Die Bagage

Die Bagage (eBook)

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"Von uns wird man noch lange reden." Monika Helfers neuer Roman "Die Bagage" - eine berührende Geschichte von Herkunft und Familie Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die... (weiter)

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Details
AutorIn Monika Helfer
EAN 9783446267329
erschienen bei Hanser, Carl GmbH + Co.
Erstverkaufsdatum 01.02.2020
Stichwörter #ohnefolie
20. Jahrhundert
Außenseiter
Betrug
Biographie
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Kleiner, intensiver Familienroman
»Was liest Du?«-Rezension von jenvo82, am 18.03.2020

„Eine Ordnung in die Erinnerung zu bringen – wäre das nicht eine Lüge? Eine Lüge insofern, weil ich vorspielen würde, so eine Ordnung existiere.“

Inhalt

Die Familie Moosbrugger lebt am Rande eines österreichischen Dorfes, weit oben auf dem Berg und wird in dem Ort nur unter dem Sammelbegriff „Die Bagage“ tituliert. Vater Josef ist ein stiller, charismatischer Mann, der keine großen Kontakte zu anderen pflegt, seine Frau Maria eine wahre Schönheit, die von den Frauen bewundert und von den Männern begehrt wird und ihre Kinderschaar bekommt ganz automatisch den Stempel der Abseitigen aufgedrückt, mit denen die anderen keinen Kontakt wünschen. Man zerreißt sich lieber die Mäuler über die Familie, die auch in aller Armut und Bescheidenheit ein kleines Stückchen Glück gepachtet zu haben scheint.

Erst als Josef zum Kriegsdienst eingezogen wird, steht das Schicksal der Moosbruggers auf Messers Schneide. Denn der älteste Sohn ist noch zu jung, um die Mutter zu beschützen und Josef weiß sehr genau, dass Maria allein zum Freiwild werden würde. Er bittet den Bürgermeister darum, seine Familie zu beschützen und zu versorgen, weil er der Einzige ist, dem er ein gewisses Vertrauen entgegenbringt. Doch kaum ist Josef weg, bedrängt auch dieser vornehme Herr die Zurückgebliebenen und die Familie durchlebt Monate voller Angst und Entbehrungen. Bis zu dem Tag, an dem Josef zurückkehrt …

Meinung

Monika Helfer widmet sich in ihrem aktuellen Roman ihrer eigenen Familiengeschichte und erzählt rückblickend aber gleichzeitig sehr präsent von ihrer wunderschönen Großmutter, ihren Onkeln und Tanten, ihrer Mutter, die eine schwere Kindheit hatte, da der Vater sie als ein Kuckuckskind betrachtete und kein Wort an sie gerichtet hat. Sie zeichnet die Lebenswege und Entwicklungen aller Familienmitglieder auf und springt dabei munter in den Zeitabläufen und Einzelgeschichten. Doch gerade diese scheinbar willkürliche Abfolge zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht das Buch trotz seiner wenigen Seiten zu einem recht umfassenden Werk über die eigene „Bagage“, deren Belange, Besonderheiten und ihr Wirken in der Familiengemeinschaft.

Die Kerngeschichte, die sich zu Zeiten des 1. Weltkrieges abspielt, bleibt dennoch das tragende Element und spricht den Großeltern trotz ihrer Eigenheiten auch einen starken Charakter zu. Ein Ehepaar, welches nicht nur eine Zweckgemeinschaft mit vielen Kindern war, sondern sich prinzipiell sehr zugetan war. Ihre Kinder allesamt nicht nur zu Helfern degradiert, sondern als Menschen geachtet. Besonderes Augenmerk legt die Autorin auf die unüberwindliche, alles außer Kraft setzende Geschwisteraffinität. Die Kinder der Moosbruggers bilden eine starke Bande, sie nehmen ihre Rollen wahr, sie beschützen und vertrauen einander, sie ergreifen trotz schwieriger Umstände immer Partei füreinander, sie halten zusammen und wissen um ihre Besonderheiten. Selbst nach dem frühen Tod der Eltern besteht diese Einigkeit weiter, so dass selbst noch die Autorin in der nächsten Generation dieser Familie, niemals den Zusammenhalt und die Stärke der Verbands bezweifelt.

Zwischendurch immer wieder kleine Episoden aus der Gegenwart, Erlebnisse mit den eigenen Kindern – dadurch entsteht ganz nebenbei eine generalistische Aussage, die den Wert der Familie durch alle Zeiten hindurch bekräftigt. Nicht nur die der eigenen Herkunft sondern ganz allgemein die Möglichkeiten mittels Eltern, Geschwistern, Kindern, Großeltern, Cousins und Cousinen ein intaktes, beständiges und doch freiheitliches Gebilde zu schaffen, in dem sich das Individuum wertgeschätzt fühlt, bestärkt wird und sich einmalig entfalten kann ohne den Rückhalt der Familie zu verlieren.

Fazit

Ein wunderbares kleines Buch mit einer lebendigen Familiengeschichte, starken Charakteren, intensiven Erinnerungen und biografischen Zügen. Der Mehrwert liegt hier nicht nur in der Besonderheit und den individuellen Entwicklungen, sondern vor allem in den Gedankengängen bezüglich funktionierenden Familienstrukturen, die es aufzubauen, zu pflegen und zu erhalten gilt. Deutlich wird aber auch, dass Krisen und Belastungsproben, die man gemeinsam gemeistert hat,einen unabänderlichen, eisernen Bestand an der Wertschätzung seiner nächsten Familienangehörigen hervorbringen. Ein einprägsamer, berührender Roman über Herkunft, Familie und Lebensentwicklung mit differenzierten Ansätzen und klaren Aussagen – sehr empfehlenswert.

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"Von uns wird man noch lange reden." Monika Helfers neuer Roman "Die Bagage" - eine berührende Geschichte von Herkunft und Familie Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.

Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Vorarlberg. Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht, darunter: Kleine Fürstin (1995), Wenn der Bräutigam kommt (1998), Bestien im Frühling (Deuticke, 1999), Mein Mörder (1999) und zuletzt bei Deuticke Bevor ich schlafen kann (2010), Oskar und Lilli (2011) und Die Bar im Freien (2012).  Im Hanser Kinderbuch veröffentlichte sie gemeinsam mit Michael Köhlmeier 2010 Rosie und der Urgroßvater. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Robert-Musil-Stipendium und dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur ausgezeichnet. Mit ihrem letzten Roman Schau mich an, wenn ich mit dir rede (2017) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert.

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