Der Kaffeedieb (Buch)

Roman

Buch
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Ein historischer Abenteuerroman, farbenprächtig und spannend - ganz großes Kino Wir schreiben das Jahr 1683. Europa befindet sich im Griff einer neuen Droge. Ihr Name ist Kahve. Sie ist immens begehrt - und teuer,... (weiter)

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Details
AutorIn Tom Hillenbrand
Seiten 470
EAN 9783462048513
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 10.03.2016
Stichwörter Drohnenland
Abenteuer
Teufelsfrucht
Kaffee-Dieb
Revolution
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.8 | 47 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.6 |  17 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.9 |  30 Bewertungen

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Kaffeefahrt mal anders - es ist Obacht geboten in Beetlefucky!
»Was liest Du?«-Rezension von Blümchen, am 05.10.2017

Hä? Beetlefucky? Ich war total irritiert, als Hauptfigur Obediah Chalon (seines Zeichens Fälscher, Betrüger und sogenannter Virtuoso) diesen Ortsnamen das erste Mal in den Mund nahm. Moment mal. Ein englischer Ortsname in Arabien? Und dann noch so einer? Da kann was nicht stimmen. Ein paar Zeilen später war die Verwirrung aufgeklärt. Denn Obediah meinte natürlich Beit al-Fakih, wo er gedachte, Kaffeepflanzen zu entwenden. Ah ja. Ich musste schmunzeln und an dieser kleinen Anekdote merkt man, was dieses Buch auszeichnet: der Humor, der – nicht zu oft, aber umso treffsicherer – zwischen den ansonsten recht abenteuerlichen Zeilen aufblitzt.

Für dieses Buch sollte man sich etwas mehr Zeit einplanen, denn die vielen Verstrickungen der spionierenden Mächte und damit auch die zahlreichen Personen, noch dazu gewandet in eine Sprache irgendwo zwischen 17. und 21. Jahrhundert, wollen erstmal (ein-)geordnet sein. Ich gebe zu, am Anfang habe ich mich etwas schwer getan mit dem Buch. Ich kannte ein Buch von Hillenbrand aus seiner Luxemburger Krimi-Reihe um den Koch Xafier Kieffer und hatte daher nicht unbedingt diese Sprache erwartet, die unheimlich viele historische Begriffe enthält (die ich zum Teil auch erstmal nachschlagen musste). Ein Hoch auf das Glossar am Ende des Romans, dort wurden zumindest die meisten der mir unbekannten Worte und Namen erklärt. Aber am Anfang macht das Hin- und Herblättern das Lesen doch ein bisschen schwer.

Als ich mich dann aber in das Buch eingefunden hatte, wurde die Geschichte immer fesselnder. Obediah ist ein sympathisches Schlitzohr und seine Kumpanen auf der „Kaffeefahrt“ gen Mocha und Beit al-Fakih habebn alle etwas Besonderes. Man weiß zwischendurch nicht mehr, wem man trauen kann und wem nicht – das macht die Lektüre besonders spannend. Leider war der eigentliche Kaffeeraub dann nicht viel mehr als eine kurze Episode, während die gesamte Unternehmung drum herum sehr ausführlich dargestellt wird.

Das Buch gibt einen Einblick in die historische Entwicklung der Wirtschaft, da werden Bankgeschäfte genauso thematisiert wie die Ränke zwischen den „Großkopferten“ – ein Schelm, wer diese Gedanken in die Gegenwart transferiert. Denn viel geändert hat sich offenbar nicht, auch wenn heutzutage weniger Blut dabei fließt.

