Die Geschichte des verlorenen Kindes (Buch)

Reife und Alter

Elena Ferrante

Übersetzung: Karin Krieger

Buch
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Elena ist schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart,... (weiter)

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Details
AutorIn Elena Ferrante
Übersetzung Karin Krieger
Edition 2. Aufl.
Seiten 614
EAN 9783518425763
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 04.02.2018
Ursprungstitel Storia della bambina perduta
Stichwörter Romane Bestseller 2018
Italien
weihnachtsgeschenke
Die Geschichte eines neuen Namens
Spiegel-Bestseller
Rezensionen
Autorenportrait
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Ø4.5 | 89 Meinungen

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Es brodelt im Rione
»Was liest Du?«-Rezension von lesesafari, am 23.09.2018

Elena hat sich tatsächlich für Nino entschieden und kehrt seinetwegen zurück nach Neapel. Um ihre Kinder scheint sie sich nicht zu kümmern, ihre Liebschaft und ihre Werke zählen alleine für sie. Es geht hin und her, Elena scheint nie irgendwo anzukommen und so werden die Kinder von einem zum anderen Ort geschubst. Letztendlich setzt Elena aber ihre Scheidung durch und muss auch bemerken, dass Nino treulos ist. In diesem Moment kehrt sie zurück zu Lila in den Rione. Beide sind gleichzeitig schwanger und wohnen nun im selben Haus. Sie unterstützen sich gegenseitig und es sieht nach einem Aufleben ihrer harmonischen Freundschaft aus.

DOCH: Elena wird so unsympathisch dargestellt. Sie dreht sich nur um ihren Liebhaber und ihre Literatur. Die Kinder stehen an letzter Stelle und werden quasi abgeschoben. Ich verstehe sie nicht. Sie beneidet Lila aufs extremste für ihr ungenutztes Talent. Lila hegt eine seltsame Hassliebe für sie, manipuliert sie, wie eh und je, und doch kann und muss Elena an ihr festhalten. Lila ist ihre Muse!! Und nun schreibt sie über die Personen des Rione. Während dort der Krieg herrscht, zwischen Faschisten und den Linken. Viele Personen kommen in diesem Band um. Es gibt sooo viele Anspielungen, wieso und warum, auch der Buchrückentext- und Klappentext deuten auf etwas hin, doch das wird nie geklärt. - Elena veröffentlicht ihr neues Buch und die Fotografin soll Fotos für eine Reportage machen. Sie veröffentlicht Fotos von Elena mit Lilas Tochter Tina, die aber in der Bildunterschrift als Elenas ausgegeben wird. Niemand stellt es richtig.- Menschen verschwinden, die Fälle werden nie aufgeklärt.

Von diesem wahnsinnigen wunderschönen Sprachstil konnte ich in diesem Band nichts wiederfinden, auch der zynische Sprachwitz fehlt. Oft wird erwähnt, dass jemand etwas im Dialekt sagt, aber nicht was. Außerdem werden viele Ereignisse, die man interressant hätte ausbauen können, nur phrasenhaft mit 1-2 Sätzen so dahingeschrieben. Als es ein Erdbeben in Neapel gibt, beginnt Lila plötzlich in surrealistischen Sätzen zu sprechen, die quasi keinen Sinn ergeben. Doch Elena schließt aus ihnen, dass die Solaras mit Drogen dealen und der halbe Rione Drogen nimmt, an denen dann auch der ein oder andere zugrund geht. 

Dieser Band ist vielleicht der politischste, doch konnte ich nicht allen Ereignissen folgen, weil gerade die "innerpolitische" Situation im Rione zwischen den illegalen Geschäften der Solaras und dem IT-Imperium Lilas und Endzos nicht geklärt wird. Doch diese Spannungen haben sehr viele Folgen.

Jahre nach einem tiefen Schicksalsschlag trennen sich Lilas und Elenas Wege wieder, sporadisch haben sie Kontakt und zum Schluss sind wir wieder da, wo die Geschichte in Band 1 angefangen hat und warum sie eigentlich entstanden ist.

Das Buch war dennoch gut zu lesen, doch begeisterte es mich nicht so sehr, wie die Vorgängerbände. So viele Dinge wurden nicht aufgeklärt, wie im echten Leben. Und gerade durch diese Unfassbarkeit und Elenas Geschichte kann Lila zum Mythos werden. Sie, die immer wieder diese Eingaben aus einer scheinbar verborgenen Welt bekommt, wie eine Prophetin, und nie zur Ruhe kommt.

 

 

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Krönender Abschluss eines grandiosen Werks
»Was liest Du?«-Rezension von AnnBee, am 06.09.2018

Der Abschluss von Ferrantes großartiger neapolitanischer Reihe – vielleicht nicht der stärkste Band, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Das Buch steigt bei Lénus Affäre mit Nino ein, in den sie immer schon verliebt war und dessen Liebesgeschichte mit Lila sie tief gekränkt hat. Sie geht den entscheidenden Schritt und trennt sich von ihrem Mann; schließlich zieht sie zurück nach Neapel. Allerdings, man hat es schon geahnt, gibt es für sie mit Nino kein Happy End. Dafür gelingt es ihr jedoch, sich in beruflicher Hinsicht (nach einigen Durstphasen und Schwierigkeiten) zu etablieren. Lila steigt derweil, in Zusammenarbeit mit Enzo, zu einer erfolgreichen Unternehmerin auf. Dafür wird sie allerdings teuer bezahlen.

Besonders Lilas Schicksal hat mich sehr berührt, auch wenn sie charakterlich alles andere als perfekt ist. Beide Lebensgeschichten der Freundinnen verdeutlichen eindringlich, wie schwierig es ist, die Barrieren und Einschränkungen seiner Herkunft zu überwinden, und auch, wie gerade Frauen dabei immer wieder Steine in den Weg gelegt werden und sie für ihren Erfolg bezahlen müssen. Ferrante schreibt wenig blumig, aber sehr mitreißend. Die Freundschaft von Lila und Lénu ist so komplex wie die beiden Charaktere selbst; sie lieben und sie hassen sich, vor allem aber brauchen sie einander gegenseitig als Messlatte und intellektuelle Sparringpartner. Die Schilderungen von Lénu sind dabei so schonungslos bis unerträglich ehrlich wie immer. Ich habe diese Reihe geliebt und werde sie bestimmt noch mal wiederlesen. Schade, dass es nun vorbei ist!

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Elena ist schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart, fällt sie ins Bodenlose. Lila, die ihren Schicksalsort nie verlassen hat, ist eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, aber dieser Erfolg kommt sie teuer zu stehen. Denn sie gerät zusehends in die grausame, chauvinistische Welt des verbrecherischen Neapels, eine Welt, die sie Zeit ihres Lebens verabscheut und bekämpft hat. Bei allen Verwerfungen und Rivalitäten, die ihre lange gemeinsamen Geschichte prägen - Lila und Elena halten einander die Treue, und fast scheint das Glück eine späte Möglichkeit. Aber beide haben sie übersehen, dass ihre hartnäckigsten Verehrer im Lauf der Jahre zu erbitterten Feinden geworden sind.

Ferrante, Elena Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Ab 2018 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes jüngster Band Frantumaglia sowie ihre früheren Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln in neuer Übersetzung. Krieger, Karin Karin Krieger übersetzt vorwiegend aus dem Italienischen und Französischen, darunter Bücher von Claudio Magris, Anna Banti, Armando Massarenti, Margaret Mazzantini, Ugo Riccarelli, Andrea Camilleri, Alessandro Baricco und Giorgio Fontana. Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt 2011 den Hieronymusring.