Der Wal und das Ende der Welt

Der Wal und das Ende der Welt (eBook)

John Ironmonger

Übersetzung: Maria Poets, Tobias Schnettler

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Unterhaltend und literarisch: ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit. »Abenteuerlich, beunruhigend, ergreifend.« Stern »Dieser Roman gibt einem den Glauben an die Menschheit... (weiter)

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Details
AutorIn John Ironmonger
Übersetzung Maria Poets, Tobias Schnettler
Edition 1. Auflage
EAN 9783104910307
Sprache deutsch
erschienen bei FISCHER E-Books
Erstverkaufsdatum 27.03.2019
Stichwörter Fridays For Future
Gute Bücher
Hobbes
Die Letzten ihrer Art
Gesellschaft
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 1.11 MB
Veröffentlichungsjahr 2019
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Der Prophet Jonas
»Was liest Du?«-Rezension von FIRIEL, am 01.11.2019

Ein Mann wird von einem Wal an Land befördert und verkündet den Bewohnern das Ende der Welt... Dieses Szenario kennen wir doch schon aus der Bibel. Auch der Protagonist dieses Buches heißt eigentlich Jonas, wird aber Joe genannt. Er arbeitet als Analyst in einer Bank in London; seine Aufgabe ist es, aus den verschiedensten Ereignissen auf der ganzen Welt Schlüsse zu ziehen, welche Aktien fallen werden, so dass die Broker Gewinn für die Bank erzielen können. Hierfür hat er ein Computerprogramm erfunden, das weltweit Beziehungen berücksichtigt. Doch was, wenn das ganze System zusammenbricht? Sein Programm prognostiziert den Untergang der Welt, und so lässt Joe alles hinter sich und fährt ins Blaue, bis er in dem winzigen Fischerdorf St. Piran landet. Dort landet er im Meer, wird vom Wal an Land befördert, der dann dort strandet und wiederum von ihm und dem ganzen Dorf gerettet werden muss. Er lernt die Dorfbewohner kennen und wird Teil der Gemeinschaft. Die Anzeichen für den drohenden Kollaps mehren sich - was soll er tun?

Dieses Buch ist vor vier Jahren erschienen und beschreibt, wie schnell das heutige Weltwirtschaftssystem zusammenbrechen könnte. Das ist sehr realistisch, und bei der Lektüre habe ich mich gefragt, ob ich nicht einen Notvorrat zumindest für eine Woche anlegen sollte. Die Auswirkungen einer solchen Krise (Ölmangel in Verbindung mit der Grippe) wären drastisch, und man kann sich lebhaft vorstellen, wie Menschen um ihr Überleben kämpfen und dabei alle Mitmenschlichkeit verlieren. In diesem Buch ist es anders: Die kleine Dorfgemeinschaft wächst zusammen, hilft und teilt. Ist das realistisch oder ist es eine Sozialutopie, eine "Kuschel-Dystopie"? Meines Erachtens funktioniert der Zusammenhalt nur in kleinen Gruppen. Ein Dorf von 300 Einwohnern, in der jeder jeden kennt, mag da eine Obergrenze darstellen: Die Hemmung, einen Unbekannten für einen Laib Brot totzuschlagen, ist sicherlich entschieden geringer als einen Nachbarn, Freund oder Verwandten. Der Zusammenhalt gelingt durch konsequente Abschottung. Und dank der Vorausschau von Joe kommt es ja noch nicht zur schlimmsten Notlage. Insofern halte ich das Szenario durchaus für realistisch, allerdings nicht für übertragbar. Es bleibt die Frage, wie sich der Einzelne in einer Notsituation verhält: Ist der Mensch dem Menschen ein Wolf? Ist "jede Gesellschaft nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt"? Oder gibt es da doch mehr? In der Bibel warnt Jonas die Bewohner von Ninive, sie kehren um und Gott verzichtet auf sein Strafgericht. Hier droht nicht Gott, sondern ein von Menschen erstelltes Computerprogramm prognostiziert den Untergang - der dann aber doch nicht eintritt, weil das Programm konsequenten menschlichen Egoismus unterstellt. Wenn der sich dann doch nicht als umfassend erweist, kann der Untergang abgewendet werden.

