Der Turm der blauen Pferde (Taschenbuch)

Kriminalroman

Taschenbuch
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Ein packender Krimi um eines der legendärsten verschollenen Gemälde der Kunstgeschichte: Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc. Der Start einer neuen Reihe von Krimipreisträger Bernhard Jaumann. Auf der Jagd... (weiter)

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Details
AutorIn Bernhard Jaumann
Seiten 336
EAN 9783869711416
Sprache deutsch
erschienen bei Galiani, Verlag
Erscheinungsdatum 14.02.2019
Serien Von Schlettwitz Kunstdetektei
Stichwörter Bayern
Berchtesgarden
Kunstraub
Der blaue Reiter Detektive
Die Stunde des Schakals
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.2 | 16 Meinungen

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Ein etwas anderer Krimi, mit interessanten Charakteren, geschichtlichem und künstlerischem Bezug zur deutschen Geschichte.
»Was liest Du?«-Rezension von Bücherspiegel, am 09.05.2019

Mal ein etwas anderer Krimi bietet Bernhard Jaumann uns mit seinem Start einer neuen Reihe, und zwar im Bereich Kunstgeschichte. „Der Turm der blauen Pferde“ von Franz Marc einst gemalt, ist der Star in diesem ersten Band, nach dem die Mitarbeiter der Kunstdetektei von Schleewitz fahnden. Dabei wäre es für das Verständnis mancher Beschreibungen wichtig, sich das Bild herunterzuladen oder eine Postkarte oder ähnliches griffbereit zu haben.
Es geht natürlich auch hier nicht ohne Blutvergießen. Der Schreibstil vom Autor allerdings ist ein ruhiger und nicht immer nach mehr Opfern in skurriler Umgebung oder Taten, die, ob ihrer Grausamkeit, immer überdrehter wirken. Die Protagonisten sind überschaubar.
Da ist zunächst der Chef, Rupert von Schleewitz, Freund der Frauen, schneller Autos und gut vernetzt. Eigentlich hatte er sich in höheren Sphären nach seinen Studien gewähnt, aber auch so kommt er genug in der Welt der Kunst herum. Nur in diesem Fall will es einfach nicht zu interessanten Schauplätzen sondern in kleine Dörfer ohne Zukunft. So verfällt er auch auf eine junge Frau, die nur raus will, aus ihrem Kuhdorf mit Schankwirtschaft. Aber ist sie wirklich das, was sie vorgibt zu sein? Nur interessiert an seiner Story, auf der Jagd nach einem lange verschollenen Kunstwerk?
Als nächstes ist da Klara Ivanovic, die mit ihren Eltern ein denkbares Los gezogen hat. Der Vater, ein an Parkinson erkrankter Künstler, betreut von einer guten Seele aus dem Osten. Schon lange leben er und die Mutter von Klara getrennt, die weit weg an einen Platz an der Sonne geflüchtet ist. Klara hat alles Wissen über Kunst von ihrem Vater von der Pike auf gelernt, ein Studium schloss die Lücken. Sehr gut gefallen hat mir bei dieser Figur ihre Schlagfertigkeit Männern gegenüber, die sie sich vom Leibe halten will. Ihr Chef glaubt daher, dass sie viel zu kühl und zu trocken für diese Welt ist.
Mädchen für alles, mit Frau und zwei heranwachsenden Töchtern im Hintergrund, ist Max Müller. Seine Kollegen haben einfach keinen Sinn für seine familiären Probleme, weshalb er oftmals schummelt, weil er nicht will, dass Klara oder Rupert seinen jeweiligen Aufenthaltsort kennen. Auch sonst hält er sich mit den Ergebnissen seiner Recherchen zurück, weil er sich nicht gerade gut verstanden fühlt von den Beiden. Für die Leserschaft hingegen ist gerade das absolut spannend.
Es ist eine Reise durch die Geschichte Deutschlands, angefangen von den Kunstwerken von Franz Mark und seinen Freunden, über beide Weltkriege, die Sammelleidenschaft des Naziregimes, auch, was die sogenannte entartete Kunst angeht. Es geht, wie so oft, um Neid und nicht verstandene Sichtweisen. Um Eigenheiten von Menschen, denen nicht nur Geld wichtig ist, sondern das, was uns manchmal Kunst sagen will, was es uns bedeutet. Über Generationssprünge bei besonderen Veranlagungen. Und um einen jungen Mann, dem es bereits zum Ende des Zweiten Weltkrieges gelingt, seine Umgebung zu täuschen. Auf eine Art und Weise, wie sie die Leserschaft nicht vermutet.
Und natürlich geht es um den Turm der blauen Pferde. Sie zu besitzen, sein Eigentum zu nennen, sie aufzufinden, um sie einem Museum zu stiften. Und das ist das Ansinnen eines Mäzens. Oder einem, der glaubt einer werden zu wollen. Und der glaubt, das Bild gefunden und erstanden zu haben. Der die Detektei von Schleewitz beauftragt, herauszufinden, wo sich das Bild die ganze Zeit aufgehalten hat, denn seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war es nur wenige Male gesichtet worden. Und damit eine Geschichte entstehen lässt, von der keiner ahnt, wohin die Reise geht. Vor allem nicht ausgerechnet in Dörfer, die angeblich keine Zukunft haben.
Eine interessante Reise durch die Geschichte und in die Abgründe der Menschen. Auch das macht uns aus. Lesenswerter Kriminalroman bei dem manch loses Ende auf eine Fortsetzung im nächsten Band warten muss. Nehme ich mal an.

