Der Turm

Der Turm (Taschenbuch)

Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman. Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2008, dem Deutschen Buchpreis 2008 und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2009

Taschenbuch
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Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor... (weiter)

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Details
AutorIn Uwe Tellkamp
Edition 2. Aufl.
Seiten 972
EAN 9783518461600
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp
Erscheinungsdatum 12.03.2010
Stichwörter Geschichte 1980-1989
Oberschicht
Familie
Deutschland
Alltag
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
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Eine Kürzung um mindestens die Hälfte hätte dem Buch nicht geschadet
»Was liest Du?«-Rezension von Tammy1982, am 06.11.2015

In "Der Turm" erzählt Uwe Tellkamp über die Familie des Arztes Richard Hoffmann die letzten Jahre der DDR bis zum Mauerfall in Dresden. Über kleine Alltagsgeschichten, aber auch vor allem über das Leben von dem einen Sohn Christian, der mit dem Wehrdienst nicht zurecht kommt, wird das Leben in der DDR und auch gerade die Zuspitzung kurz vor Ende dargestellt.

Dies alles wäre sehr interessant und hätte ich gerne gelesen. Leider neigt Uwe Tellkamp dazu sich in Schachtelsätzen zu verlieren und seitenweise über irgendwelche Nebensächlichkeiten abzuschweifen. Wenn ich nicht selber Angehörige hätte, die mir vom Leben in der DDR erzählen können, hätte ich vieles gar nicht verstanden bzw. einige der üblen Dinge, die dort passiert sind, schlicht überlesen. Die Sprache ist sehr anstrengend und oft hatte ich das Bedürfnis die Seiten einfach zu überfliegen, was ich dann aber doch nicht getan habe, da oft in einem kleinen Nebensatz oder einem kleinen Wort sich die wichtigsten Dinge versteckt haben.

Die gesamten handelnden Personen sind mir so auch nie wirklich nahe gekommen und Gefühle habe ich vergeblich gesucht. Die Personen handeln irgendwie, ergehen sich teilweise in verwirrenden Tagebucheinträgen, die ich oft gar nicht verstanden habe und die für mich im Gesamtkontext keinen Sinn ergeben haben. Daher war mir auch ihr Schicksal teilweise wirklich egal und nur immer kurz konnte ich Gefühle aufblitzen sehen oder dachte jetzt wird es emotionaler, um umso mehr auf den nächsten Seiten durch ellenlange Abschweifungen enttäuscht zu werden.

Eine Kürzung des Buches um locker die Hälfte wenn nicht noch mehr, hätte meiner Meinung nach dem Stoff sehr gut getan und das Buch zu etwas werden lassen, was wirklich die furchtbaren DDR-Zustände jedem klarmacht. Uwe Tellkamp kann das, das konnte ich sehen, aber noch mehr liebt er es wohl sich in der deutschen Sprache zu verlieren und dabei die Kernaussagen zu vergessen.

Schade, dass dieses Buch aus meiner Sicht guten Stoff so verschachtelt darstellt, dass ein Laie damit nichts anfangen kann und so ein Stück deutsche Geschichte nicht in Erinnerung bleibt, sondern man nur entnervt das Buch am Ende zur Seite legt.

Alles in allem ist dieses Buch für mich eine absolute Enttäuschung und ich vergebe noch 2 Sterne für das Festhalten wichtiger Geschichte und das teilweise Durchblitzen von doch gutem erzählerischen Können.

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»Was liest Du?«-Rezension von Franz-Josef, am 14.10.2015

 


Mir als im Westen geborenen Angehörigen der gleichen Generation hat dieses Buch sehr viele Einblicke sowohl in den DDR-Alltag als auch den dortigen Literaturbetrieb verschafft. Hat man sich erst einmal eingelesen, dann kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

 

 

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Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems. Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert.

Tellkamp, Uwe Uwe Tellkamp wurde 1968 in Dresden geboren. Nach seinem Wehrdienst in der NVA verliert er wegen »politischer Unzuverlässigkeit« seinen Medizinstudienplatz, wird 1989 im Zuge der Wende inhaftiert und setzt danach sein Studium in Leipzig, New York und Dresden fort. Nach seinem akademischen Abschluß arbeitete er als Arzt in einer unfallchirurgischen Klinik in Dresden. Derzeit lebt er als Schriftsteller in Dresden. Bislang sind von ihm erschienen: Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café und Der Eisvogel. Für seinen Roman Der Turm, seinem ersten Buch im Suhrkamp Verlag, erhielt er 2008 den Deutschen Buchpreis.