Die Geschichte der getrennten Wege (Buch)

Erwachsenenjahre. Roman

Elena Ferrante

Übersetzung: Karin Krieger

Buch
Für Bewertung bitte einloggen!

Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen - den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen - und arbeitet unter... (weiter)

€ 24,00 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 20,99
  • sofort lieferbar
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Elena Ferrante
Übersetzung Karin Krieger
Edition 2. Aufl.
Seiten 540
EAN 9783518425756
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 08.2017
Ursprungstitel Storia di chi fugge e di chi resta
Stichwörter 20. Jahrhundert
Feminismus
Meine geniale Freundin
Bücher Neuerscheinungen
Die Geschichte eines neuen Namens
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.6 | 60 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.6 |  31 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.7 |  29 Bewertungen

5 Sterne
( 17 )
4 Sterne
( 7 )
3 Sterne
2 Sterne
1 Stern

Wie die längste Praline der Welt
»Was liest Du?«-Rezension von lesesafari, am 28.08.2018

WOW, diese Sprache!! Jeder Satz ein Genuss!!! So intelligent, so künstlerisch, so atmosphärisch, so wahr...

Im 3. Teil trennen sich Elenas Wege von denen der Bewohner des Rione endgültig. Während der Rione immer faschistischer wird, beginnt für Elena der steile Weg nach oben der Karriereleiter. Ihr Buch wird veröffentlicht und bis über die Grenzen Italiens gelobt. Auch ihre alten Bekannten lesen "ihre" Geschichte. Sie bewegt sich in den kommunistischen Kreisen der Gelehrten und sieht deren Sonnen- und Schattenseiten. Sie heiratet Pietro Airota und somit in die Bildungselite ein. Und auch für Lila geht es wieder bergauf, sie wird zur Computerpionierin, doch gesundheitlich geht es ihr immer schlechter. Die Freundschaft von Elena und Lila verläuft sich, aber scheiden ist schwer. Selbst, wenn sie keinen Kontakt haben, sind sie doch stark vom anderen abhängig. Elena schreibt ihr eigenens Potential komplett Lila zu. Ohne sie sei sie nichts. Beide jedoch haben einen eigenen Weg außerhalb des Rione gefunden. DOCH IMMER WIEDER DRÄNGT ER SICH IN IHR LEBEN. Dort spitzen sich die politischen Konflikte nur so zu und Elenas ungeahnte Albträume werden wahr. Außerdem ist ihr Eheleben totlangweilig, ihre Intelligenz scheint zu stagnieren, ihr nächstes Buch lässt auf sich warten. Sie schwankt hin und her, entdeckt, dass sie unabhängig werden muss- von Lila, die diesen gefährlichen, manipulitativen Terrorismus in sich trägt und von ihrem Mann- und sucht sich selbst in der Frauenemanzipation. Doch ist sie stark genug, um ihren eigenen Weg zu gehen?

Ferrantes Sprache ist soooooo schön. Es hat solche Freude gemacht, den nächsten Teil zu beginnen. Jeder Satz ist brillant, köstlich, hat seinen eigenen Charme und verborgenen Witz- manchmal aber auch so vulgär direkt, siehe Kapitel 56. Es entsteht eine ganze Welt voller Bilder vom Rione, Neapel, Florenz und seinen Bewohnern. Man fühlt die politischen Unruhen, das Aufbrechen der Frauen, den Kampf der Arbeiterklasse gegen die Unterdrücker, das Aufstreben der Armen gegen die Reichen. Und natürlich die Zerrissenheit, die durch die Trennug des gemeinsamen Lebenswegs zwischen Elena und Lila und beiden und dem Rione entsteht. Es wird gezeigt, dass man seiner Herkunft nicht so einfach entkommen kann, dass man abhängig von ihr ist. --- Bis zur Mitte des Buches ist alles perfekt. Danach nimmt der Sprachstil aber ab, es kommt zu Längen, wenn es um Kenntnisse über die frühe Informatik geht, wobei dies noch sehr spannend, aber doch auch unverständlich ist. Vor allem ziehen sich aber die politischen Konflikte hin. Diese Längen und das Auf und Ab der Geschehnisse, bilden dennoch auf wunderbare Weise Elenas Gefühle und Gedanken wider. Nur langsam findet sie zu sich selbst. Und so ist das Ende dann wieder ganz überraschend und lädt nur zum großen Finale ein. Findet sie ihr Glück? Was passiert mit der Freundschaft? Wird der Rione revolutioniert?

