Die Ermordung des Commendatore 01 (Buch)

Eine Idee erscheint. Roman

Haruki Murakami

Übersetzung: Ursula Gräfe

Buch
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Allein reist der namenlose Erzähler und Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in ein abgelegenes Haus, das einem berühmten Künstler gehört, zurück. Eines Tages erhält er ein... (weiter)

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Details
AutorIn Haruki Murakami
Übersetzung Ursula Gräfe
Edition 3. Aufl.
Seiten 480
EAN 9783832198916
Sprache deutsch
erschienen bei DuMont Buchverlag GmbH
Erscheinungsdatum 22.01.2018
Ursprungstitel Kishidancho goroshi
Stichwörter Gefährliche Geliebte
Sputnik Sweetheart
Schlaf
Die unheimliche Bibliothek
Die Bäckereiüberfälle
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.7 | 19 Meinungen

davon Rezensionen:
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davon Bewertungen:
Ø 3.4 |  14 Bewertungen

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Eine spannende, teilweise surreale Geschichte, sprachlich Lesevergnügen pur
»Was liest Du?«-Rezension von Magicsunset, am 16.05.2018

„Die Zivilisation schreitet voran, während du wie Urashima im Drachenpalast auf dem Meeresgrund mit den Seebrassen dein Mittagsschläfchen hältst.“ (Zitat Seite 132)

 

Inhalt:

Ein Künstler dessen Namen wir nicht kennen erzählt seine Geschichte, die inzwischen einige Jahre zurück liegt. Der erfolgreiche Porträtmaler ist 36 Jahre alt, als sich seine Frau scheiden lassen will. Einge Monate lang reist er durch Japan, bevor ihm ein Studienfreund das einsam auf einem Berg gelegene Haus seines Vaters, des berühmten Malers Tomohiko Amadas,  zur alleinigen Nutzung überlässt. Eines Tages findet er auf dem Dachboden des Hauses ein Gemälde von beeindruckender Intensität: ›Die Ermordung des Commendatore‹, das ihn an eine Szene aus „Don Giovanni“ erinnert. Gleichzeitig kontaktiert ihn Wataru Menschiki, sein charismatischer Nachbar – er soll ihn porträtieren, wobei ihm künstlerisch keine Grenzen gesetzt sind. Der Erzähler will auf Grund seiner Schaffenskrise ablehnen, doch plötzlich kehrt die Inspiration zurück. Gleichzeitig ereignen sich einige erstaunliche Vorfälle …

 

Thema und Genre:

Haruki Murakami hat hier wieder einen außergewöhnlichen Roman geschaffen. Angesiedelt in der Welt der Künstler, reicht der Inhalt jedoch weit darüber hinaus. Ein Erzählstrang, verbunden mit der Geschichte des Gemäldes, führt nach Wien, wo der alte Maler von 1933 bis 1939 studiert hatte. Auch zwischenmenschliche Beziehungen sind ein Thema. Eine mystische Spur von geheimnisvollen Ereignissen zieht sich durch die gesamte Handlung.

 

Charaktere:

Der Hauptprotagonist, ein Portraitmaler, erzählt uns eine erstaunliche, teilweise unheimliche Geschichte, die er vor einigen Jahren erlebt hat. Damals befand er sich in einer Phase der künstlerischen Stagnation, da ihn mit seiner Frau auch die Inspiration verlassen hatte. Die Trennung von seiner Frau hatte ihn völlig aus der Bahn geworfen, bis er sich überreden ließ, doch wieder ein Portrait zu malen.

Sein Auftraggeber und Mentor Wataru Menschiki ist ein älterer Herr, sehr begütert, eine imposante Erscheinung, charismatisch, aber nicht zu durchschauen. Er ist gewohnt, Menschen manipulieren zu können. Zur Zeit dieser Geschichte lebt er in einer großen Villa im Sichtfeld des Erzählers auf der anderen Seite des Tales.

 

Handlung und Schreibstil:

Das Buch beginnt mit einem scheinbar zusammenhanglosen Prolog in der Jetztzeit, geht dann zurück in die Geschichte, die der namenlose Ich-Erzähler erzählen will und die inzwischen einige Jahre zurückliegt. Erklärungen und Hintergrundinformationen erhält der Leser vom Erzähler in Form von Gedanken, Überlegungen, Erinnerungen. So kommt es manchmal zu Überschneidungen, durch neue Details ergänzte Wiederholungen, wenn sich der Hauptprotagonist in seinen Gedanken nochmals mit denselben Vorgängen befasst. Insgesamt verschwimmen auch in diesem Roman Murakamis die Grenzen zwischen Realität und möglicher Einbildung, mystischen, kaum erklärbaren Vorgängen.