Bernhard Jaumann ist bereits ein Preisgekrönter Autor, kein Neuling in seinem Metier. Mehr über ihn und seine Bücher findet man zum Beispiel unter https://www.bernhard-jaumann.de/

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Das perfekte Kunstwerk
»Was liest Du?«-Rezension von twentytwo, am 09.04.2019

Als Rupert von Schleewitz und seine Geschäftspartnerin Klara Ivanovic, von einem namhaften Kunstsammler damit beauftragt werden die Provenienz zu Franz Marcs Gemälde „Der Turm der blauen Pferde“ zu erstellen, sind sie zunächst hellauf begeistert. Immerhin handelt es sich bei dem Gemälde um eines der berühmtesten verschollenen Schlüsselwerke der Kunstgeschichte und sein Auftauchen wird in den Medien garantiert vollste Aufmerksamkeit genießen. Die Gelegenheit den Bekanntheitsgrad ihrer Agentur damit, ohne Belastung des Werbeetats zu steigern, ist zu verlockend um den Auftrag abzulehnen. Doch dann ergeben sich bereits nach den ersten Recherchen ernsthafte Zweifel an seiner Echtheit. Aus diesem Verdacht heraus, entwickelt sich in Folge eine, von unvorhersehbaren Wendungen gespickte Story, die in einem spektakulären Kunstdiebstahl gipfelt, der in seiner Dreistigkeit kaum zu überbieten ist.

Fazit
Eine vor historischem Hintergrund ausgeklügelt aufgebaute Geschichte, die in einem gelungenen Balanceakt zwischen Fiktion und Wirklichkeit, für spannende und unterhaltsame Lesestunden, in denen auch der Humor nicht zu kurz kommt, sorgt.

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Ein packender Krimi um eines der legendärsten verschollenen Gemälde der Kunstgeschichte: Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc. Der Start einer neuen Reihe von Krimipreisträger Bernhard Jaumann. Auf der Jagd nach Mördern, Fälschern und verschollenen Meisterwerken begibt sich die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz auf Spurensuche. Zwei Jungs entdecken in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in einem verlassenen Tunnel einen Zug, randvoll mit Kunstschätzen. Vor allem das Gemälde mit den geheimnisvollen blauen Pferden fasziniert sie - doch dann kommt es zur Katastrophe. Und Franz Marcs Der Turm der blauen Pferde verschwindet für immer. Oder ...? Sprung in die Gegenwart: Die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz erhält einen neuen Auftrag. Marcs legendäres Gemälde, von den Nazis zur "entarteten Kunst" erklärt und anschließend in Görings Privatbesitz gewandert, soll wieder aufgetaucht sein. Ein steinreicher, kunstsammelnder Industrieller behauptet, das Bild auf verschlungenen Wegen von einem Unbekannten gekauft zu haben. Handelt es sich wirklich um das Original? Es wäre eine Weltsensation.Das Team der Detektei beginnt zu ermitteln. Rupert von Schleewitz, Klara Ivanovic und Max Müller führen nicht nur äußerst unterschiedliche Privatleben - von Töchtern in Teenagerkrisen über unvorsichtige Affären mit Verdächtigen bis zu einem Vater, der als alternder Aktionskünstler in der bayerischen Provinz für mächtig Ärger sorgt -, sie haben auch sehr individuelle Ermittlungsmethoden. Schnell geraten die drei Detektive in ein Gewirr aus Fälschungen, mysteriösen Todesfällen und einem hollywoodreifen Kunstdiebstahl. Und plötzlich scheint es ein halbes Dutzend Exemplare des Turms der blauen Pferde zu geben. Welches ist das echte Gemälde? Oder ist das Original vielleicht gar nicht dabei? Die Grenzen zwischen Authentizität und perfektem Imitat verschwimmen ...

Bernhard Jaumann, geboren 1957 in Augsburg, arbeitete nach dem Studium in München als Gymnasiallehrer. Zur Zeit lebt er in Bayern und Italien. Er schrieb mehrere Krimiserien, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman 2003 und für die beste Kurzgeschichte 2008. Für seinen Roman »Die Stunde des Schakals« erhielt er 2011 den Deutschen Krimipreis.