit seinen Brüdern vor häuslicher Gewalt, ähnlich wie Dora, deren Vater gerne und sehr viel Alkohol trinkt. Dagegen erscheint Alyce Problem fast lächerlich. Doch für sie ist es schwierig mit der Trennung ihrer Eltern fertig zu werden, die ihr Leben buchstäblich zweigeteilt hat. Durch viele Begebenheiten nähern sich diese jungen Menschen einander – meist unbeabsichtigt.

Die Handlung dieses Jugendbuches von Bonnie-Sue Hitchcock spielt in den sechziger Jahren, nachdem Alaska zu einem Bundesstaat der USA wurde. In dieser Geschichte lernt der Leser nicht nur die Schicksale der vier Hauptakteure kennen, sondern er lernt auch sehr viel über die Geschichte von Alaska und dessen multikulturelle Bevölkerung. Durch die interessanten Einblicke in das Familienleben der literarischen Hauptfiguren, erfährt man vieles über das Leben im Territorium Alaska, bevor es zu einem Bundesstaat wurde.

„Das ist mein Herz. Es mag aus tausend Stücken zusammengeflickt und etwas mitgenommen sein, aber es schlägt. Eindeutig“ Seite 315

„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ von Bonnie-Sue Hitchcock ist eine sehr bewegende, stimmungsvolle, aber auch bedrückende Geschichte. Zwischen den Zeilen schwingen eine große Portion Melancholie und unerfüllbare Hoffnungen, die dem Leser buchstäblich unter die Haut gehen.  Hitchcock hat für ihre tiefgründige und eindringliche Handlung wunderbare und facettenreiche literarische Figuren mit fesselnden Schicksalen geformt, die dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben. 
Dank des wunderschönen und bildgewaltigen Schreibstils durfte ich während des Lesens auch Alaska und seine atemberaubende Natur kennenlernen.

„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ von Bonnie-Sue Hitchcock ist wieder so ein Buch aus dem Königskinder Verlag, das meinen Hunger nach weiteren besonderen Geschichten ins unermessliche wachsen lässt. Also bitte liebe Königskinder – macht euren Job genauso großartig weiter wie bisher!

 

www.kathrineverdeen.blogspot.de

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Vier Leben, vier unterschiedliche Geschichten und dennoch nur eine Botschaft!
»Was liest Du?«-Rezension von Samy86, am 20.06.2016

Klapptext:

Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce … Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Zwar konnte ich aus dem Klapptext entnehmen, dass es sich um einzelne Erzählstränge handeln wird, dennoch war es anders als erwartet, aber überraschend gut. Komm es einem Anfangs so vor als seien es vier Geschichten, deren Schicksal sich ähneln und es dennoch keinen Bezug zueinander gibt, so schleicht sich Autorin Bonnie-Sue Hitchcock langsam, strukturiert, spielerisch und spannend an die Zusammenführung der Geschichten heran und entwirft eine bild- und wortgewaltige Welt rund um Alyce, Ruth, Dora und Hank mit seinen Brüdern.

Zu Beginn hatte ich etwas Probleme in die Handlung hinein zu finden, was eher an dem Schreibstil und Beschreibung der einzelnen Dinge lag. Doch ist man erst mal angekommen und findet sich zurecht, so ist dieses Buch ein besonderes Schmanckerl. Gefühlvoll und tiefgründig geht Bonnie-Sue Hitchcock auf die vier Protagonisten ein, erstellt ein Konstrukt aus Bildern und Worten, die einen ergreifen, berühren und gedanklich nicht mehr los lassen.

Der Schreibstil hat auch einen tiefsinnigen, wortgewaltigen und bildlichen Touch. Man kann sich sehr gut in die Handlungen einfinden, spürt und fühlt wie die einzelnen Protagonisten und hat die beschrieben Gerüche empfindsam und angenehm irgendwie selbst in der Nase, auch wenn die Gerüche nicht der ausschlaggebende Punkt der die Handlung umfasst sind, so ist er ein angenehmer Mitläufer, der die Handlung eben ausmacht. Also keine Angst, denn hier geht es nicht um die Gerüche, sondern um die Schicksale der vier Protagonisten.

Das Cover ist dem Königskinder Verlag wieder einmal total gelungen. Ich mag es wie sie mit Details spielen, die Cover in Szene setzen und dem Leser das Gefühl verleihen:“ Hier bist du genau richtig!“ Eine komische Beschreibung, ich weiß, aber wie soll man sonst zum Ausdruck bringen, was die Betrachtung des Cover in einem auslösen vermag!

Die Protagonisten sind schwer zu beschreiben. Man sollte sie selbst kennen lernen und von ihnen berichten lassen, was sie bewegt und wo sie sich sehen. Sofort wird klar, dass sie allesamt vom  Schicksal gebeutelt sind und einen Ausweg daraus suchen. Mit dem Einen wird man sofort warm, bei dem Anderen braucht es vielleicht 1-2 Kapitel, doch sie sind alle auf ihre Art herzallerliebst und haben so einiges zu berichten.

Zum Abschluss muss ich gestehen, dass dieses Buch vielleicht nicht für jeder Mann etwas ist, denn es ist auf seine spezielle Art manchmal etwas schwer verständlich oder zu verdauen, man braucht einige Zeit um sich wirklich einfinden zu können und durch den Schreibstil kommt es manchmal etwas langatmig herüber. Vielleicht liegt es auch etwas an der Zeitpoche in dem es spielt. In 1970er waren die Ansichten und Denkweisen etwas anders wie jetzt und daher ist es auch etwas schwerer sich damit auseinander zu setzen eben weil man selbst anders erzogen wurde oder solche Probleme nicht selbst kennen gelernt hat.

Dennoch finde ich, dass das Buch mit seiner Geschichte gebührend Aufmerksamkeit erhalten soll, denn mich hat es berührt, begeistert und hängt mit vielen der Erlebnissen gedanklich immer noch nach.

Das Zitat, welches auch den Buchdeckel ziert, hat mich sehr angesprochen und es sagt, so denke ich, einiges über die Worte, Geschichten und Menschen, die man antrifft aus!

<< … Da ist es, mein Herz. Es mag aus tausend Stücken zusammengeflickt und etwas mitgenommen sein, aber es schlägt. Eindeutig…>> Zitat Seite 315 & Buchdeckel

Findet einfach selbst heraus, was dieses Zitat zu etwas besonderen macht!

Fazit:

Ein Buch, das durch seine Protagonisten und deren Geschichten, einfach für sich selbst spricht. Man muss es selbst gelesen haben um die Eindrücke und Emotionen verstehen zu können. Für mich eine absolute Überraschung und eine klare Leseempfehlung, denn dieses Buch bleibt im Kopf und im Herzen durch seine emotionale, tiefgründige und bildgewaltige Story, dort tief verankert!

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Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce ... Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es. Deutscher Jugendliteraturpreis 2017

Hitchcock, Bonnie-Sue Bonnie-Sue Hitchcock ist in Alaska geboren und aufgewachsen. Sie war viele Jahre mit ihrer Familie in der Fischerei tätig und zog ihre Kinder auf einem Boot groß. Außerdem arbeitete sie als Reporterin für Alaska Public Radio und war Moderatorin und Produzentin der "Independent Native News" mit Schwerpunkt auf den indigenen Völkern Nordamerikas.