 

Die Geschichte umfasst einen Prolog und 32 Kapitel, wobei die Überschrift jeweils einen Gedanken des jeweiligen Kapitels aufnimmt. Kapitel 31 endet mit einem Cliffhanger, ein  aufregender nächster Sonntag wird erwähnt, während das kurze Kapitel 32 einen Verweis in die Vergangenheit enthält, der für den Leser noch nicht zuordenbar ist. Der zweite Band ist bereits erschienen.

 

Die Sprache ist pures Lesevergnügen, der Autor spielt mit Worten und Beschreibungen, geht ins Detail, wo es ihm wichtig erscheint. Als Leser taucht man sofort tief in die Geschichte ein.

 

Fazit:

Die spannende, teilweise auch magische Handlung und die Personen begeistern von der ersten Seite an. Wenn man bereit ist, sich auf den Autor einzulassen und auch seine surrealen Einfälle auf sich einwirken lässt, ohne alles hinterfragen zu wollen, wird man das Buch kaum aus der Hand legen können.

 

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Eine Idee erscheint
»Was liest Du?«-Rezension von ulrike rabe, am 07.05.2018

~~Ein namenloser Maler fährt ziellos durchs Land, als er von seiner Frau verlassen wurde. Er mietet von einem Freund ein Häuschen im Nirgendwo, um wieder zu sich kommen. Eigenartige Dinge gehen dort vor, nächtliches Glockengeläute, ein seltsames Bild, das ihn in seinen Bann zieht. Bis er eines Tages ein sehr gutes Angebot erhält, seinen entfernten Nachbarn zu porträtieren, obwohl der Maler gar keine Aufträge mehr annehmen wollte. Zwischen dem Maler und dem charismatischen und geheimnisvollen Menshiki entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, eine seltsame Symbiose nahezu.

Murakami überzeugt in Teil I wieder mit seiner unbändigen Erzählkunst und –freude. Seine ganz spezifische Art und Weise zu fabulieren zieht den geübten Murakami Leser sofort wieder in seinen Bann. Eigentlich ist Murakami zu lesen wie der Besuch eines alten Liebhabers. Auch wenn man sich schon länger nicht begegnet ist, sitzt jede Berührung, weiß man was bekommt und vermisst hat.

Viele Motive sind bekannt, der Verlust eines geliebten Menschen, hier die Schwester des Malers, als er noch ein Kind war, der einsame Mann, auf der Suche nach seiner Bestimmung, die belanglosen Affären mit verheirateten Frauen, um keine enge Beziehung einzugehen, die Liebe zur Musik und Whiskey und natürlich auch die übersinnlichen Elemente, die jedoch so en passant passieren, dass sie einem ganz normal vorkommen im Murakamiunversum. Reale und fantastische Element werden geschickt verwoben, Altes mit Neuem verbunden, bildende Kunst mit Musik, mystische Geistergeschichten mit ganz banalem Schrecken der jüngeren Vergangenheit.


Wie schreibt man über ein Buch, das mitten im Text, überspitzt gesagt, endet, weil es einen zweiten Teil gibt? Inhaltlich ist der Bruch nicht erforderlich. Doch das hervorragende Marketing zahlt sich aus. Teil II wartet schon.

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Allein reist der namenlose Erzähler und Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in ein abgelegenes Haus, das einem berühmten Künstler gehört, zurück. Eines Tages erhält er ein äußerst lukratives Angebot. Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Das, was Menshiki ausmacht, kann er nicht erfassen. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann? Durch einen Zufall entdeckt der junge Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde. Es trägt den Titel 'Die Ermordung des Commendatore'. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen, so als würde sich eine andere Welt öffnen. Mit wem könnte er darüber reden? Da ist keiner außer Menshiki, den er kennt. Soll er sich ihm wirklich anvertrauen? Als er es tut, erkennt der Ich-Erzähler, dass Menshiki einen ungeahnten Einfluss auf sein Leben hat. Die deutsche Gesamtauflage aller Murakami-Bücher beträgt über 6 Millionen Exemplare "Einer der genialsten Erzähler der Welt!" DENIS SCHECK