Der Sommer meiner Mutter

Der Sommer meiner Mutter (eBook)

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Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein.... (weiter)

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Details
AutorIn Ulrich Woelk
Edition 1. Auflage
EAN 9783406734502
Sprache deutsch
erschienen bei Beck C. H.
Erstverkaufsdatum 25.01.2019
Stichwörter Belletristik
erste sexuelle Erfahrung
Popmusik
1969
erotische Initiation
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 2.48 MB
Veröffentlichungsjahr 2019
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Wohlfühllektüre über das Erwachsenwerden
»Was liest Du?«-Rezension von jenvo82, am 14.10.2019

„Natürlich wollte ich, dass sich die Wünsche meiner Mutter erfüllten, aber nicht, dass sich etwas an meinem Leben änderte. Und ich ahnte, dass beides zusammen vielleicht nicht möglich sein würde.“

Inhalt

Tobias Ahrens ist im Sommer 1969 fast 12 Jahre alt und ein großer Fan der bemannten Raumfahrt. Für ihn gibt es nichts Schöneres als gebannt die Fernsehbilder zu verfolgen, die sich rund um den Start der Raumfähre Apollo 10 drehen. Die neuen Nachbarn, Familie Leinhardt, haben eine Tochter die nur ein Jahr älter als Tobias ist und nach und nach freunden sich die Heranwachsenden an. Ebenso wie ihre Eltern, die sich nun öfters zu Grillabenden treffen. Während Uschi und Wolf Leinhardt bekennende Kommunisten sind und großes politisches Interesse zeigen, geht es bei Familie Ahrens eher gutbürgerlich zu. Egal ob es das Essen, die Kleidung oder der Musikgeschmack sind, die Leinhards sind eben ein bisschen verrückt und definitiv ganz anders. Für Tobias eine aufregende Zeit, denn er entdeckt nicht nur sein Interesse fürs weibliche Geschlecht, nein, er nimmt plötzlich auch wahr, wie sich sein konservatives Elternhaus öffnet und vor allem seine Mutter immer mehr in den Bann der neuen Nachbarn gerät. Doch der Streit in den eigenen vier Wänden bleibt nicht aus und der Junge muss sich damit auseinandersetzen, dass sich seine Eltern immer öfter streiten und mehr aus dem Weg gehen. Er ahnt, dass sein harmonisches Familienidyll immer weiter ins Hintertreffen gerät und viele Neuerungen anstehen, doch damit möchte Tobi eigentlich gar nichts zu tun haben …

Meinung

Der freie Schriftsteller Ulrich Woelk wurde mit diesem Roman für die Longlist des deutschen Buchpreises 2019 nominiert und widmet sich dem Thema Erwachsenwerden, in Hinblick auf vielerlei emotionale Veränderungen, nicht nur im Bereich der Identitätsfindung sondern auch im Zusammenspiel und dem Funktionieren einer Familieneinheit, deren Weltbild durch äußere Einflüsse dramatisch verändert wird. 

Tobias, der Ich-Erzähler ist wunderbar getroffen, ein Junge, der sich auf der Schwelle zum Mann-Sein befindet und der normalerweise in einer intakten Welt lebt und dort gerne noch ein bisschen geblieben wäre. Doch die „Mädchen“ machen es ihm unmöglich, so isoliert weiterzuleben, wie bisher. Nicht nur die ersten kleinen Liebeserlebnisse zwischen ihm und Rosa, der Tochter der Nachbarsfamilie bringen sein Gefühlsleben durcheinander, sondern auch das Zerbrechen der Elternbilder, die er bisher kannte. Plötzlich kauft seine Mutter Jeans und besucht Demonstrationen, während sein Vater gezwungen ist, das Abendessen zuzubereiten. Auch die politischen Impressionen, die er zwar nicht versteht, aber doch sehr genau wahrnimmt, lassen ihn zweifeln. Doch noch bevor er alles in eine gewisse Ordnung bringen kann, schlägt das Schicksal zu und er muss damit leben, dass seine Kindheit nun endgültig vorbei ist und seine Erfahrungen ganz andere Dimensionen erreichen.

Sprachlich fällt dieser Roman eher in die Kategorie leichte Lektüre, wobei die kindliche Erzählperspektive sehr gut getroffen wurde. Der Geschichte fehlt es nicht an Unterhaltungswert und sie entwirft ein stimmiges Bild ihrer Zeit und ebenso das der Adoleszenz, doch mangelt es ihr an etwas Besonderem, etwas was sich nachhaltig einprägt und zum Nachdenken anregt. Emotional trifft sie nicht ganz meinen Nerv, vor allem der letzte Teil der Erzählung, hätte gerne eine höhere Gefühlsdichte haben dürfen. Denn wenn Tobias als Erwachsener immer noch so sachlich und einfach gestrickt ist, wie als Teenager, dann muss seine Entwicklung irgendwo stagniert haben und leider, kann man das nur bedingt auf den Schicksalsschlag zurückführen, den er erlebt hat.

Fazit

Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen entspannten Wohlfühlroman, der einfach ein stimmiges Bild in der Gesamtheit bietet. Wenn man nicht zu anspruchsvolle Lektüre erwartet, sondern einfach eine interessante Story sucht, passt dieser Roman wunderbar. Sein großes Plus: Wie denkt ein Jugendlicher, der fast noch ein Kind ist, wenn sich sein Umfeld grundlegend verändert. Und welchen Einfluss die Eltern mit ihren Handlungen tatsächlich auf ihr Kind haben, bzw. welchen nicht. Etwas mehr Tiefgang und Gefühlsdichte hätte ich mir dennoch gewünscht, denn so blieb gerade das Schicksal von Tobias Mutter, die dem Roman seinen Titel gab, etwas unbedeutend und fragwürdig. 

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Einfühlsam
»Was liest Du?«-Rezension von kristall, am 04.10.2019

1969 war ein spannendes Jahr. Politisch, aber auch menschlich. Das bekommt auch der 11jährige Tobias zu spüren, der ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Der Autor erzählt einfühlsam die Verwicklungen von Tobias' Familie. Es geht um die erste Mondhandlung, um politische Gesinnungen und um Gefühle. Sowohl bei ihm selbst, als auch bei seinen Eltern. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es erzählt berührend und authentisch, so dass man sich sehr gut mit den Figuren identifizieren kann. Ein sehr empfehlenswerter Lesestoff!

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Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge. Tobias, eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren dreizehnjährige Tochter, Rosa, eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt. Auch die Eltern der beiden verbringen viel Zeit miteinander, zwischen den Paaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung - "Wahlverwandtschaften" am Rhein. Und während Armstrong und Aldrin sich auf das Betreten des Mondes vorbereiten, erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation… Ulrich Woelk erzählt spannend, atmosphärisch dicht und herzzerreißend von einem Aufbruch, persönlich und politisch, der tragisch endet.

Ulrich Woelk, geboren 1960, studierte Physik und Philosophie in Tübingen. Sein erster Roman, "Freigang", erschien 1990 und wurde mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Woelk lebt als freier Schriftsteller und Dramatiker in Berlin. Seine Romane und Erzählungen sind unter anderem ins Englische, Französische, Chinesische und Polnische übersetzt.

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