Ironmonger stößt mit seinem Buch philosophische Fragen an und bringt den Leser zum Nachdenken. Das ist ein dickes Plus für dieses Buch. Ein Minus ist der Schluss: Ob man den Zusammenhalt und die letztliche Öffnung des Dorfes für realistisch hält oder nicht, mag ja schon unterschiedlich sein. Der Schluss aber ist es eindeutig nicht. Die angedeutete Romanze erfüllt sich nicht, aber dass sich auf den letzten Seiten nun aus dem Nichts eine neue als Ersatz anbietet, stößt mir übel auf. Auc die Friede-Freude-Weihnachtsidylle ist dann doch reichlich weit hergeholt. Damit hat sich Ironmonger keinen Dienst erwiesen - wer das Buch deswegen für unrealistischen Kitsch hält, wird dann vermutlich die positiven Anteile ablehnen. Schade; diese Idee hätte man überzeugender darstellen können.

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Ein wunderbarer Roman
»Was liest Du?«-Rezension von PMelittaM, am 07.06.2019

Joe Haak ist Analyst bei einer Investmentbank in der City of London. Doch nun findet er sich nackt und halb ertrunken wieder am Strand von St. Piran, wird von skurrilen, aber größtenteils netten Dorfbewohnern gerettet, trifft mehrfach auf einen Wal, und eines seiner Szenarien, der Kollaps der Weltwirtschaft, das Ende der Welt scheint einzutreten.

Ich liebe Wale, und einem Roman, der nicht nur einen im Titel, sondern auch auf dem Cover hat, konnte ich nicht widerstehen. Und tatsächlich habe ich ihn geliebt von der ersten Seite an …

John Ironmonger ist ein großartiger Erzähler, er erzählt mit viel Herz und einer schönen Sprache, und auch wenn das Thema einmal etwas trockener wird, etwa wenn es um Joes Szenarien geht, mit denen er vorherzusagen versucht, wie sich die Wirtschaft entwickeln könnte, langweilt man sich keine Sekunde lang. Im Gegenteil, mir ging mehrfach das Herz auf, weil es dem Autor gelungen ist, sein eigenes Szenario mit viel Hoffnung anzureichern und weil er zeigt, dass man nicht immer nur das Schlechteste erwarten sollte, dass man auch ein bisschen Vertrauen in die Menschen setzen sollte und auf ihren Zusammenhalt untereinander.

Überhaupt Ironmongers Charaktere – sie sind skurril, nicht nur die Dorfbewohner, auch z. B. Joes Kollegen in London, aber die meisten sind sehr liebenswert, und die, die es nicht sind, könnten es sein, es müssen nur bestimmte Voraussetzungen eintreten. Auch Joe selbst, und sogar der Wal passen wunderbar in dieses Ensemble. Ironmonger gelingen schöne Charakterbeschreibungen, Menschen mit Fehlern, aber auch viel Herzlichkeit, Menschen, die auf sich schauen, die sich aber auch öffnen können, Menschen, die man gerne kennen lernen möchte, auch wenn man dem einen oder anderen eher aus dem Weg ginge.

Vor allem den Protagonisten lernen wir sehr gut kennen, begleiten ihn auch in seine Vergangenheit, lernen Familie, ehemalige Liebschaften, Kollegen und Vorgesetzte kennen. Auch er ist ein Mensch mit vielen Seiten, der sich in der Krise bewähren will.

Wie bereits angedeutet, dies ist ein wunderbarer Roman, von vorne bis hinten gut zu lesen, voller Emotionen, die auch den Leser treffen, er regt zum Nachdenken an und wirkt noch lange nach – einer meiner Lieblingsromane (nicht nur in diesem Jahr), der selbstverständlich volle Punktzahl verdient und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Unterhaltend und literarisch: ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit. »Abenteuerlich, beunruhigend, ergreifend.« Stern »Dieser Roman gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück.« Elle Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt. John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht?

John Ironmonger kennt Cornwall und die ganze Welt. Er wuchs in Nairobi auf und zog im Alter von 17 Jahren mit seinen Eltern in den kleinen englischen Küstenort, aus dem seine Mutter stammte. John promovierte in Zoologie; nach Lehraufträgen wechselte er in die internationale IT-Branche. Schon immer hat er geschrieben; seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Inspiriert zu »Der Wal und das Ende der Welt« haben ihn unter anderem die biblische Geschichte von Jonas und dem Walfisch, das Werk des Gesellschaftsphilosophen Thomas Hobbes, Jared Diamonds Sachbuch »Kollaps« und viele andere Quellen der Phantasie und des Zeitgeschehens. John Ironmonger lebt heute in einem kleinen Ort in Cheshire, nicht weit von der Küste. Er ist mit der Zoologin Sue Newnes verheiratet; das Paar hat zwei erwachsene Kinder und zwei kleine Enkel. John Ironmongers Leidenschaft ist die Literatur - und das Reisen auf alle Kontinente.

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