Ich empfand das Buch als ungewöhnlichen historischen Roman, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das nur an der Sprache oder auch dem eher unkonventionellen Thema  und der Entwicklung der Handlung liegt. Es ist definitiv lesenswert – aber man sollte sich dabei etwas Zeit lassen. Vielleicht mit einer schönen heißen Tasse Kaffee. :-)

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Ein Meisterwerk
»Was liest Du?«-Rezension von MelaKafer, am 14.01.2017

Wir befinden uns am Ende des 17. Jahrhunderts. Obediah Chalon, die Hauptfigur des Romans, ist ein sogenannter Virtuosi und lebt in London. Virtuosi sind Männer, die sich für Wissenschaften begeistern, Erfindungen und Apparate naturphilosophischer Gelehrter sammeln, ohne selber ernsthaft Studien zu betreiben. Obediah verbringt seine Tage in Kaffeehäusern und steht auf Grund seiner Leidenschaft für die Naturwissenschaften mit vielen Gelehrten auch über die englischen Grenzen hinaus in Korrespondenz. Dieser Austausch eröffnet ihm auch die Möglichkeit, Entwicklungen des Marktes/Handels einzuschätzen. Mit Spekulationen hält er sich mehr schlecht als recht über Wasser.
Schließlich fälscht es Wechsel der Wisselbank, um an das ganz große Geld zu kommen. Als sein Plan scheitert, bleibt ihm nur die Flucht. Er setzt sich nach Amsterdam ab, wo er nach Betrügereien im Zuchthaus landet. Dort hat er mit seinem Leben schon abgeschlossen, als er von einem Mitglied der VOC (Vereinigte ostindische Compagnie) aus dem Gefängnis geholt wird. Jener Herr hat einen brisanten Auftrag für ihn. Er soll Kaffeepflanzen nach Amsterdam schmuggeln, um das Kaffeemonopol der Osmanen zu brechen.
Obediah schart teils zwielichtige Spezialisten um sich, um seinen Plan umzusetzen. Das Abenteuer kann beginnen.
Tom Hillenbrand hat einen grandiosen und vielschichtigen Roman geschrieben. Neben seiner spannenden Handlung besticht der Roman durch seine historische Fundiertheit und Detailtreue und einen sehr ansprechenden Schreibstil. Die Einschübe von Korrespondenzen, v.a. auch der gegnerischen Spionage sorgen für eine neue Perspektive und für Auflockerung.
Tom Hillenbrand ist ein Meisterwerk gelungen. Ich habe diese Werk von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen.

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Ein historischer Abenteuerroman, farbenprächtig und spannend - ganz großes Kino Wir schreiben das Jahr 1683. Europa befindet sich im Griff einer neuen Droge. Ihr Name ist Kahve. Sie ist immens begehrt - und teuer, denn die Osmanen haben das Monopol darauf. Und sie wachen streng darüber. Aber ein junger Engländer hat einen waghalsigen Plan: Er will den Türken die Kaffeebohnen abluchsen ... Lange haben die Europäer das Heidengebräu verschmäht und lieber Bier getrunken, aber am Ende des 17. Jahrhunderts verfällt Europa dem Kaffee. Philosophen in London, Gewürzhändler in Amsterdam und Dichter in Paris: Sie alle treffen sich in Kaffeehäusern und konsumieren das Getränk der Aufklärung. Aber Kaffee ist teuer. Und wer ihn aus dem jemenitischen Mokka herausschmuggeln will, wird mit dem Tod bestraft. Der Mann, der es trotzdem wagen will, ist der junge Obediah Chalon, Spekulant, Händler und Filou. Er hätte allen Grund sich umzubringen, nachdem er an der Londoner Börse Schiffbruch erlitten hat. Nur ein großes Geschäft, ein ganz großes, könnte ihn vor dem Ruin bewahren. Und so geht er aufs Ganze: Mit finanzieller Unterstützung der Vereinigten Ostindischen Compagnie stellt er eine Truppe internationaler Spezialisten zusammen, um den Türken den Kaffee zu klauen. Die spektakuläre Reise scheint zunächst zu gelingen, doch dann sind immer mehr Mächte hinter ihnen her ...

Tom Hillenbrand, geboren 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Redakteur bei SPIEGEL ONLINE. Seine Sachbücher und Romane haben sich bereits hunderttausende Male verkauft, sind in mehrere Sprachen übersetzt und standen auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der ZEIT-Krimi-Bestenliste.