 

 

mehr zeigen ...

Getrennte Wege
»Was liest Du?«-Rezension von ulrike rabe, am 26.02.2018

~~Nun, im dritten Band der Neapolitanischen Saga, haben sich Elena und Lila voneinander entfernt, nicht nur räumlich auch freundschaftlich. Lila schuftet nach wie vor unter schrecklichen Bedingungen in der Wurstfabrik, während Elena durch ihren Roman einen gewissen Grad an Berühmtheit erlangt.
Trotzdem prägt sie die gemeinsame Vergangenheit, aus Freundschaft wird eine Art Schicksalsgemeinschaft. Denn beide Frauen sind nicht glücklich mit ihrer Situation. Lila schafft es gemeinsam mit ihrem Freund Enzo sich aus der elenden Lage herauszuarbeiten und werden mit einem eigenen Unternehmen erfolgreich. Aber vor allem Elena hadert mit ihrem Leben.  Mit Pietro, einem jungen Professor aus gebildeten und politisch aktiven Hause, verheiratet, wird sie immer mehr zur Hausfrau und Mutter. Ein Leben, dem sie mit feministischem Aktivismus entgegenwirken will und so weiter schriftstellerisch und journalistisch tätig ist.  Der Vorwurf eines Freundes aus Studienzeiten trifft sie allerdings hart, krampfhaft zu versuchen, sozial aufzusteigen und alles erzählenswerte damit zu überdecken.. Der tägliche Spagat zwischen Haushalt und intellektueller Verwirklichung, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung, als Nino Sarratore wieder in ihr Leben tritt.
Elena Ferrante hält schon im dritten Teil ihrer Saga den Spannungsbogen über Geschichte der beiden Freundinnen unterhaltsam und gleichzeitig politisch  und sozial kritisch aufrecht. Vor allem die politischen Geschehnisse in Italien  der 70er Jahre bekommen in diesem Buch sehr viel Gewicht. Auch noch insgesamt über 1500 Seiten verliert sich die Lust am Lesen nicht, im Gegenteil, freut man sich schon auf die Fortsetzung.
 

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

Es sind die turbulenten siebziger Jahre und die beiden inzwischen erwachsene Frauen. Lila ist Mutter geworden und hat sich befreit und alles hingeworfen - den Wohlstand, ihre Ehe, ihren neuen Namen - und arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Fabrik. Elena hat ihr altes neapolitanisches Viertel hinter sich gelassen, das Studium beendet und ihren ersten Roman veröffentlicht. Als sie in eine angesehene norditalienische Familie einheiratet und ihrerseits ein Kind bekommt, hält sie ihren gesellschaftlichen Aufstieg für vollendet. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie ständig an Grenzen gerät. Ganze Welten trennen die Freundinnen, doch gerade in diesen schwierigen Jahren sind sie füreinander da, die Nähe, die sie verbindet, scheint unverbrüchlich. Würde da nur nicht die langjährige Konkurrenz um einen bestimmten Mann immer deutlicher zutage treten.

Ferrante, Elena Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Ab 2018 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes jüngster Band Frantumaglia sowie ihre früheren Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln in neuer Übersetzung. Krieger, Karin Karin Krieger übersetzt vorwiegend aus dem Italienischen und Französischen, darunter Bücher von Claudio Magris, Anna Banti, Armando Massarenti, Margaret Mazzantini, Ugo Riccarelli, Andrea Camilleri, Alessandro Baricco und Giorgio Fontana. Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt 2011 den Hieronymusring.